Datencrash – Die vergangenen Hitzewellen sorgten in vielen Unternehmen für den Ausfall ihrer Computersysteme und deren Elektronik. Bei CBL Datenrettung führte das zu einem spürbaren Auftragseingang. Die Experten empfehlen Anwendern daher, Hitze künftig als Risikofaktor ernst zu nehmen.
(Artikelbild: Rainer Sturm / www.pixelio.de)
Die Hitze machte nicht nur Menschen, Tieren und der Natur zu schaffen. Auch Computersysteme und Elektronik kamen in diesem Sommer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Unternehmen wie die CBL Datenrettung in Kaiserslautern spürten das unmittelbar in ihren Auftragseingängen. Nie zuvor hatten Datenverlustfälle durch Überhitzung einen so hohen Anteil am Auftragsvolumen der Datenretter. Am häufigsten betroffen waren Notebooks mit passiver Kühlung, überhitzte RAID-Systeme und ältere Festplatten.
Die Daten konnten zwar in den meisten Fällen gerettet werden. Dennoch hatten rund 25 Prozent der Datenverlustfälle in diesem Zeitraum ihre Ursache in ungewöhnlich hohen Temperaturen. Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur technische Probleme, sondern oftmals auch Produktionsausfälle, Lieferverzögerungen und kostspielige Unterbrechungen kritischer Geschäftsprozesse.
Umgebungstemperaturen sorgen für Überhitzung
„Elektronische Systeme entwickeln bekanntlich Hitze. Wenn diese aufgrund einer zu hohen Umgebungstemperatur nicht mehr abgeführt werden kann, kommt es zu Schäden, die auch Datenträger betreffen können“, erklärt Conrad Heinicke, Geschäftsführer der CBL Datenrettung. Da es sich dabei häufig um physische Hardwareschäden handelt, kann vielfach nur noch eine professionelle Datenrettung helfen, sofern kein aktuelles Backup vorhanden ist.
Besonders betroffen waren in den vergangenen Monaten Unternehmen, deren IT-Infrastruktur in wenig klimatisierten Büroräumen, Werkhallen oder Technikräumen betrieben wird. Dort können Temperaturen deutlich über jene Werte steigen, für die Server, Speichersysteme oder Netzwerkkomponenten ausgelegt wurden. Während moderne Systeme ihre Leistung automatisch reduzieren oder sich kontrolliert abschalten, verfügen ältere Anlagen oftmals nicht über vergleichbare Schutzmechanismen.
Datencrash – Hitze wird zum Betriebsrisiko

Für viele Unternehmen stellt sich daher zunehmend die Frage, wie widerstandsfähig ihre IT gegenüber extremen Wetterereignissen tatsächlich ist. Während Cyberangriffe und Stromausfälle seit Jahren Bestandteil von Notfallkonzepten sind, wird die Gefahr durch langanhaltende Hitzeperioden häufig unterschätzt.
Dabei hängt die Leistungsfähigkeit moderner Lieferketten heute stärker denn je von digitalisierten Prozessen ab. Lagerverwaltungssysteme, Transporteinsatzplanung, Produktionssteuerung und industrielle Automatisierung basieren auf einer jederzeit verfügbaren IT. Fällt diese Infrastruktur aus, kommt es schnell zu erheblichen Beeinträchtigungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Gerade in Logistikzentren und Produktionsbetrieben befinden sich zahlreiche Systeme in Hallenumgebungen, in denen die Temperaturen im Sommer deutlich höher liegen als in klimatisierten Rechenzentren. Fördertechnik, Robotik, automatische Hochregallager oder Maschinensteuerungen erzeugen zusätzlich Wärme und erhöhen die Belastung elektronischer Komponenten.
Datencrash – Netzwerkspeicher und Maschinensteuerung betroffen
NAS- und RAID-Systeme fielen ebenfalls vermehrt aus, weil hohe Temperaturen die Elektronik der Laufwerke und Controller belasteten, war von CBL zu erfahren. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen Speichersysteme zwar redundant auslegen, deren Kühlung jedoch vernachlässigen. Fällt die Klimatisierung aus oder ist sie unterdimensioniert, können selbst mehrfach abgesicherte Speichersysteme innerhalb kurzer Zeit kritische Temperaturen erreichen.
