TRANSPORTAUSSCHREIBUNGEN – Was ist da bloß los?

Transportdienstleister springen offenbar nicht mehr so stark auf Transportausschreibungen von Industrie und Handel auf, wie noch vor ein paar Jahren. Die Gründe dafür sind vielfältig.

(Foto: Xvise)
Günter Pallestrang ist Senior-Consultant beim Logistikberater Xvise. (Foto: Xvise)

Stellen Sie auch zunehmend fest, dass Transportausschreibungen tendenziell weniger Resonanz bei den Dienstleistern finden? – Die aktuelle Konjunktur, steigende Preise und die Verknappung bei verfügbaren Fahrern bzw. Transportkapazitäten (-infrastruktur) sind die großen Einflussfaktoren dieses Trends. Es herrscht ein klassischer Anbietermarkt könnte man sagen. Jüngste Marktprognosen sprechen zwar von einer Abkühlung der Konjunktur und auch die Transportanbieter haben ihre Wachstumserwartungen gegenüber dem Jahresbeginn 2018 deutlich reduziert, aber der Ausblick fällt immer noch positiv aus. Es gibt aber auch hausgemachte Gründe, die man nicht nur auf die herrschende Marktsituation zurückführen kann.

Gut Ding braucht Weile

Bei der Begleitung unserer Kunden stellen wir eine gewisse Ausschreibungsmüdigkeit der Dienstleister fest. Einladungen zur Teilnahme prasseln hin hoher Frequenz auf die Anbieter herein und es ist für sie nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Zu viele Auftraggeber sehen das Allheilmittel für eine Kostenreduktion in einer schnell durchgeführten Ausschreibung. Die Folge sind all zu oft schlecht vorbereitete Bieterverfahren mit viel zu engen Abgabefristen und unklaren Vergabekriterien.

Nicht aus dem Bauch heraus. Nicht selten finden wir Kundensituationen vor, bei denen Fragen zum optimalen Dienstleisterportfolio nicht fundiert, sondern nur aus dem Bauch heraus oder aus der gelebten Praxis und daher nur unzureichend beantwortet werden können. Kennen Sie diese oder ähnliche Fragestellungen: Weshalb benötigen wir so viele verschiedene Dienstleister? Welchen Service erbringen unsere Dienstleister genau? Sind wir für Engpass-Situationen vorbereitet? In welchem Bereich entwickeln sich unsere Transportservice-Kosten negativ?

Mein Tipp: Investieren Sie in eine interne Transport- und Servicegradanalyse. Werten Sie die Daten mit modernen Analyse-Tools aus. Wenn Sie dies mit fachkundiger Begleitung tun, können Sie damit ein nachhaltig verwendbares Tool erstellen. Das versetzt Sie in die Lage, Ihren Servicegrad unter ökonomischen Gesichtspunkten zu optimieren und vor allem aktiv zu steuern. Dann sind Sie im Fahrersitz und können mit Ihren Dienstleistern klare Service-Levels vereinbaren, haben einen profunden Datensatz für die Verhandlung mit Ihren Dienstleistern oder können – nun ja – damit auch eine gut vorbereitete Transportausschreibung durchführen.

Herzlichst
Ihr Günter Pallestrang
(guenter.pallestrang(at)xvise.com)

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