WIENCONT – 40 Jahre Arbeit für den intermodalen Transport

40 Jahre WienCont (Foto: Feel Image)
40 Jahre WienCont: (vl.) H. Jony, D. Pulker-Rohrhofer, F. Lehr (Foto: Feel Image)

Vor 40 Jahren eröffnete Österreichs erstes Containerterminal, die WienCont, auf dem Gelände des Wiener Hafens. War das Terminal damals noch an die Bedürfnisse eines Landes in Randlage angepasst, steht der Hafen Wien heute für eine leistungsstarke, multimodale Drehscheibe im Herzen Europas. Seit heuer gehen mehr als 100 Ganzzüge pro Woche in Richtung Europa ab.   

Gestern, 19. September, gab es auf dem Gelände des Wiener Hafens ein großes Fest zu feiern. Das Container-Terminal WienCont wurde 40 Jahre. Mehr als 400 Gäste aus ganz Europa hoben unter großem Beifall die Gläser darauf, dass dem Terminal noch mindestens genauso viele Jahre beschieden sind.

Gut Gerüstet für die Zukunft

Gehen die Gratulanten wie etwa der amtsführende Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales, Dr. Peter Hanke, oder der CEO der Wienholding, Dr. Kurt Gullowitzer vom heutigen Status aus, dürfte sich dieser Wunsch wohl erfüllen. Die WienCont kann sich, nach dem starken Rückgang im Jahr 2018, wieder über Zuwachszahlen freuen. Und das sowohl beim Umschlag als auch bei den Umsätzen. Auch für das kommende Jahr zeigen sich das Unternehmen und der Hafen Wien gerüstet.

WienCont im schwierigen Fahrwasser. Daran ändern wahrscheinlich auch die bereits weltweit spürbaren Rückgänge in der Weltwirtschaft und der scharfe Wettbewerbsdruck im Inland nichts. Die WienCont bleibt das umschlagsstärkste trimodale Containerterminal und -depot Österreichs. Im Jahr 2018 wickelte man rund 350.000 Containerumschläge ab. Der Wehrmutstropfen daran: Im Jahr 2017 kam man noch auf 405.000 Containerumschläge. Das ist eine Reduktion im Vergleich zum Vorjahr um rund 13,6 Prozent. Der Rückgang ist mit dem neuen ÖBB Güterzentrum Wien Süd in Inzersdorf verbunden. Die ÖBB haben die Züge ihrer Rail Cargo Group nach Inzersdorf verschoben. Das waren rund 30 Prozent des vorhandenen Zugaufkommens im Hafen Wien.

Dennoch wieder im Plus. Trotz des enormen Drucks ist es dem Hafen Wien gelungen, fast die Hälfte des verlagerten ÖBB-Volumens zu kompensieren, freut sich Mag. Fritz Lehr MBA, Geschäftsführer des Wiener Hafens. Für 2019 rechnen er und Mag. (FH) Harald Jony, Geschäftsführer der WienCont seit 2018, damit, die Marke von 400.000 umgeschlagenen Containereinheiten wieder zu erreichen. Und in der Tat: In den Sparten Umschlag, Depot mit einer Kapazität für 10.000 Container, Handel und Reparatur zeichnet sich bei der WienCont im laufenden Jahr eine deutliche Mengensteigerung ab. Nach 350.000 TEU Gesamtaufkommen in 2018 steht für den Zeitraum von Jänner bis Juni ein Plus von sechs Prozent zu Buche. „Im Optimalfall könnten wir ein Wachstum im knapp zweistelligen Prozentbereich erreichen“, berichtet Hafen Wien Geschäftsführerin Mag.a Doris Pulker-Rohrhofer.

100 Ganzzüge pro Woche

40 Jahre WienCont (Foto: Feel Image)
40 Jahre WienCont: P. Hanke gratuliert WienCont und dem Team des Wiener Hafens zum Jubiläum. (Foto: Feel Image)

Dabei profitiert der Standort von den in etwa gleich starken Standbeinen im Segment der kontinentalen Bahnverkehre und der maritimen Operationen. Diese sind dabei auf die Verbindungen in die Nord- und Westhäfen ausgerichtet. Mit vier Gleisen unter drei Kranbrücken und drei weiteren Gleisanlagen mit einer Bedienung per Reachstacker sollte es gelingen, 100 Ganzzüge pro Woche abzuwickeln. Diese sind nicht nur angepeilt, sondern man ist kurz davor, diese Marke zu erreichen. „Das hat uns nach 2018 so niemand zugetraut“, sagt  H. Jony im Rahmen der Feierlichkeiten.

Das hat uns nach 2018 so niemand zugetraut…

Mag. (FH) Harald Jony, CEO WienCont zu 100 Ganzzügen pro Woche.

Weitreichende Investitionen

Ein Grund für den Erfolg sieht H. Jony dabei auch in den weitreichenden Investitionen in Richtung Digitalisierung. Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist beispielsweise die Einführung eines neuen Terminalmanagementsystems, begleitet von der Beschleunigung der Lkw-Abfertigungszeiten. Zudem sind IT-Systeme geplant, welche die Prozesse im Terminal beschleunigen sollen. „Was wir tun, das machen wir in einer erstklassigen Qualität. Wo Verbesserungsbedarf besteht, da nehmen wir die Dinge entschieden in Angriff“, sagt er gegenüber der Österreichischen Verkehrszeitung.

Geschäftsmodell weiter entwickelt. Darüber hinaus haben Hafen Wien und WienCont ihr Geschäftsmodell weiterentwickelt, um die gesamte Wertschöpfungskette im intermodalen Verkehr abdecken zu können. Damit hebt sich die WienCont vom Mitbewerber deutlich ab. Unter Berücksichtigung der neuen Tochtergesellschaft Fehringer Technical Services beschäftigt das Unternehmen knapp 100 Mitarbeitende, die 2018 einen Umsatz in der Höhe von 11,5 Mio. Euro erwirtschaftet haben. Mit diesem Team strebt das Management in den nächsten Jahren ein kontinuierliches und nachhaltiges Wachstum an. Dabei ruhen die Hoffnungen einerseits auf dem Ausbau der Trailerzüge und andererseits auf der Etablierung von starken Zugprodukten entlang der Achse Baltikum-Adria-Balkan mit den Schlüsselländern Polen und Türkei.

wiencont.com

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