ZWISCHENBILANZ 2022 – Drittes Quartal bei Jungheinrich besser als erwartet

Zwischenbilanz 2022 – CEO L. Broska und sein Vorstandsteam dürften so ziemlich alles richtig gemacht haben in den letzten beiden Krisenjahren. (Foto: Jungheinrich / RS MEDIA WORLD Archiv)
Zwischenbilanz 2022 – CEO L. Broska und sein Vorstandsteam dürften so ziemlich alles richtig gemacht haben in den letzten beiden Krisenjahren. (Foto: Jungheinrich / RS MEDIA WORLD Archiv)

Zwischenbilanz 2022 bei Jungheinrich: Das 3. Quartalsergebnis zeigt beim renommierten Hamburger Konzern für Intralogistiklösungen ein robustes Ergebnis. Die schwierigen Marktbedingungen führten mit nur 0,4 Prozent allerdings nur zu einem mageren Plus bei den Auftragseingängen. Dafür stieg der Umsatz um 12 Prozent. Die EBIT-Rendite von nur 7,8 Prozent kann Vorstandschef Lars Brzoska und die Steakholder allerdings nicht wirklich glücklich machen.

Der Hamburger Intralogistik-Konzern und Gabelstapler-OEM Jungheinrich kann auf ein ordentliches drittes Quartal im Geschäftsjahr 2022 zurückblicken. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres einen leichten Anstieg seines Ergebnisses und erreichte trotz anhaltender Herausforderungen in den Lieferketten ein EBIT von 265,9 Millionen Euro. Gleichzeitig landete man bei der EBIT-Rendite immerhin bei 7,8 Prozent. Das kann CEO Lars Brzoska und sein Vorstandsteam zwar nicht wirklich glücklich machen, es hätte aber auch schlimmer kommen können. Denn die Energiekrise, welche auch bei Jungheinrich die Kosten in die Höhe trieb, sowie die hohe Unsicherheit durch den Vernichtungskrieg Putin-Russlands gegen die Ukraine, schlugen insgesamt weniger durch als befürchtet.  

Zwischenbilanz 2022 – Wertmäßige Auftragseingänge stagnieren

Somit bewegte sich der wertmäßige Auftragseingang mit 3.594 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der Konzernumsatz lag mit 3.397 Millionen Euro sogar 12,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Wesentlicher Treiber dafür war dabei weniger das Stapler-Business, dafür jedoch das Neugeschäft bei den Automatiksystemen. „Jungheinrich ist gut durch die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres gekommen und kann ein robustes Ergebnis vorweisen“, ist Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender von Jungheinrich durchaus zufrieden, denn „angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind die vorgelegten Zahlen ein Beleg für die hohe Resilienz unseres Unternehmens“, kommentiert L. Brzoska die Entwicklung weiter.

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Zwischenbilanz 2022 – So ziemlich alles richtig gemacht

L. Brzoska und sein Team dürften also so ziemlich alles richtig gemacht haben in den laufenden Krisen. So konnten etwa Produktionsunterbrechungen in den zurückliegenden drei Quartalen durch konsequentes Lieferketten-Management weitgehend erfolgreich vermieden werden. Gleichzeitig konnten die erheblichen Materialpreissteigerungen durch entsprechende Maßnahmen zum Teil aufgefangen werden. Der Auftragsbestand des Neugeschäftes stieg zum 30. September 2022 aufgrund der nach wie vor eingeschränkten Verfügbarkeit von Produktionsmaterialien für die Weiterverarbeitung um 23 Prozent gegenüber dem Jahresende 2021 auf 1,756 Milliarden Euro. Und das trotz De-Facto-Stagnation bei den Auftragseingängen.

Prognose auf Basis der Zwischenbilanz 2022

Zwischenbilanz 2022 – Lösungen wie die Lagerlösung  PowerCube haben bei Jungheinrich für robuste Ergebnisse gesorgt. (Foto: Jungheinrich / RS MEDIA WORLD Archiv)
Zwischenbilanz 2022 – Lösungen wie die Lagerlösung PowerCube haben bei Jungheinrich für robuste Ergebnisse gesorgt. (Foto: Jungheinrich / RS MEDIA WORLD Archiv)

Vor dem Hintergrund der robusten Geschäftsentwicklung in den zurückliegenden Monaten hatte Jungheinrich bereits am 23. September dieses Jahres seine Prognose für das Jahr 2022 konkretisiert. Das Unternehmen erwartet nunmehr für das laufende Geschäftsjahr einen Auftragseingang zwischen 4,6 Milliarden Euro und 4,9 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz dürfte sich innerhalb der Bandbreite von 4,6 Milliarden Euro bis 4,8 Milliarden Euro bewegen. Damit ist man weit vom Fünf-Milliarden-Ziel, das man sich vor der Coronapandemie noch zu erreichen glaubte, weit entfernt. Das EBIT wird nach aktueller Einschätzung zwischen 340 Millionen Euro und 380 Millionen Euro liegen. Für die EBIT-Rendite lässt sich eine Bandbreite von 7,2 Prozent bis 8,0 Prozent erwarten, so die Prognose des Jungheinrich-Vorstands.

