AIRPOWER24 – Verkehrskonzept bringt Entlastung für Region Murau 

Airpower24 – Ein neues Verkehrskonzept für die größte Flugshow Europas und damit eine der größten der Welt, soll künftig für die reibungslose An- und Abreise von mehr als 300.000 Zuschauern innerhalb von zwei Tagen sorgen. Gleichzeitig wird so die Region erheblich von Umwelteinflüssen des Großevents entlastet. Ein zentrales Element ist dabei auch der neue, verlängerte Bahnsteig des Bahnhofs von Zeltweg. Dieser erlaubt nun eine Verdopplung der Fahrgäste pro ÖBB-Garnitur. Das bringt die Region als Wirtschaftsstandort im Herzen der Steiermark weit nach vorne.  

Airpower24 – BM K. Tanner (mi) bildete eigens für die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes eine Projektgruppe. (Foto: Bundesheer / RS MEDIA WORLD archive)
Airpower24 – BM K. Tanner (mi) bildete eigens für die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes eine Projektgruppe. (Foto: Bundesheer / RS MEDIA WORLD archive)

Im September 2024 ist es wieder so weit. Dann öffnet nämlich der größte Flugshow-Event Europas in Zeltweg seine Pforten. Vom 6. bis 7. September wird die mittelgroße Gemeinde im Murtal zum internationalen Zentrum für Flugzeug-Begeisterte aber auch für die nationale und internationale Flugzeugindustrie. Mehr als 300.000 Zuschauer werden in dieser Zeit aus der ganzen Welt erwartet. Das ist insgesamt der doppelte Umfang der Stadt Salzburg. Für die eher beschauliche Tourismusregion im Herzen der Steiermark ist so ein Ansturm von Besucher:innen eine enorme Herausforderung. Zwar hat man in der Region durch Großveranstaltungen wie Formel 1-Rennen auf dem nahegelegenen Red Bull Ring bereits Routine bei der logistischen Bewältigung großer Mengen an Zuschauer:innen. Doch die Airpower24, die im Zwei-Jahres-Rhythmus in Zeltweg stattfindet, toppt das Ganze erheblich. Darum ist man in der Region Murau nicht grundsätzlich begeistert von dem Event. Vor allem bringt er nicht nur erhebliche logistische Probleme mit sich, sondern er belastet die Verkehrsinfrastruktur der umliegenden Gemeinden erheblich. Gleichzeitig wachsen die Umweltbelastungen für die ganze Region durch das Mehr an Menschen, Verkehr und damit verbundenen Lärm usw. Die Region kam schon in der Vergangenheit mit der Flugshow an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. 

BM K. Tanner zur Airpower24: “Für Bundesheer eine gute Übung”  

Damit die Airpower24 sowohl für die vielen Gäste als auch für die Umgebung eine Win-Win-Situation wird, bedarf es daher eines ausgeklügelten Logistikkonzeptes, weiß man im Bundesministerium für Verteidigung. Dabei muss nicht nur die Verkehrssicherheit der Show-Gäste gewährleistet sein, sondern auch die reibungslose Versorgung der Menschenmassen sowie die umweltgerechte Entsorgung der Abfälle. Was die Ver- und Entsorgungslogistik angeht, hat das österreichische Bundesheer, das in Zeltweg seinen Luftwaffenstützpunkt für die Eurofighter betreibt, durchaus Routine. Denn es muss ohnehin im Ernstfall sehr rasch die Versorgung großer Menschenmassen mit den Dingen des täglichen Bedarfs bis hin zur medizinischen Versorgung sicherstellen. “Für unser Bundesheer ist die Airpower24 daher eine gute Übung auch für solche Fälle”, betont Klaudia Tanner, Bundesministerin für Verteidigung in Österreich, die Bedeutung dieser Flugshow für das Bundesheer selbst. Sie ist auch dessen Oberbefehlshaberin und Gastgeberin der Airpower24 (siehe Filminterview mit BM Tanner auf blogistic.net).  

