LAGERMANAGEMENT – Zum Weltmarktführer in Holz

Der Kärntner Naturholzplattenhersteller Tilly hat seine jährliche Produktionsmenge sukzessive auf 5,5 Millionen Quadratmeter gesteigert und ist damit zwischenzeitlich zum Weltmarktführer in seinem Segment aufgestiegen. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem eine Reorganisation im Lagermanagement.

Metasyst Tilly Lager
Neues Lagermanagement bei Tilly führt zu besseren Prozessen in der gesamten Produktion.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben braucht es Visionen. So auch beim Unternehmen Tilly, das mit seinem Werk im kleinen Städtchen Althofen mittlerweile zum Weltmarktführer von Naturholzplatten avanciert ist. Ing. Werner Hatteier, Technischer Geschäftsführer des Familienbetriebes: „Für Veränderungen ist es immer wichtig, diese zu visualisieren, das Bild der Zukunft zu gestalten, zu sozusagen. Erst dann können Ziele erreicht werden und sind auch für Mitarbeiter greifbar.“ Doch natürlich kein Lohn ohne Arbeit – nur durch strategische Maßnahmen und richtige Entscheidungen zur Modernisierung, besonders hinsichtlich der IT-Systeme, konnten Prozesse in hohem Maße verbessert werden. W. Hatteier hierzu: „Durch sukzessive Veränderungen hat sich die Verfügbarkeit unseres Produkts erheblich erhöht und unsere Auftragsdurchlaufzeit halbiert. Die Kunden nehmen es natürlich äußerst positiv an – wer möchte seine bestellte Ware nicht bereits zwei Wochen früher geliefert bekommen? Außerdem bedeutet das für unser Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, den Mitbewerber nicht bieten können – klarerweise wirkt sich das positiv auf unseren Betriebserfolg aus.“

Ing. Werner Hatteier, Technischer Geschäftsführer TillyFür Veränderungen ist es immer wichtig, diese zu visualisieren, das Bild der Zukunft zu gestalten. Erst dann können Ziele erreicht werden und sind auch für Mitarbeiter greifbar.Ing. Werner Hatteier, Technischer Geschäftsführer Tilly

Modernisierung auf mehreren Ebenen

Tilly hat zum einen einiges in die Modernisierung seiner Produktionsanlagen investiert, andererseits, ergänzend zum ERP-System, auf neue Planungs- und Lagermanagement-Tools gesetzt. Während die Kärntener beim Produktionsplanungssystem auf ein Produkt des Münchener SCM-Beraters Wassermann setzt, hat sich die Firma beim Lagermanagement und zur Optimierung der Flurförderzeuge für das Warehouse Management System (WMS/SLS) der Wiener Metasyst Informatik, Metalag, entschieden. „Durch die Einführung beider IT-Systeme sind wir nun in der Lage, durchgängig zu planen und alle operativen Prozesse transparent abzubilden. Damit können wir rasch und flexibel auf Kundenaufträge reagieren“, nennt W. Hatteier die Gründe dafür.

Metasyst Tilly Staplerleitsystem
In der Vergangenheit war es bei Tilly nicht möglich, auf dem Gelände von 170.000 Quadratmetern die Flurförderzeuge auf Zuruf zu steuern. Das übernimmt in Zukunft das Staplerleitsystem von Metasyst.

17 Prozent weniger Kapitalbindung

Durch die Neuerungen wurde ein durchgängiger Informationsfluss geschaffen und die Reaktionszeiten verkürzt. Neben der Erhöhung der Produktionsmenge und einer Reduzierung der Lieferzeit um die Hälfte (von vier bis sechs auf zwei bis drei Wochen), konnte auch der Servicegrad gesteigert werden. W. Hatteier freut sich: „Trotz deutlicher Verbesserung des Servicegrades, der Verfügbarkeit unserer Produkte und der Auslieferqualität, konnten wir gleichzeitig unseren Fertigwarenbestand abbauen. Wir haben weniger auf Lager, aber dafür das Richtige. Das hat zu einer Reduktion unseres Umlaufvermögens um 17 Prozent geführt. Die Lagerreichweite konnten wir auf 14-15 Tage zurückfahren. Das ist uns mit den neuen Systemen in einem Zeitrahmen von nur sechs Monaten gelungen.“

Ing. Werner Hatteier, Technischer Geschäftsführer TillyTrotz deutlicher Verbesserung des Servicegrades, der Verfügbarkeit unserer Produkte und der Auslieferqualität, konnten wir gleichzeitig unseren Fertigwarenbestand abbauen. Das hat zu einer Reduktion unseres Umlaufvermögens um 17 Prozent geführt.
Ing. Werner Hatteier, Technischer Geschäftsführer Tilly