Update Strategie 2025+ wird fortgesetzt

Seit Herbst 2020 setzt Jungheinrich seine Strategie 2025+ trotz7 Krisen konsequent um und verfolgt damit das Ziel, nachhaltig Werte für alle Stakeholder zu schaffen. Im Rahmen der heutigen Veröffentlichung seiner Quartalszahlen gibt Jungheinrich auch ein Update über den aktuellen Stand der Strategieumsetzung: Alle laufenden und anvisierten Initiativen und Maßnahmen der Strategie 2025+ werden wie geplant und unter Berücksichtigung der mit Beginn des Krieges in der Ukraine verschärften Rahmenbedingungen fokussiert fortgeführt. Als zentrale Zielgröße soll der Konzernumsatz unverändert bis zum Jahr 2025 auf 5,5 Milliarden Euro wachsen. Die Ziel-EBIT-Rendite soll in einem Korridor von acht Prozent bis zehn Prozent liegen.

Jungheinrich steckt sich ambitionierte Ziele

Jungheinrich strebt im Rahmen seiner Strategie 2025+ einen Umsatzanteil außerhalb Europas von 20 Prozent an. Dieser soll dabei auch über anorganisches Wachstum erreicht werden. Der ROCE (EBIT-Kapitalrendite Intralogistik) soll zwischen 21 Prozent und 25 Prozent liegen. Für die Steuerungskennzahl Free Cashflow hat sich der Jungheinrich-Vorstand ein Mindestziel von über 100 Millionen Euro bis 2025 gesetzt. Dieses Mindestziel wird im Verlauf des Jahres 2023 einer Überprüfung unterzogen. Die Produktivität gemessen am EBIT je Mitarbeitenden soll auf einen Wert von rund 23.000 Euro steigen. Im Jahr 2025 sollen 70 Prozent der von Jungheinrich ausgelieferten Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien ausgerüstet sein. Der Anteil weiblicher Führungskräfte soll bis 2025 auf 20 Prozent steigen.

Nachhaltigkeit wird angestrebt

Ein zentrales Handlungsfeld der Strategie 2025+ ist der Bereich Nachhaltigkeit. Im laufenden Geschäftsjahr hat Jungheinrich hier wichtige Nachhaltigkeitsziele definiert: Bis zum Jahr 2030 sollen alle Jungheinrich Standorte klimaneutral (Scope 1 und Scope 2) arbeiten. In den deutschen Werken des Konzerns soll zudem ab 2025 kein Deponieabfall mehr anfallen. Darüber hinaus will Jungheinrich die Arbeitssicherheit im Konzern bis 2025 noch einmal deutlich erhöhen.

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Zwischenbilanz 2022 – Die Kennzahlen auf einen Blick

 Q1–Q3 2022Q1–Q3 2021Veränd.
in %
Auftragseingang
(Mio. €)
3.5943.5810,4
Auftragsbestand (Mio. €, 30.09./31.12.)1.7561.42823,0
Umsatz (Mio. €)3.3973.02012,5
EBIT (Mio. €)265,9258,42,9
EBIT-ROS (%)7,88,6
EBT (Mio. €)234,6249,6–6,0
EBT-ROS (%)6,98,3
Ergebnis nach Steuern (Mio. €)174,8183,5–4,7
Ergebnis je Vorzugsaktie (€)1,721,80–4,4
Anzahl Mitarbeitende (FTE*, 30.09.)19.58318.6814,8
*FTE – (Vollzeitäquivalente: bei der Ermittlung wurden Teilzeitkräfte entsprechend ihrer Arbeitszeit berücksichtigt)

Jungheinrich in Kürze

Seit 70 Jahren treibt Jungheinrich als einer der weltweit führenden Lösungsanbieter für die Intralogistik die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Lösungen rund um den Materialfluss voran. Als Pionier seiner Branche hat sich das Hamburger Familienunternehmen dem Ziel verpflichtet, das Lager der Zukunft zu gestalten. Im Jahr 2021 erwirtschaftete Jungheinrich mit über 19.000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 4,24 Mrd. Euro. Das globale Netzwerk umfasst 13 Produktionsstandorte und 41 eigene Service- und Vertriebsgesellschaften. Die Aktie ist im MDAX notiert.

jungeinrich.com

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