PICK-BY-VOICE – Potenziale voll und ganz ausschöpfen

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Augmented Reality-Lösungen wie Smart Glasses werden in Zukunft ein wichtiger Bestandteil in der vernetzten Supply Chain. (Foto: RS Media World Archiv / Topsystem)

Die ganzheitliche Vernetzung und Automatisierung aller logistischen Prozesse ist derzeit einer der meistdiskutierten Logistik-Lösungsansätze: Just-in-time-Lieferungen, Same-Day-Delivery und Losgröße 1 sind nur einige Aspekte, die dabei derzeit den Markt beherrschen. Doch wie sieht die Lösung der Zukunft aus? Wie können Pick-by-Voice – Systeme helfen, die Optimierungspotenziale in der Logistik voll auszuschöpfen? (Ein Fachbeitrag von Tim Just*)

Pick-by-Voice ist weit mehr als nur ein Kommissioniersystem“, davon ist Tim Just überzeugt. Er ist Prokurist bei topsystem, dem Würselener (D) Anbieter von sprachgestützten Logistiksystemen. Die Technologie ist für ihn ein wichtiger Baustein innerhalb der vernetzten Logistikwelt. Und in der Tat investieren viele Unternehmen branchenübergreifend bereits heute massiv in den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer innerbetrieblichen Logistikprozesse. Und das zu Recht: Bis zu 50 Prozent der Investitionen entfallen allein auf diesen Bereich – davon wiederum die Hälfte der Betriebskosten auf die Kommissionierung. Alles Gründe, warum die Logistik auch weiterhin ein wichtiger Pfeiler in der digitalen Prozesskette ist, in den es sich zu investieren lohnt.

Kostengünstige Lösung. Als kostengünstige und flexible Lösung ist Pick-by-Voice bereits am Markt etabliert. „Viele Unternehmen unterschätzen das Potenzial der Voice-Technologie. Sie wissen nicht, dass Voice weit mehr Aufgaben im Lager und darüber hinaus übernehmen kann als nur die Steuerung der Kommissionierung“, erklärt Tim Just. „Denn im Laufe der Jahre und mit den steigenden Anforderungen an die Prozessqualität und die Effizienz in der Logistikkette hat sich Voice zu einem wichtigen Eckpfeiler der Prozessdigitalisierung weiterentwickelt.“

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Smart Watch will für Prozesssicherheit sorgen. (Foto: RS Media World archiv / Topsystem)

Pick-by-Voice in der manuellen Kommissionierung

Die Erfolgsgeschichte der Technologie begann Ende der 1990er Jahre. Pick-by-Voice erfreute sich als eines der manuellen Kommissioniersysteme schnell großer Beliebtheit. Mit einer durchschnittlichen Fehlerrate von nur 0,08 Prozent schlägt es andere Lösungen wie die klassische Kommissionierliste (0,36 Prozent), MDE-Geräte (0,46 Prozent) oder Pick by Light (0,4 Prozent) deutlich. Die spürbar gesteigerte Pickqualität verschafft der Voice-Technologie eine besonders hohe Akzeptanz bei den Lagerleitern, vor allem durch die maximale Flexibilität und die einfache Integration der Lösung in die bestehende IT-Infrastruktur. Durch die direkte Anbindung der Voice-Applikation an das übergeordnete Warehouse-Management- oder ERP-System ergeben sich entscheidende Vorteile. Zum einen können alle nachgelagerten Prozesse wie Nachschubsteuerung oder Bestellungen zeitnah angestoßen werden. Zum anderen sorgt die direkte Kommunikation mit dem übergeordneten System für Prozessoptimierungen, die mittels Pick by Voice umgesetzt werden können. Dazu gehört beispielsweise die Wegeoptimierung. Vor allem bei heterogenen und stark wechselnden Artikelspektren macht sich der Einsatz von Voice zudem bezahlt. Auftragsschwankungen zu Spitzenzeiten oder bei Saisonware können mit ausgereiften Voice-Technologien einfach bewältigt werden, da sie sprecherunabhängig einsetzbar sind. Auch temporäre Mitarbeiter sind so in der Lage, innerhalb kürzester Zeit produktiv mit dem System zu arbeiten.

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Kommissionierweste und Smart Watch ein abgestimmtes Duo während der Kommissionierung. (Foto: RS Media World Archiv / Topsystem)

Mitarbeiterzufriedenheit und Pick-by-Voice

Hände frei, Augen frei: Für Kommissionierer ergibt sich mit dem Einsatz von Pick-by-Voice zusätzlich ein entscheidender Ergonomievorteil. Der Blick ist stets auf die Ware gerichtet. Zeitgleich mit der Entnahme der Artikel erfasst der Kommissionierer diese im System. Das sorgt für einen enormen Zeitgewinn und steigert die Produktivität um bis zu 55 Prozent. Neue Mitarbeiter lassen sich durch die Sprecherunabhängigkeit einer modernen Technologie besonders schnell einarbeiten. „Kommissionierer akzeptieren die menschliche Stimme, die sie im Arbeitsalltag begleitet, als ihre persönliche Assistentin. Sprache ist die natürlichste Art und Weise zu kommunizieren. Es gibt in der Logistik kein unkomplizierteres System. Deshalb sorgt Voice für eine angenehme Arbeitsatmosphäre“, sagt Just. Durch den zusätzlichen Einsatz von modernen Smart Watches lässt sich die Prozesssicherheit der Voice-Lösung noch weiter erhöhen. Die Anzeige von Produktbildern auf dem Display der Uhren unterstützt die Voice-Ansage. Moderne Sprachsoftware ist sogar auf Android-Geräten verfügbar und kann somit theoretisch auf jedes industrietaugliche Smartphone gespielt werden.

