PRODUKTIONSSTOPP – Niederländischer Automobilbauer macht Vollbremsung

Produktionsstopp – Die Halbleiter-Krise macht dem Automotive-Sektor weltweit schwer zu schaffen. (Foto: CNH Industrial / RS MEDIA WORLD Archiv)
Produktionsstopp – Die Halbleiter-Krise macht dem Automotive-Sektor weltweit schwer zu schaffen. (Foto: CNH Industrial / RS MEDIA WORLD Archiv)

Produktionsstopp – Der niederländisch-britische Industriekonzern CNH Industrial fährt in gleich mehreren europäischen Betrieben seine Produktion auf Null herunter. Das Unternehmen produziert unter anderem Nutzfahrzeuge für IVECO aber auch Landmaschinen für Steyr. Damit wolle man auf die Lieferketten-Probleme insbesondere bei Halbleitern und Elektronikteilen reagieren, heißt es in einer Pressemeldung. 

Der britisch-niederländische Industriekonzern, CNH Industrial, gab gestern in einer Pressemeldung bekannt, dass gleich mehrere seiner europäischen Produktionsstätten für Landwirtschaft, Nutzfahrzeuge und Antriebsstränge vorübergehend geschlossen werden. Als Grund wurden “anhaltende Störungen bei der Beschaffung und Engpässe bei Kernkomponenten, insbesondere Halbleitern” genannt. Die Schließung solle zunächst einmal auf acht Arbeitstage befristet sein. Betroffen sind dabei vor allem IVECO-Nutzfahrzeuge, aber auch Landmaschinen wie die der österreichischen Marke Steyr. 

Automotive-Sektor massiv betroffen   

Damit ist CNH Industries, neben dem Volkswagen-Konzern, Mercedes-Benz und anderen das nächste Unternehmen aus dem Automotive-Sektor, das auf die weltweiten Lieferketten-Probleme bei Halbleitern und Elektronikkomponenten mit Produktionsstopps bzw. Der Drosselung der Produktion reagiert. Damit wird die Microchip-Krise zum veritablen Problem des größten Industriesektors in Europa und könnte für eine Vollbremsung des Post-Corona-Wirtschaftsaufschwungs sorgen. Auch die Automobil-Logistik ist davon massiv betroffen (wir berichteten). 

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Globale Lieferkettenprobleme vielschichtig 

Die Lieferprobleme bei Halbleitern und Elektronikteilen haben dabei vielschichtig Gründe. So mussten in der jüngsten Vergangenheit einerseits Produktionen in diesem Sektor wegen wiederaufflammender Coronazahlen insbesondere in China gedrosselt werden. Hinzu kommen Produktionsstopps in China wegen Energiemangels. Gleichzeitig führten Wetterkapriolen zur Wasserknappheit etwa in Taiwan zur Drosselung der Chip- und Elektronikteileproduktion. Gerade für die Herstellung und Verarbeitung von Halbleitern wird viel Kühlwasser benötigt.  

Containerkreislauf unterbrochen. Ein weiteres globales Lieferketten-Problem sind Unterbrechungen im Container-Kreislauf. Diese sind einerseits durch Sperrungen diverser chinesischer Häfen wegen neuer Corona-Fälle entstanden (wir berichteten). Gleichzeitig bekommen anderen Orts, wie etwa den USA, die Häfen gelagerte Waren nicht ins Hinterland. Ein Grund ist der akute Fahrermangel bei Spediteuren und Frächtern. Die Folgen sind enorme Staus von Frachtschiffen auf dem offenen Meer. Derzeit liegen hunderte Container-Frachtschiffe vor den Häfen der Welt vor Anker und können ihre Ware nicht löschen.  

Hamsterkäufe bei Chips. Und last but not least verursachten Chips- und Halbleiter-Hamsterkäufe von Unternehmen einen Mangel auf den Weltmärkten, welche nicht ausgeglichen werden können. Vor diesem Hintergrund ist es fraglich, ob sich die begonnene Wirtschaftserholung nach der Coronakrise weiter fortsetzt. Zudem dürfte sich die digitale Transformation, in der sich die industrialisierte Welt derzeit befindet, massiv einbremsen.      

CNH Industrial in Kürze        

Das Unternehmen ist ein niederländisch-britischer börsennotierter Industriekonzern. Das Kerngeschäft umfasst die Produktion und Vertrieb von Investitionsgütern, wie Nutzfahrzeugen. Das Unternehmen ist durch die Fusion von CNH Global und Fiat Industrial parallel zu Fiat Chrysler Automobiles entstanden und umfasst zwölf Marken. Hierzu zählen etwa IVECO Nutzfahrzeuge und Busse, Steyr Landmaschinen, Magirus für Feuerwehrfahrzeuge aber auch FPT Industrial für Motoren und Getriebe.  

cnhindustrial.com 

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