Elektromobilität – Die Elektroautos treiben Nachfrage in Deutschland. Deutsche Automobilbauer können jedoch nur bedingt davon profitieren. Die Produktion bleibt daher unter Druck. Das ergibt eine Umfrage des Verbands der deutschen Automobilindustrie, VDA.
(Foto: Thommy Weiss / www.pixelio.de)
Der deutsche Pkw-Markt sendet widersprüchliche Signale: Während die Produktion und die Exporte weiter rückläufig sind, erlebt die Elektromobilität einen bemerkenswerten Aufschwung. Vor allem batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) entwickeln sich zunehmend zum Wachstumsmotor der Branche. Das zeigen aktuelle Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA).
Produktion und Exporte unter Vorjahresniveau
Im Oktober 2026 wurden in Deutschland 326.300 Pkw produziert. Damit sank die Fertigung gegenüber dem Vorjahresmonat um sieben Prozent. Auch im bisherigen Jahresverlauf fällt die Bilanz verhalten aus: Mit 3,37 Millionen produzierten Fahrzeugen liegt die deutsche Automobilindustrie vier Prozent unter dem Vorjahreswert und weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Gegenüber 2019 beträgt der Rückstand noch immer rund 15 Prozent.
Ähnlich entwickelt sich das Exportgeschäft. Im Oktober wurden 246.500 Pkw ins Ausland geliefert, knapp zehn Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Seit Jahresbeginn summieren sich die Exporte auf 2,54 Millionen Fahrzeuge und liegen damit fünf Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
Schwaches Auslandsgeschäft belastet Auftragseingänge
Während die Inlandsnachfrage im Oktober auf dem Niveau des Vorjahres verharrte, gingen die Bestellungen aus dem Ausland deutlich zurück. Sie lagen um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt verzeichneten die deutschen Hersteller damit 14 Prozent weniger Auftragseingänge als im Oktober 2025.
Eine Ausnahme bildet jedoch die Elektromobilität. Die inländischen Bestellungen für rein batterieelektrische Fahrzeuge legten im Oktober um beeindruckende 68 Prozent zu. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus sogar 66 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach E-Fahrzeugen trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds kräftig wächst.
Elektromobilität erreicht neue Höchstwerte
Auch bei den Neuzulassungen zeigt sich die Dynamik der elektrischen Antriebe. Insgesamt wurden im Oktober 254.500 Pkw neu zugelassen, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Von Januar bis Oktober wurden 2,48 Millionen Fahrzeuge neu registriert, ein Plus von fünf Prozent. Dennoch bleibt der Gesamtmarkt noch immer rund 18 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
Besonders stark entwickelten sich die Zulassungen elektrifizierter Fahrzeuge. Die Neuzulassungen von BEV, Plug-in-Hybriden (PHEV) und Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) stiegen im Oktober um 47 Prozent auf 122.600 Einheiten. Damit erreichte ihr Anteil an allen Neuzulassungen 48,2 Prozent und somit den höchsten Wert seit der Reduzierung des Umweltbonus Ende 2022.
Die batterieelektrischen Fahrzeuge allein legten sogar um 79 Prozent auf 94.100 Einheiten zu. Plug-in-Hybride hingegen verzeichneten mit 28.500 Zulassungen ein Minus von acht Prozent und erstmals seit September 2024 wieder einen Rückgang.
Fast eine Million E-Pkw in zehn Monaten
Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Deutschland bereits 974.200 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 698.200 Fahrzeuge auf reine Batterieautos, deren Zulassungen um 61 Prozent zulegten. Plug-in-Hybride kamen auf 276.000 Einheiten und erzielten ein Plus von elf Prozent.
Elektromobilität wird zum Wachstumstreiber
Die aktuellen VDA-Zahlen zeigen deutlich, dass die deutsche Automobilindustrie weiterhin mit einer schwachen Produktion und rückläufigen Exporten kämpft. Gleichzeitig gewinnt die Elektromobilität zunehmend an Bedeutung und entwickelt sich zum zentralen Wachstumstreiber des Marktes. Der starke Anstieg bei Aufträgen und Zulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge deutet darauf hin, dass sich die Transformation der Branche weiter beschleunigt. Ob dies ausreicht, um die Verluste in Produktion und Export nachhaltig auszugleichen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
VDA in Kürze
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist die wichtigste Interessenvertretung der deutschen Automobilbranche. Er repräsentiert mehr als 650 Unternehmen, darunter Automobilhersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi und Porsche sowie zahlreiche Zulieferer und Anbieter von Mobilitäts- und Technologielösungen. Zu seinen zentralen Aufgaben zählen die Förderung von Innovationen, Elektromobilität, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und internationalem Handel. Zudem veröffentlicht der Verband regelmäßig Marktanalysen, Produktions- und Zulassungszahlen und organisiert die internationale Mobilitätsmesse IAA Mobility.
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