Ergonomie im Lager

Außer mit den technischen Vorteilen überzeugt die Voice-Technologie die Lagermitarbeiter mit einer besonders hohen Ergonomie. Pick-by-Voice -Lösungen sind intuitiv und einfach zu bedienen. Aktuelle Technologien stehen in praktisch allen Sprachen der Welt zur Verfügung. Selbst mit Dialekten geht eine moderne Voice-Software heute wie selbstverständlich um. Nur so bestehen sprachgeführte Lösungen auch auf international vernetzten Märkten. Die nötige Technik tragen die Kommissionierer direkt am Körper. Neben der Lösung mit einer Voice-Hardware, die an ein Headset angeschlossen ist, sind mittlerweile auch Kommissionierwesten auf dem Markt. Mikrofone und Hardware sind darin ergonomisch integriert. Störende Kabel wie bei einem Headset gibt es nicht. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter noch stärker unterstützt.

Viele Unternehmen unterschätzen das Potenzial der Voice-Technologie. Sie wissen nicht, dass Voice weit mehr Aufgaben im Lager und darüber hinaus übernehmen kann als nur die Steuerung der Kommissionierung. (Tim Just, Prokurist bei Topsystem)

Pick-by-Voice als Standard. Von den Vorteilen der Voice-Technologie sind Unternehmen branchenübergreifend überzeugt. Im Handel, wo kurze Reaktionszeiten gefordert sind, ist Pick by Voice die Standardlösung in der Kommissionierung. In der Automobilindustrie unterstützen die sprachgeführten Systeme beispielsweise effizient die Just-in-time-Sequenzierung oder die Andienung von Artikeln an die oft variantenreichen Produktionen. Das falsche Bauteil an der Produktionsstrecke kostet in der straff getakteten Automobilbranche enorm viel Zeit und Geld. Dieser Anwendungsfall zeigt, dass Pick by Voice nicht nur durch Schnelligkeit, sondern ebenso durch eine deutliche Steigerung der Prozessqualität punkten kann. Auch in der Getränkelogistik setzen viele Unternehmen auf die sprachgesteuerte Kommissionierung. Denn bei sperrigen Gütern wie Getränkekisten oder Paletten ist der Vorteil der Hands-free-Technologie offensichtlich. Aus der Food-Branche ist Voice seit längerem nicht mehr wegzudenken. Hier ist die Geschwindigkeit der Kommissionierung entscheidend. Je schneller die Ware das Lager verlässt, desto frischer kommt sie beim Verbraucher an. In der Lebensmittelbranche überzeugt Pick by Voice in besonderem Maße: Müssen Mitarbeiter aufgrund extremer Temperaturen im Tiefkühlbereich beispielsweise wärmere Kleidung und sogar Handschuhe tragen, sind MDE-Geräte nur schwer zu bedienen. Die sprachgesteuerte Kommissionierung funktioniert hingegen auch unter schwierigen Bedingungen.

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Kommissionierweste und Smart Watch ein abgestimmtes Duo während der Kommissionierung. (Foto: RS Media World Archiv / Topsystem)

Pick-by-Voice in der Supply Chain

Die stetige Weiterentwicklung der Sprachtechnologie hat dazu geführt, dass Voice-Systeme längst nicht mehr nur in der Kommissionierung zum Einsatz kommen. Pick by Voice verknüpft alle Prozesse innerhalb des Lagers. Ist beispielsweise Nachschub notwendig oder steht eine Inventur an, ist die Technologie eine der zuverlässigsten Lösungen am Markt, denn sie erfüllt zeitnah alle vorgegebenen Arbeitsschritte. Das gilt für alle Prozesse, bei denen innerhalb des Lagers eine Bewegung der Waren stattfindet: Vom Wareneingang über die Einlagerung und Umlagerung bis hin zur Auslagerung mit anschließendem Warenausgang – Grenzen gibt es keine.

Grenzenlos verknüpft. Angesichts der immer kürzeren Reaktionszeiten und immer höheren Prozessanforderungen in der Logistik und der Vernetzung der gesamten Supply Chain denken Logistikverantwortliche schon längst über weitere Einsatzbereiche für Voice-Technologien nach. „Voice hat über die vier Wände des Lagers hinaus ein enormes Potenzial“, sagt Tim Just. Das System kann heute Ausgangspunkt für die vernetzte Supply Chain sein, da sich darüber praktisch alle Prozesse der Wertschöpfungskette miteinander verknüpfen lassen.

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Tim Just ist Prokurist bei topsystem (Foto: RS Media World Archiv / Topsystem)

Schnittstelle zur digitalisierten Logistik

Das Szenario hinter all diesen Überlegungen ist immer gleich: Die Voice-Technologie ist die Schnittstelle zur digitalisierten Logistik. Über sie steuert der Nutzer alle Elemente der Supply Chain. So entsteht nach und nach eine „smarte“ Logistikwelt. Nutzer können alle Daten über die Voice-Schnittstelle abfragen. KPI’s und Statistiken beispielsweise stehen zeitnah zur Verfügung. Optimierungspotenziale werden so sofort ersichtlich und können effizient umgesetzt werden. „Pick by Voice ist eine nachhaltige Technologie, die die Prozessoptimierung und -digitalisierung aktiv unterstützt“, erklärt Tim Just. Er ist sich sicher: „Die Steuerung der vernetzten Welt der Logistik mit Voice wird einer der Kommunikationskanäle der Zukunft sein.” Die Erfolgsgeschichte der sprachgesteuerten Logistiklösungen ist also noch lange nicht zu Ende.

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