Airpower24 – Umfassendes neues Verkehrskonzept 

Zeltweg - Künftig wird der Bahnhof doppelt so viele Zugsfahrgäste bewältigen können als bisher. (Foto: HJS / A-TV / RS MEDIA WORLD archive)
Zeltweg – Künftig wird der Bahnhof doppelt so viele Zugsfahrgäste bewältigen können als bisher. (Foto: HJS / A-TV / RS MEDIA WORLD archive)

Um die Ver- und Entsorgungslogistik aber auch Zubringerlogistik von mehr als 150.000 Flugshow-Begeisterten pro Tag reibungslos über die Bühne gehen zu lassen, bedarf es daher eines zukunftsfähigen Verkehrskonzeptes. Dieses muss allerdings nicht nur in diesem Jahr funktionieren, sondern auch bei den Folgeevents. Dabei muss dieses Konzept in Zeiten des Klimawandels und des Klimaschutzes auch nachhaltig sein. Gemeinsam mit externen Verkehrsexperten und Experten der zivilen Behörden, ASFINAG sowie Polizei arbeitet deswegen eine eigens dafür errichtete “Projektgruppe Airpower24” des Österreichischen Bundesheeres seit Sommer des Vorjahres an diesem auf Nachhaltigkeit getrimmten Verkehrskonzeptes und seinen Details.  

Bahn – ein zentraler Eckpunkt des Airpower24 – Verkehrskonzeptes 

Medienpartner HJS MEDIA WORLD (A-TV, BUSINESS+LOGISTIC/blogistic.net) wurden nun einige Details darüber bekannt, wie die Logistikexperten den nachhaltigen und reibungslosen Ablauf der Airpower24 sicherstellen wollen. Ein zentraler Kernpunkt ist hierbei die Bahn. So wird beispielsweise mit eigens dafür angemieteten Shuttlezügen aus den Landeshauptstädten der Personenreiseverkehr per Zugsverkehr erheblich erleichtert. Dabei wird eine erhöhte Taktung des Regel-Zugverkehres durch die kürzlich fixierte Verlängerung des Bahnsteiges am Bahnhof Zeltweg möglich (wir berichteten auf blogistic.net). Gleichzeitig erlaubt die Verlängerung die Anfahrt wesentlich längerer Zugsgarnituren und somit die Verdopplung der Fahrgastzahlen von 800 auf 1.600 Personen pro Garnitur. Zudem können Zugreisende aus ganz Österreich über Sonderzüge die Airpower24 über die Bahnhöfe in Judenburg und Knittelfeld erreichen.  

Anreise auf mehrere Bahnhöfe verteilt 

„Wir haben jedenfalls die Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Anreise deutlich erhöht und erwarten uns dadurch auch eine Verringerung der Anreisen mit Privatfahrzeugen. Besonders nachhaltig, stau- und stressfrei gelangt man mit den von uns bereitgestellten Sonderzügen der ÖBB von Villach, Salzburg, Linz und Wien ohne Zwischenstopp zu den Bahnhöfen Judenburg oder Knittelfeld”, erläutert Brigadier Wolfgang Prieler, Projektleiter der Airpower24 die geplante Bahnlogistik. Auf diese Weise werden die Besucheran- und abfahrten auf mehrere Standorte verteilt. Insbesondere der bei früheren Luftfahrt-Veranstaltungen stark belastete Bahnhof Zeltweg wird so etwas entlastet.  

W. Prieler – “Erwarten deutliche Verringerung der Privatanfahrten” 

Wer mit der Bahn anreist, für den ist übrigens mit dem gelösten Bahnticket für eine direkte Anreise zur Airpower24 vorgesorgt. Sowohl in Zeltweg als auch in Knittelfeld und Judenburg sind nämlich Busshuttle-Verkehre eingerichtet, welche die Show-Lustigen gratis hin und retour transportieren. „Wir werden daher heuer die Staubelastung auf den Zufahrtstraßen und dem höherrangingen Straßennetz deutlich verringern können, wenngleich eine gewisse Belastung beim erwarteten Zustrom zur Morgen- und Abendspitze wie bei jeder anderen Großveranstaltung auch nicht gänzlich verhindert werden kann“, erklärt Brigadier W. Prieler das Bahnverkehrskonzept für die Airpower24 und er resümiert: “Durch unsere Maßnahmen erwarten wir uns eine erhebliche Verringerung der Anreisen mit Privatfahrzeugen.”  

