Page 3 - BUSINESS+LOGISTIC-06-2013
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EDITORIAL             3




                                                           Gut geht’s, wir stehen still!




             Liebe Leserinnen und Leser!                           Wer sich übrigens einmal den Spaß macht, bei Google „Wirtschaft
                                                                   steht still“ einzugeben, bekommt Erstaunliches präsentiert. In diesem
             Und schon wieder ist Halbzeit. „Wahnsinn, wie die Zeit dahineilt“,   Zusammenhang ist besonders interessant, wo überall und in wel-
             ruft da so mancher aus. Und in der Tat: Nach einem fulminanten   chem Zeitraum die Wirtschaft still stehen soll. Die Liste reicht hier
             Start ins Jahr 2013, einem nicht enden wollenden Winter, gleich   von Australien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien
             vier (!) Logistik-Großveranstaltungen in Deutschland und Öster-  bis Japan usw. und endet bei Zypern – und das in den letzten zwei
             reich nebst diversen internationalen und nationalen Preisverlei-  Jahren! Allein Chinas Wirtschaft steht nicht still, aber doch zumin-
             hungen, die von ein paar kleineren Events wie der Greet Vienna   dest vor einer „Zeitwende“ sowie einer „wichtigen Schwelle“, wie
             o.ä. flankiert wurden, einer neuerlichen „Jahrhundertflut“ usw. sind   etwa das Axel Springer-Blatt DIE WELT im März dieses Jahres
             wahrscheinlich auch Sie froh, die sonnige Urlaubszeit erreicht zu   zur Wahl Xi Jinpings zum Staatspräsidenten aber so richtig tief-
             haben und nach so viel Rennerei ein wenig Kraft zu tanken. Denn   sinnig analysierte. Ja, und die Zeitwende dürfte dann irgendwie
             zwischen diesen Ereignissen mussten Sie und wir unser Tages-   die Schwelle zum Stillstand sein, oder so ... „Was weiß schon ein
             geschäft erledigen. Und gerade dieses verlangte von uns allen,    Fremder?“, wird hier in Wien in solchen Fällen gerne gefragt.
             vor dem Hintergrund volatiler Märkte und wachsenden Wett-
             bewerbsdrucks, den zähen Einsatz eines Marathonläufers.   Liebe Leserinnen und Leser, wir wissen nicht, was Fremde wissen.
                                                                   Wir wissen aber, dass wir nach der ihnen vorliegenden Sommer-
             „Wir sind etwas müde, die Stimmung ist gut“, könnte die treffliche   nummer BUSINESS+LOGISTIC erst einmal innehalten und das
             Analyse an dieser Stelle ausfallen. Auch auf der Leitmesse der   tun werden, wovor sich so mancher fürchtet: still stehen. Wir wer-
             Transportbranche, der transport logistic in München, waren nahe-  den vielleicht auch ein wenig still liegen, was ja die Steigerung der
             zu alle gleichwohl positiv gestimmt. Dabei bekommt es gerade die   Unbeweglichkeit ist. Und uns wird es dabei gut gehen, denn es gibt
             Transportbranche sofort zu spüren, wenn es an den Konjunktur-  uns die Möglichkeit, uns auf den weiteren Stillstand der Weltwirt-
             daten hapert. Zwar hat kaum jemand von sich behauptet, dass er   schaft vorzubereiten und daraus das Beste zu machen: Interessante
             2013 mit einem Wachstum rechnet, mit einem Rückgang aber auch   Stories für Sie über die Logistik und die Welt. Wir wünschen Ihnen
             nicht. „Wir halten das Niveau“, hieß es allenthalben, und das sei so   den gleichen wohltuenden Stillstand, denn Sie haben ihn sich weiß
             gut, dass für Zukunftspessimismus eben kein Platz sei. Das deckt   Gott verdient! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen außerdem
             sich übrigens mit Umfragen der Bundesvereinigung Logistik (BVL)   einen schönen Juli. Wir sehen uns im August wieder ...
             in Deutschland, die von einem schwachen Wachstum der Logistik-
             branche auf hohem Niveau ausgeht, den Transport eingeschlossen.   Ihr BUSINESS+LOGISTIC-Team

             Die positive Stimmung ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt,
             dass – alternierend zwischen Sommer- und Winterzeit – die
             Konjunkturdaten mal wieder nach unten gebetet werden. Die
             Meldungen kommen hier zumeist aus der Finanzwirtschaft und
             von Wirtschaftsforschern. Und so manches Medienunternehmen
             versteigt sich dann, im tiefen Glauben an die prophetischen Fähig-
             keiten ihrer Verkünder, einmal mehr in der lauthalsen Verbreitung
             von Hiobsbotschaften. So machte etwa der ORF in einer ZiB-Sen-
             dung Anfang Juni 2013 mit der Nachricht auf: „Österreichs Wirt-
             schaft steht still“, nachdem das WIFO mit dieser sensationellen
             Erkenntnis an die Öffentlichkeit gegangen war. Österreichs Wirt-
             schaft stand übrigens ein halbes Jahr vorher schon einmal still,
             nachdem die Österreichische Nationalbank den Stillstand bereits
             im Oktober 2012 verkündet hatte. Da fragt sich so mancher bei
             so viel Stillstand, wie wir eigentlich dorthin gekommen sind,    Hans-Joachim Schlobach,    Mag. (FH) Katrin Reisinger,
             wo wir gerade sind.                                   Chefredakteur / Herausgeber  Objektleitung / Herausgeberin



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               wurde im Text auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Personenbegriffe (Mitarbeiter, Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter/in) verzichtet und die männliche Nominal-
               form angeführt. Gemeint und angesprochen sind natürlich immer beide Geschlechter. „BUSINESS+LOGISTIC“ ist eine Marke der specialmedia.com GmbH, Wien.



             BUSINE$+LOGISIC                                                                                    Juni 2013
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