EINZELWAGENVERKEHRE – Netzwerk-Zusammenschluss des VDV wächst weiter

Einzelwagenverkehre – Der Netzwerkzusammenschluss des VDV will den Schienengüterverkehr attraktiver machen. (Foto: Peter Freitag / www.pixelio.de)
Einzelwagenverkehre – Der Netzwerkzusammenschluss des VDV will den Schienengüterverkehr attraktiver machen. (Foto: Peter Freitag / www.pixelio.de)

Schon 29 Unternehmen sind bereits in dem im Mai 2021 vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gegründeten „Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr“ beigetreten. Ziel des Netzwerkes ist es, die Einzelwagenverkehre im Schienengüterverkehr zu stärken. Einzelne Projekte wurden bereits umgesetzt. Dazu zählt etwa das Gemeinschaftsprojekt der DB Cargo mit der österreichischen LogServ und CargoServ.

Im Mai diesen Jahres gründeten der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und zwölf der rund 150 beim VDV organisierten Güterbahnen das „Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr“. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die Einzelwagenverkehre im Schienengüterverkehr zu stärken, um damit einen Beitrag zur Erhöhung des Marktanteils der Güterbahnen insgesamt zu erreichen. Inzwischen zählt das Bündnis 29 Güterbahnen, und weitere haben ihr Interesse bekundet. „Wenn wir bis 2030 deutlich mehr Güter auf die Schiene verlagern wollen, um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen, dann geht das nur gemeinsam und in Zusammenarbeit mit möglichst vielen Akteuren“, erklärt Joachim Berends, VDV-Vizepräsident und Vorstand der Bentheimer Eisenbahn in einer heutigen Presseaussendung. „Deshalb kommt dieses Netzwerk zur rechten Zeit“, ist J. Berends überzeugt. Das große Interesse der Unternehmen daran zeige zudem, dass die Kooperation die richtigen Impuls in die Branche geben könne.

Wirtschaftlichkeit muss steigen

Ob das die Speditionen, mithin vielfach Auftraggeber der Güterbahnen, ebenso sehen, wird die Zukunft weisen. Seit Jahren stagniert das Schienengütergeschäft, in Ländern wie Österreich ist es teilweise sogar rückläufig. Auch gibt es aktuelle Untersuchungen wie die des Institutes für Logistik an der Wirtschaftsuniversität wie, die belegen, dass der Straßengüterverkehr auch in den optimistischsten Szenarien bis 2040 weiter wachsen wird (wir berichteten auf blogistic.net). Als Gründe dafür werden etwa die Priorisierung des Personenverkehrs, aber auch der schleppende Ausbau der Schieneninfrastrukturen genannt. Diese machen eine wirtschaftliche Nutzung der Schiene insbesondere auf kürzeren Strecken bis 700 Kilometer derzeit nicht wirtschaftlich.

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„Bringen Klimaschutz in die Fläche“

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende von DB Cargo sieht aber dennoch gute Chancen auch für den Schienengüterverkehr im Allgemeinen und Einzelwagenverkehre im Besonderen. Vor allem dürften mit der neuen Ampelkoalition jetzt auch die politischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden: „Wir bringen den Klimaschutz in die Fläche! Wenn wir Güter auf ihrer gesamten Lieferkette komplett über die Schiene transportieren, ist das maximaler Klimaschutz – und darum ist es gut, dass der Einzelwagenverkehr im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung explizit im Fokus steht.“ Mit dieser Allianz könne man zudem künftig jedes Kundenbedürfnis an jedem Ort in Deutschland erfüllen. „Güter gehören auf die Schiene. Nicht auf die Ortsdurchfahrt oder die rechte Spur der Autobahn“, bekräftigt sie gegenüber den Medien.

Österreichisches Projekt ist Beispiel gebend

Wie solche Einzelwagenverkehre wirtschaftlich gestaltet werden können, zeigt beispielsweise das Gemeinschaftsprojekt der österreichischen Bahnunternehmen LogServ und Cargoserv mit DB Cargo: den Bayernshuttle (wir berichteten auf blogistic.net). Damit werden mehr als eine halbe Million Tonnen Stahl sowie Schrott zwischen der voestalpine in Linz und den Autoherstellern und deren Zulieferern in Bayern bewegt.  Der Bayern-Shuttle kombiniert dabei die Schnelligkeit von Ganzzügen mit der Flexibilität von Einzelwagen. In einem werktäglichen Umlauf werden so die Stahl-Sendungen von voestalpine für die drei Premiumhersteller aus der bayrischen Automobilindustrie kombiniert. Der Clou: An den drei Automobilproduktionsstandorten wird außerdem jeweils hochwertiger Stahlschrott aufgenommen, der auf dem Rückweg im Nachtsprung zurück ins Stahlwerk von voestalpine in Linz transportiert wird. Das spart nicht nur die Emissionen des Leerlaufs, sondern ermöglicht durch die geschickte Kombination von Stahlversorgung und Schrottentsorgung die tägliche Lieferung und Abholung an allen Orten – ein umweltfreundlicher Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Als Energiequelle wird Ökostrom verwendet. Deswegen bekam das Konzept aus Österreich den diesjährigen Logistikpreis der BVL.

vdv.de

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