Airpower24 – Wer will, fährt Bus   

Airpower24 – Bei der Pressekonferenz im letzten Jahr (hier Archivaufnahmen) wurde bereits von P. Braun und W. Prieler auf die Besonderheiten der Verkehrslogistik hingewiesen. (Foto RS MEDIA World archive)
Airpower24 – Bei der Pressekonferenz im letzten Jahr (hier Archivaufnahmen) wurde bereits von P. Braun und W. Prieler auf die Besonderheiten der Verkehrslogistik hingewiesen. (Foto RS MEDIA World archive)

Doch nicht von überall ist eine Anreise zur Airpower24 mit der Bahn opportun. Für solche Fälle haben die Verkehrslogistik-Planer des bedeutendsten Flug-Events Europas die Möglichkeiten für Busanreisen aus jedem Winkel Österreichs geplant. Niemand soll mit dem eigenen Pkw zur Show anreisen müssen. „Mit eigenen Buslinien mit hunderten möglichen Zu- und Ausstiegsstellen in ganz Österreich kommt man direkt zum Veranstaltungsgelände. Die ersten 1.000 Bustickets gibt es sogar zum besonderen Vorzugspreis von nur 24 Euro, und zwar egal, aus welchem Winkel Österreichs man anreisen möchte”, freut sich Oberst Peter Braun, der Projektleiter für alle Verkehrsfragen zur Airpower24. “Zudem werden nach dem Ende des Flugprogrammes um 17.00 Uhr sowohl am Freitag als auch am Samstag bis 19.00 Uhr zusätzliche Programmpunkte, wie etwa ein Freiluftkino, Sportvorführungen sowie Vorstellungen der Militärmusik, direkt im Raum für Zuseher:innen des Großevents angeboten”, ergänzt Oberst P. Braun das Busverkehrskonzept. Der Grund sei, dass man damit wenigstens die bereits angesprochenen Abendverkehrsspitzen etwas verringern wolle, so der Logitik- und Verkehrsexperte des Bundesheeres auf Anfrage.  

Parktickets bereits jetzt erhältlich 

Wer jedoch dennoch mit PKW oder Motorrad anreisen möchte, benötigt allerdings ein Parkticket. Dieses kann über Ö-Ticket (hier bei oeticket.com klicken) vorab gebucht werden. Von allen Parkflächen kommt man dann entweder fußläufig oder mit einem der Gratis-Airpower-Shuttles direkt zum Veranstaltungsgelände. Im Nahbereich des Geländes befindet sich auch ein eigener Motorrad-Parkplatz, der ebenso vorab über Ö-Ticket gebucht werden kann. Vom PKW-Parkplatz in Kraubath, direkt bei der S36, kommt man hingegen mit einem eigenen Shuttlezug gratis zum Veranstaltungsgelände. Hier gilt der Parkschein gleichzeitig auch als Zugticket. Körperlich beeinträchtigten Personen stehen übrigens eigene Behindertenparkplätze zur Verfügung, die gegen Vorlage des Behindertenausweises kostenfrei benützt werden können. 

Mit dem Fahrrad zur Airpower24

„Die größte Flexibilität hat man jedoch, wenn man aus der Region mit dem Fahrrad anreist. Eine Anreise ist nämlich bis direkt zum Veranstaltungsgelände möglich”, ergänzt Oberst P. Braun das Verkehrskonzept der Spezialisten. Fahrräder können beim Sportzentrum Zeltweg auf einem gesonderten und gesicherten Abstellplatz abgestellt werden. 

BM K. Tanner – “Airpower24 setzt Maßstäbe” 

Sämtliche Informationen zur Anreise zum größten Flugshow-Event stehen bereits unter www.airpower24.at/anreise zur Verfügung. Auch sind ab heute alle Buchungsschnittstellen für die zahlreichen Möglichkeiten der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln geöffnet. „Das neue Verkehrskonzept lässt sich einfach zusammenfassen: Bequem, umweltschonend und in wenigen Gehminuten mitten am Veranstaltungsgelände”, freut sich die Gastgeberin der Airpower24, BM K. Tanner das Verkehrskonzept. Und in der Tat: Noch nie war es einfacher und schneller, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu der Flugshow anzureisen. “Die Airpower24 als Europas größte Airshow setzt in Sachen umweltschonender Anreise tatsächlich neue Maßstäbe!“, so BM K. Tanner abschließend.  

airpower.at 

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