Schrittweises Vorgehen

Das Go-Live der Systeme fand bereits im September 2015 statt. Aber anstatt die Umstellung durchzupeitschen, entschied sich das Unternehmen, die Lagerverwaltung etappenweise einzuführen. Gerade für Mitarbeiter bedeutet das eine Entlastung. Zwar werden diese in eigenen Workshops geschult, jedoch kann eine Umstellung auf mehreren Ebenen gleichzeitig schon überfordernd wirken. Daher erfolgt die Optimierung schrittweise. Metasyst kann hier als Lieferant für das Lagerverwaltungssystem punkten: Eine exakte Anpassung an Kundenbedürfnisse ist ein entscheidender Vorteil des ebenfalls familiengeführten Unternehmens. So wird jeder weitere Schritt genau abgesprochen und Bereich für Bereich immer mehr verfeinert. Die Ergebnisse geben W. Hatteier Recht. Zudem wurden Inventurdifferenzen dezimiert und die Grenzen des Wachstums sind nun nicht mehr an den Mitarbeitern festgemacht. W. Hatteier meint hierzu: „Durch die neue Lagerverwaltung verkürzen sich die Suchzeiten. Sollten wir Mitarbeiter aufstocken, entfallen hohe Schulungszeiten und damit verbundene Aufwände. Früher waren die Lagerplätze schließlich nur in den Köpfen der Mitarbeiter vorhanden.“ Zudem resultieren daraus positive Veränderungen im Schichtbetrieb. Der technische Geschäftsführer von Tilly erklärt die positiven Effekte so: „Es passiert nun nicht mehr, dass ein Staplerfahrer die Ware, die in der letzten Schicht abgestellt wurde, erst mühselig suchen muss. Die Bestände sind im Blick, es gibt ein enormes Vertrauen dazu. Nichts muss mehr nachproduziert werden, da es scheinbar abhandengekommen ist. Wenn das System sagt, es ist da, dann ist es auch so.“

Produktionssteigerung und Optimierung

Arbeitserleichterung: Es passiert nun nicht mehr, dass ein Staplerfahrer die Ware, die in der letzten Schicht abgestellt wurde, erst mühselig suchen muss.

27.000 Quadratmeter Naturholzplatten werden derzeit pro Tag produziert, eine Steigerung mit jedem Wirtschaftsjahr ist vorgesehen. 2017 sollen dann 30.000 Quadratmeter täglich die Produktionshallen verlassen. „Das ist mehr, als wenn man in Wien im gesamten Ernst Happel Stadion Holzboden verlegen würde“, zieht W. Hatteier einen plastischen Vergleich. Mitte 2017 wird dann auch die Ausbaustufe des Werks II in Betrieb gehen.

Überblick in Echtzeit. Speziell bei einem so großen Werksgelände ist es entscheidend, dass ein genauer Überblick in Echtzeit gegeben ist: Der Status der Aufträge sowie der Bestandssituation, alles ist nun über den Metalag-Leitstand einsehbar. Überdies war es in der Vergangenheit nicht möglich, auf einem Gelände von 170.000 Quadratmeter, Flurförderzeuge auf Zuruf zu steuern. Das übernimmt in Zukunft bei Tilly das Staplerleitsystem von Metasyst.

Auf eine geografische folgt dabei nun auch eine logische Zuordnung der Stapler, also zeit- und wegoptimiert. Dadurch ergibt sich eine bessere Auslastung und die gelieferten Daten machen beispielsweise sichtbar, ob ein etwaiger Staplerzukauf wirklich notwendig wird.

Disposition der Frächter. Derzeit arbeiten die Kärntener noch am Ende seiner Lieferkette an der Termintreue seiner Frächter. Die Disposition der Frächter wird durch den Leitstand wesentlich verbessert. Nachdem sie nun auch über sehr gute Kennzahlen aus dem operativen Lagergeschäft verfügen, können sie an weiteren Stellschrauben drehen. Tilly will von der Vorkommissionierung für die Verladung auf eine Direktverladung umstellen. Dazu muss das Hofmanagement weiter ausgebaut werden. Auch eine zusätzliche Optimierung der Staplertransporte ist ein Anliegen. Hatteier: „Mit METALAG und Wassermann sind wir jedenfalls für die Zukunft gerüstet.“

tilly.at
wassermann.de

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