Besonders problematisch sind Datenverluste in Produktionsumgebungen. Viele ältere Werkzeugmaschinen, Verpackungsanlagen oder Fördertechniksysteme arbeiten noch mit Festplatten, die seit Jahren im Dauereinsatz sind. Kommt es hier zu mechanischen Defekten, gehen häufig nicht nur Produktionsdaten verloren, sondern auch individuelle Steuerungsparameter oder Softwarestände, die sich nicht ohne Weiteres rekonstruieren lassen.
„Alte Festplatten mögen zwar ein gleichbleibendes Umfeld, reagieren aber empfindlich auf Überhitzung“, sagt Heinicke. Gerade bei älteren Maschinen existierten oftmals keine vollständigen Sicherungskopien der Systeme. Eine erfolgreiche Datenrettung könne dann die einzige Möglichkeit sein, eine Maschine kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen.
Mehr Resilienz gegen extreme Wetterereignisse

Experten gehen deswegen davon aus, dass Unternehmen ihre IT-Risikobewertung künftig stärker an den Folgen des Klimawandels ausrichten müssen. Hitzewellen, Starkregenereignisse oder Überschwemmungen entwickeln sich zunehmend zu Faktoren, die unmittelbare Auswirkungen auf die Betriebsfähigkeit von IT-Systemen haben.
Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen zählen regelmäßige Backups, die räumlich getrennt aufbewahrt werden, eine ausreichende Klimatisierung von Technikräumen, die kontinuierliche Überwachung kritischer Temperaturen sowie klar definierte Notfallprozesse. Moderne Monitoring-Systeme können Administratoren frühzeitig warnen, wenn Server, Speichersysteme oder Netzwerkkomponenten kritische Schwellenwerte erreichen.
Ein weiterer Ansatz ist der verstärkte Einsatz von Predictive-Maintenance-Lösungen. Sensoren erfassen dabei laufend Temperatur-, Leistungs- und Zustandsdaten von IT-Komponenten und ermöglichen es, drohende Ausfälle bereits vor ihrem Eintritt zu erkennen.
Kühlen Kopf bewahren
„Der Klimawandel setzt mit seinen Wetterextremen nicht nur den Menschen, sondern auch den Maschinen zu“, berichtet Heinicke. Während früher vor allem Überschwemmungen und Wasserschäden die Arbeit der Datenretter bestimmten, würden nun vermehrt die Folgen extremer Hitze sichtbar. Hinzu kämen Bedienfehler, die unter Stress und hohen Temperaturen häufiger auftreten.
Sein Rat an Unternehmen lautet daher: „Nehmen Sie die Gefahr durch Überhitzung ernst, sorgen Sie für eine geeignete Klimatisierung, testen Sie regelmäßig Ihre Backups und üben Sie den Ernstfall. Und vor allem: Wenn es zu einem Datenverlust kommt, bewahren Sie einen kühlen Kopf.“
CBL in Kürze
CBL Datenrettung ist ein deutscher Dienstleister für Datenrettung und Computerforensik. Mit proprietären Methoden stellt CBL Daten plattformunabhängig von allen möglichen beschädigten Datenträgern wie Festplatten, RAID-Systemen, SSDs, Smartphones, Magnetbändern, anderen magnetischen, optischen oder Flash-Speichern wieder her. Das nach ISO 9001:2015 zertifizierte Unternehmen mit Sitz in Kaiserslautern wurde im Jahr 2000 als deutsches Labor von CBL Data Recovery Technologies gegründet. CBL Data Recovery Technologies entstand 1993 in Markham bei Toronto und unterhält heute ein weltweites Netzwerk von Labors, Servicezentren und autorisierten Partnern in Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Malaysia, Marokko, Österreich, Singapur, Taiwan und den Vereinigten Staaten.
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