SMARTER TRANSPORT – Mit Telematik zur Transparenz entlang der Supply Chain

Smarter Transport – Die digitale Vernetzung der beförderten Ladung wird zu einem echten Gamechanger. (Foto: Jetti Kuhlemann /www.pixelio.de)
Smarter Transport – Die digitale Vernetzung der beförderten Ladung wird zu einem echten Gamechanger. (Foto: Jetti Kuhlemann /www.pixelio.de)

Smarter Transport – Digitale Packlisten, smarte Paletten und Sensoren an den Ladungsgütern ermöglichen heute eine lückenlose Echtzeitverfolgung. Gleichzeitig verschaffen sie dem Anwender einen Überblick zu jeder Zeit. Wie das geht, das erläutert Monika Tonne, Vorständin des Telematik-Spezialisten Couplink Group, in diesem Fachbeitrag.

Der Effizienzdruck in der Logistik- und Entsorgungsbranche ist enorm und betrifft die Big Player genauso wie kleinere Transportunternehmen. Die digitale Vernetzung der beförderten Ladung wird hier zu einem echten Gamechanger. Mit der Einführung smarter Lösungen können Unternehmen, gerade wenn es um hochsensible Güter geht, viele Abläufe optimieren und den Verwaltungsapparat deutlich verschlanken. So sind die Investitionskosten der Digitalisierung schnell wieder ausgeglichen.

Weg mit lästigen Papierlisten

Bei vielen Logistikern und Entsorgern startet der Arbeitstag noch immer mit dem Durcharbeiten analoger Packlisten. Das ist zeit- und damit auch kostenaufwendig. Außerdem kommt es häufig zu Fehlern, die wiederum Zusatzkosten verursachen können. Dabei geht es viel einfacher: Statt als Ausdruck erhält der Fahrer seine Packliste digital per Standardschnittstelle aus der Distributionssoftware direkt aufs Smartphone oder den Industrie-Scanner. Dann kann er beim Beladen seines Fahrzeugs bequem jedes Packstück per Barcode oder 2D-Code erfassen und automatisiert abhaken. Fehlt ein Artikel oder wird falsch eingescannt, erscheint sofort eine Meldung auf dem Gerät. So gehen nur korrekt beladene Fahrzeuge auf Tour!

Gleiches Prozedere bei der Auslieferung: Wird ein Ziel erreicht, zeigt das System dem Fahrer die zu liefernden Packstücke übersichtlich an. Diese werden beim Ausladen schnell und bequem gescannt – Lieferant und Empfänger erhalten einen zuverlässigen Auslieferungsnachweis und Fehllieferungen sind praktisch ausgeschlossen.

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Smarter Transport – Jederzeit alles im Blick

Da bei jedem Um- ober Abladen eine Scannung erfolgt, behalten alle Beteiligten den Echtzeit-Überblick. Das macht sich zum Beispiel ein führender Spezialist für Dokumenten- und Informationslogistik und -entsorgung zunutze. Er hat alle seine Behälter, die Datenträger mit sensiblen Informationen enthalten, mit unternehmenseigenen Codes versehen. Diese scannen seine Mitarbeiter von der Abholung bis zur Vernichtung der Daten bei jedem Prozessschritt. Gleichzeitig erfolgt eine vollständige Dokumentation. Auf diese Weise kann das Unternehmen seine Leistungen zu jeder Zeit nachverfolgen und seinen Kunden gegenüber nachweisen.

Ein weiterer Weg zur Transparenz: Durch die Nutzung intelligenter Paletten (iPAL) entfällt das Labeln der eigenen Behälter oder Produkte, denn sie sind bereits mit einer weltweit eindeutigen Nummer als 2D-Code versehen. So können auch sie jederzeit per Scan erfasst und ihr Standort lückenlos nachverfolgt werden. Zusätzlich weisen sie ihr Alter, Ladegewicht und ihren Abnutzungszustand aus – ein wesentlicher Vorteil bei der Ressourcenplanung.

