MOBILE – „Wir ändern gerade die Regeln…“

Bryan Boatner, Direktor ID Product Marketing bei Cognex, im Gespräch mit BLOGISTIC.NET über Industrie 4.0, Smartphones, zu Mobile Data, zur mobilen Datenerfassung, zu praxistauglichen Lösungen und Sicherheit im Unternehmen.

B. Boatner
B. Boatner: „Die möglichst nahtlose Einbindung unserer Systeme auf Werksebene hat für Cognex von jeher eine große Rolle gespielt. Das kommt uns mit Industrie 4.0 jetzt zugute.“ | Foto: Cognex

BLOGISTIC.NET: Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge ist das Mega-Thema in der Industrie. Wie steht Cognex selbst dazu?
Boatner: Die möglichst nahtlose Einbindung unserer Systeme auf Werksebene hat für Cognex von jeher eine große Rolle gespielt. Das kommt uns mit Industrie 4.0 jetzt zugute. Ein weiteres Thema ist die Generierung von Daten auf der nächsthöheren Ebene. Z. B. können dort, wo mit bildbasierten, stationären Scannern Barcodes gelesen werden, per Real Time Monitoring (RTM) Lesefehler quantifiziert und klassifiziert werden. Diese Informationen fließen wieder in den Prozess zurück, um ihn automatisiert zu verbessern. Als dritten Punkt möchte ich die browserbasierte HMI mit unterschiedlichen Zugriffsrechten nennen, sie spielt für die Überwachung und Steuerung unserer Systeme eine immer größere Rolle.

BLOGISTIC.NET: Wie ordnen Sie neue Technologien von Cognex in diesen Mega-Trend ein?
Boatner: Der MX-1000 passt aus unserer Sicht perfekt auf die Anforderungen, die mit Industrie 4.0 an Unternehmen gestellt werden, da Daten erfasst, analysiert und webbasiert kommuniziert werden und zwar in Lagern oder Verteilzentren und im Feld. Wir stellen dabei keine eigenen Apps zur Verfügung, bieten aber dafür ein Gerät, mit dem App-Entwickler ihre Lösungen in die Industrie und ins Lager bringen können und von unserer Kernkompetenz – dem Lesen anspruchsvoller Barcodes – profitieren.

BLOGISTIC.NET: Ein heißes Thema ist im Zusammenhang mit Industrie 4.0 das Thema „Datensicherheit“ und „Industriespionage“. Gerade die Wireless-Technologien und Smartphones öffnen Möglichkeiten für Hacker, auf sensible Daten unerlaubt zuzugreifen. Wie geht Cognex damit um?
Boatner: Die MX-1000 Serie nutzt die vorhandenen Sicherheits-Apps und Betriebssysteme der Smartphones. Der MX-1000 ist daher immer genau so sicher wie die neueste Smartphone-Generation.

BLOGISTIC.NET: Wenn Sie mit Ihren Kunden über Datensicherheit sprechen, was ist Ihr Rat für Ihre Kunden?
Boatner: Durch die Kombination von sicheren Betriebssystemen wie beispielsweise Samsung Knox und allgemein verfügbaren MDM-Softwarepaketen können wir unseren Kunden eine bestmögliche, sichere Softwarelösung bieten.

Unser modulares Design ermöglicht die einfache Migration
B. Boatner: „Unser modulares Design ermöglicht die einfache Migration von einem Smartphone zum nächsten.“ | Foto: Cognex

BLOGISTIC.NET: Kommen wir zu den Cognex-Lösungen, die den Ruf haben, sehr robust zu sein. Doch Robustheit ist das Eine. Beim Scannen etwa von Barcodes kommt es vor allem auch auf die Geschwindigkeit und die Entfernung an, in der gescannt werden kann. Jetzt gelten Smartphones, die ja in der MX-1000 Serie zum Einsatz kommen, trotz weiter entwickelter Technologie nicht gerade als schnell beim Scan und beim Verarbeiten der Daten. Zudem müssen Codes, wie etwa im Lager, mitunter von mehreren Metern Entfernung eingelesen werden können. Wie löst Cognex diese Probleme? Verarbeitet der MX-1000 beispielsweise die gescannten Daten vorab und spielt sie dann ins Smartphone ein?
Boatner: Das Scannen und Verarbeiten übernimmt nicht die Smartphone-Kamera sondern erfolgt mit einem viel leistungsfähigeren Scan-Engine von Cognex. Die dekodierten Daten werden dann per USB an die Smartphone-App gesendet. Dies sowie die industrietaugliche Hülle, macht das Ganze absolut robust und geeignet für den Einsatz in Lagern oder im Feld.

BLOGISTIC.NET: Wie groß sind die zeitliche Differenz und die Entfernungsdifferenz zwischen herkömmlichen Scannern und Ihrer MX-1000 Lösung bei der Verarbeitung der gescannten Daten?
Boatner: Die Scans sind erstaunlich schnell, die Response-Zeiten liegen in der Größenordnung von Millisekunden. Dies ist besonders wichtig in großen Lagerhäusern und Distributionszentren, wo die Anzahl der Sendungen pro Tag enorm ist und jede Sekunde zählt.

BLOGISTIC.NET: Sie sprachen von Apps für Smartphones. Müssen diese auf dem jeweiligen Smartphone installiert sein? Wie läuft das konkret zwischen Cognex und den Kunden ab? Wer sind die Kunden? Integratoren oder Direktkunden, die Cognex betreut?
Boatner: Unsere Technologie ermöglicht es Softwareentwicklern, eigene Apps-Lösungen zu entwickeln, die dann die Daten unserer Scanner mit dem Cognex Mobile SDK – unserem Software Development Kit – für Android- und Apple-Geräte verarbeiten können. Und genau das schätzen unsere Kunden, sowohl die Integratoren als auch die Endanwender. Was den MX-1000 angeht, sind es jedoch meist Endanwender, die auf uns zukommen. Es gibt derzeit einen großen Bedarf an robusten und zukunftssicheren, mobilen Barcode-Scannern.

BLOGISTIC.NET: Cognex ging bei der Einführung der neuen MX-1000 Serie deutlich auf Windows CE und Windows 6.X ein. Konkret welche Eigenschaften hebt Ihre Lösung von konventionellen Scannern ab, vor allem im Hinblick auf die Gesamtbetriebskosten?
Boatner: Die Lebensdauer des MX-1000 beträgt im Durchschnitt rund fünf bis sieben Jahre. Unser modulares Design ermöglicht die einfache Migration von einem Smartphone zum nächsten, etwa wenn der Vorgänger technisch veraltet oder kaputt ist. Diese längere Lebensdauer in Verbindung mit den niedrigen Kosten von ein oder zwei Generationen alten Smartphones macht die Plattform sehr kostengünstig. Zudem können für sie langfristige Lösungen entwickelt werden, die immer die neuesten Betriebssysteme und Technologien für Wireless- und Funkanbindung nutzen können.

BLOGISTIC.NET: Vielen Dank für das Interview!

www.cognex.com

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