USA-CHINA – Phase-I-Handelsabkommen schmälert deutsche Exporte

China: Deutscher Export-Wirtschaft verliert Terrain gegenüber den USA (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)
China: Deutsche Export-Wirtschaft verliert Terrain gegenüber den USA (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)

Das Phase-I-Handelsabkommen zwischen der USA und der VR China schmälert die deutschen Exporte in den größten asiatischen Markt um rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Das rechnet das Institut für Weltwirtschaft in Kiel in einer Untersuchung vor. Besonders betroffen sind dabei die Automotive-Branche und Investitionsgüterindustrie. 

Wie der österreichische Nachrichtendienst “Pressetext Austria” berichtet, macht nicht nur das Coronavirus deutschen Exporteuren zu schaffen, sondern auch das erst seit Kurzem in Kraft getretene Phase-I-Handelsabkommen zwischen den USA und China. Dadurch bedingte Handelsumlenkungen schmälern die Güterexporte nach China im kommenden Jahr um fast 4,5 Milliarden US-Dollar, rechnet das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) vor. Insbesondere die Bereiche Fahrzeuge, Flugzeuge und Industriemaschinen sind demnach betroffen. 

Timocom

Phase-I-Handelsabkommen: Nachteile für die Chinesen  

“Das Handelsabkommen zwischen den USA und China bringt zum einen Nachteile für die Chinesen, die sich einseitig zum Import von US-Gütern im Wert von rund 200 Milliarden Dollar verpflichten und dadurch auf Produkte aus anderen Ländern verzichten, die sie bislang bevorzugten. Zum anderen bringt es Nachteile für die übrigen Handelspartner Chinas. Deren Produkte werden nun durch US-Produkte verdrängt und verlieren in erheblichem Maße Marktanteile in China”, sagt IfW-Kiel-Präsident Gabriel Felbermayr. 

Die Pflichten Chinas. China verpflichtet sich zum Import von US-Produkten aus den Branchen Agrar, Energie und Verarbeitendes Gewerbe. Laut Felbermayr und IfW-Kiel-Handelsexpertin Sonali Chowdhry verlieren vor allem auch deutsche Exporteure. Beim Verarbeitenden Gewerbe ist Deutschland international am stärksten negativ betroffen und dürfte 2020 Güter im Wert von 4,3 Milliarden Dollar weniger nach China exportieren, verglichen mit einem Szenario ohne Handelskrieg und ohne Phase-I-Deal. Dies trifft vor allem die Bereiche Fahrzeuge (minus 1,3 Milliarden. Dollar), Flugzeuge (minus 1,6 Milliarden Dollar) und Industriemaschinen (minus 0,7 Milliarden Dollar). 

Coronavirus wirkt  

“Sollte das Wirtschaftswachstum Chinas geringer ausfallen, als in den Simulationen des Instituts angenommen, zum Beispiel aufgrund der Coronavirus-Krise, würden die für Drittstaaten schädlichen Handelsumlenkungseffekte noch stärker ausfallen, denn das Abkommen verpflichtet China auf feste zusätzliche Importvolumen, die nicht von der heimischen Nachfrage abhängen”, heißt es in der globalen Markteinschätzung aus Kiel. 

Weitere Infos und die Studie finden Sie hier: ifw Kiel, Studie zur deutschen Exportwirtschaft.

www.ifw-kiel.de  

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