Investitionen – Global agierende Unternehmen stecken weiter viel Geld in KI-Lösungen. Selbst eine Rezession könnte die meisten Führungskräfte hier nicht ausbremsen. Das ergab zumindest eine Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG. Zu hoch dürfte für die meisten der ökonomische und gesellschaftliche Nutzen dieser Technologien sein.
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Investitionen in Software mit künstlicher Intelligenz (KI) hat für rund drei Viertel der weltweit führenden Firmen nach wie vor hohe Priorität. Das bleibt auch so, selbst wenn es in den nächste zwölf Monaten zu einer Rezession kommen sollte. Das geht aus der jüngsten „Global AI Pulse”-Umfrage des Schweizer Beratungsunternehmens KPMG hervor hervor.
Investitionen – Drei Viertel sehen hohen Nutzen
Demnach schätzen 77 Prozent der Führungskräfte dieser Unternehmen an KI den „bedeutenden geschäftlichen Nutzen“, darunter Produktivitätssteigerungen, Kosteneinsparungen, Umsatzwachstum und verbesserte Entscheidungsfindung. 32 Prozent setzen bereits KI-Agenten ein und weiten deren Einsatz noch aus, weitere 27 Prozent koordinieren mehrere Agenten unternehmensweit. Allerdings sind drei von vier Führungskräften „etwas oder sehr besorgt“ wegen der Datensicherheit.
Umfrage in 20 Staaten
Die Umfrageergebnisse stützen sich auf Aussagen von Führungskräften aus 20 Staaten. Drei Viertel der Befragten vertraten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Mrd. US-Dollar. Sie planen, in den nächsten zwölf Monaten durchschnittlich 186 Millionen US-Dollar in KI zu investieren. Während die meisten Unternehmen (64 Prozent) angeben, dass KI bereits bedeutende Geschäftsergebnisse liefert, stehen sie vor wachsenden Herausforderungen. Das Spektrum reicht von der Messung und Quantifizierung des Nutzens über die Anpassung von Governance-Modellen in der erforderlichen Geschwindigkeit bis hin zum Management von Datenschutz- und Cyberrisiken. Eine besondere Herausforderung ist zudem die Bewältigung von Widerständen bei Mitarbeitern.
Investitionen – KI-Vorreiter profitieren am meisten
Der Mehrwert von KI wird nicht in allen Firmen gleichermaßen realisiert. Es besteht eine deutliche Kluft zwischen Unternehmen, die sich noch in der Experimentierphase befinden, und solchen, die bereits über Pilotprojekte hinausgekommen sind. Nur eine kleine Gruppe von „KI-Vorreitern“ verzeichnet bereits deutliche Erträge.
Think big is better
Diese Vorreiter schneiden durchweg besser ab als andere. So geben 82 Prozent der Befragten an, dass KI bereits einen bedeutenden geschäftlichen Mehrwert liefert. Dem stehen 62 Prozent ihrer Mitbewerber gegenüber. Dies ist nicht nur eine Lücke in der KI-Reife, sondern eine sich vergrößernde Leistungslücke zwischen Unternehmen, die KI als unternehmensweite Transformation betrachten, und solchen, die versuchen, KI in bestehende Modelle zu integrieren und dabei nur kleine Gewinne erzielen.
Investitionen in Personal
Der Wert von KI dabei wird nicht allein von der Technologie bestimmt, sondern von Menschen. Firmen, die KI parallel zu Investitionen in ihre Belegschaft ausbauen, berichten fast viermal häufiger von einem bedeutenden KI-getriebenen Geschäftsmehrwert. Dieser erstreckt sich von der Produktivität über Kosteneinsparungen und Wachstum bis hin zur Entscheidungsfindung. Daher ist das Management in führenden Unternehmen im KI-Bereich der Ansicht, dass die Einbindung der Mitarbeiter in die KI-Entwicklung mehr erfordert als herkömmliche Weiterbildungen. Deshalb richten sie ihre Investitionen in Talente neu aus. Sie stellen Mitarbeiter für KI-spezifische Jobs ein, nutzen „Acqui-Hires“ (Übernahmen von Unternehmen, um deren qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen) und führen Programme zum Training von KI-Agenten ein.