Echtzeitverfolgung mit RFID-Codes. Eine komplett automatische Echtzeitverfolgung bringt der Einsatz von RFID-Codes. Diese ermöglichen das kontaktlose Erfassen jedes Gegenstands, der mit dem Code versehen ist. Es ist nicht einmal eine Sichtbeziehung nötig. Verfügen dann alle Stationen der Logistikkette über so genannte Gates mit fest installierten RFID-Readern, wird jedes Ladungsstück selbsttätig erfasst. Das spart noch mehr Zeit und schließt Bedienfehler aus. In der Praxis ist diese Technologie jedoch noch selten anzutreffen, weil sie aufwendigere Installationen erfordert und höhere Investitionskosten hat.

Smarter Transport – Ladung und Fahrzeuge melden sich selbständig

Ein aktueller Trend ist das Anbringen von Sensoren an den Ladungsgütern, mit denen beispielsweise die Temperatur überwacht werden kann. So sind etwa Lebensmittel- oder Pharma-Logistiker in der Lage, jederzeit die Einhaltung der Kühlkette während der Fahrt nachzuweisen. Außerdem meldet sich das System sofort, wenn die Temperatur die vorgegebenen Grenzwerte über- oder unterschreitet. Das ermöglicht ein schnelles Eingreifen und kann im Fall der Fälle eine Beschädigung der Ladung verhindern. Sensoren können auch Erschütterungen erfassen; sind sie so stark, dass die Ware vielleicht beschädigt ist, kann der Empfänger schon vor Ankunft der Ware reagieren. Etwa Produktionsabläufe entsprechend anpassen oder frühzeitig Ersatzteile ordern.

Telematik-Systeme bringen Transparenz. Moderne Systeme erlauben zudem die Transparenz bezüglich der Transportfahrzeuge. Kommt es etwa zu zeitlichen Verschiebungen, wird die erwartete Ankunftszeit (ETA) automatisch angepasst und der neue Lieferzeitpunkt an den Empfänger weitergeben. Ein Service, von dem auch die Kunden des Pharmalogistikers Noweda profitieren. Für seine 20 Standorte hat der Großlieferant für Apotheken ein Telematik-System implementiert. So kann er seine Kunden ohne Kontaktaufnahme zum Fahrer stets über den Lieferstatus informieren und Fragen beantworten. Diese Verbesserung des Kundenservices sowie die gesenkte Fehlerquote durch digitale Ladungslisten haben bei Noweda dazu geführt, dass der Return on Investment bereits wenige Monate nach Einführung des Systems erreicht wurde.

Couplink Group in Kürze

M. Tonne, Vorständin Couplink Group. (Foto: Nicole Zimmermann / RS MEDIA WORLD Archiv)
M. Tonne, Vorständin Couplink Group. (Foto: Nicole Zimmermann / RS MEDIA WORLD Archiv)

Digitales Flottenmanagement und mobile Servicesteuerung einfach und individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Anwenders angepasst – das wollen die hardwareunabhängigen Telematik-Systeme des Softwareanbieters Couplink aus Aldenhoven ermöglichen. Alle Lösungen gewährleisten eigenen Angaben zufolge „eine effiziente und transparente Echtzeit-Kommunikation zwischen der Disposition und den mobilen Einheiten“.

Gründung und Referenzen. Couplink wurde 2000 von den Vorständen Monika und Jens Uwe Tonne gegründet. Zum Kundenkreis zählen mittlerweile große Speditionen wie etwa die Spedition Rüdinger oder Unternehmen wie der Speziallogistiker Igefa und der Entsorger Veolia Deutschland etc. Ein Netzwerk aus 40 Partnern und 15 Couplink-Competence-Centern in Deutschland, Österreich und der Schweiz sichert dabei die Betreuung der über 800 Kunden in der DACH-Region.

Engagement. Sein Know-how in der mobilen Telematik teilt die Couplink Group unter anderem als Mitgründer des Branchenverbands OpenTelematics e. V. und bei seinen regelmäßigen Telematik-Fachtagungen. Diese etablierte der Softwareanbieter am Forschungsinstitut FIR e. V. der RWTH Aachen, um sich mit Vertretern namhafter Logistik- und Entsorgungsunternehmen über Zukunftstechnologien und deren Umsetzung in der Praxis auszutauschen.

couplink.de

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