TRADESHIFT JANUAR 2022 – Globale Lieferketten stabilisieren sich trotz Omicron

Tradeshift – Die globalen Lieferkettenprobleme reduzieren sich Schritt für Schritt. Das zeichnete sich schon Ende 2021 ab. Foto: Thorben Wengert / www.pixelio.de)
Tradeshift – Die globalen Lieferkettenprobleme reduzieren sich Schritt für Schritt. Das zeichnete sich schon Ende 2021 ab. Foto: Thorben Wengert / www.pixelio.de)

Trotz der Omicron-Variante stabilisieren sich die globalen Lieferkettenaktivitäten. Das ergab eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der globalen Einkäufer-Plattform im B2B-Bereich, Tradeshift. Dabei machen steigende Preise und Engpässe bei wichtigen Komponenten den Einkäufern weltweit allgemein und in Deutschland und Frankreich im Besonderen zu schaffen. Ein weiterer Lichtblick: Der US-amerikanische Markt erholt sich besser als die globalen Märkte von der Lieferkettenkrise. 

Die weltweite Ausbreitung der Omicron-Variante dämpften die Gesamtdynamik in den globalen Lieferketten. Aber die Auswirkungen waren weit weniger gravierend als bei früheren Wellen. Das ergab der aktuelle Index of Global Trade Health von Tradeshift. Demnach blieb das Gesamtwachstum des globalen Transaktionsvolumens im letzten Quartal 2021 auf dem Niveau des Vorquartals 2021. Dabei lag der Indexwert zum Ende des vergangenen Jahres bei 75. Die Daten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft noch weit von der „Normalität“ entfernt ist. „Aber die Tatsache, dass die jüngsten Störungen nicht zu einem signifikanten Rückgang der Dynamik geführt haben, ist ermutigend“, so Christian Lanng, CEO von Tradeshift, zur Untersuchung.

Weltweit stabile Auftragsvolumina

Der vorsichtige Optimismus ist durchaus berechtigt. Die weltweiten Auftragsvolumina blieben nämlich insgesamt stabil und gingen im vierten Quartal 2021 lediglich um 0,5 Punkte zurück, nachdem es in den vorangegangenen Quartalen zu einer Reihe von Auf- und Abwärtsbewegungen gekommen war. Und der Anstieg des Transaktionsvolumens im Transport- und Logistiksektor um sieben Punkte deutet darauf hin, dass sich die Engpässe in der Lieferkette zu entspannen beginnen. Allerdings: Das Rechnungsvolumen hat sich im vierten Quartal nicht wie erwartet beschleunigt. Unternehmen haben Branchenübergreifend somit weiterhin Schwierigkeiten, den bestehenden Auftragsbestand zu erfüllen.

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Tradeshift – „Druck auf Lieferketten lässt nach“  

„Wir haben im zweiten Quartal 2021 einen massiven Auftragsanstieg erlebt, der zum Jahresende eine Rechnungsschwemme bei den Lieferanten hätte auslösen müssen“, analysiert C. Lanng die Marktuntersuchung weiter. Dem ist nicht so. Er sehe jedoch erste Anzeichen, dass der Druck auf die Lieferketten insgesamt nachlässt. „Wenn die Rechnungsvolumen weiterhin dem aktuellen Trend folgen, könnte es aber noch mindestens ein Jahr dauern, bis die Auftragsbestände vollständig abgebaut sind“, so die Conclusio des Tradeshift -CEO

Tradeshift – Christian Lang (Foto: Andy Highland / RS MEDIA WORLD Archiv)
Tradeshift – C. Lanng: „Wenn die Rechnungsvolumen weiterhin dem aktuellen Trend folgen, könnte es jedoch noch mindestens ein Jahr dauern, bis die Auftragsbestände vollständig abgebaut sind.“ (Foto: Andy Highland / RS MEDIA WORLD Archiv)

Euro-Raum – Niedrige Rechnungsvolumina bremsen Lieferkettenaktivitäten

Die Sorge um die Ausbreitung der Omicron-Variante in Kontinentaleuropa veranlasste die Analysten von Oxford Economics, ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Region nach unten zu korrigieren. Die Daten von Tradeshift unterstützen diese Vorhersage. Das Wachstum des Transaktionsvolumens im Euro-Raum verringerte sich im letzten Quartal 2021 um acht Punkte und fiel somit auf einen Indexwert von 76.

Steigende Preise und Teileknappheit beeinträchtigen Auftragsabwicklung 

Ein Rückgang des Rechnungsvolumens um 20 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal deutet darauf hin, dass steigende Preise und Teileknappheit die Auftragsabwicklung weiterhin beeinträchtigen. Die Lieferkettenstaus lösen sich allmählich auf. Aber Preiserhöhungen und Engpässe bei wichtigen Komponenten belasten die Lieferanten in den industriellen Kernländern Deutschland und Frankreich weiterhin. Strengere Covid-Maßnahmen haben die operativen Herausforderungen für Lieferanten verschärft.

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Mehr Bestellungen, dennoch unterdurchschnittlich

Die Bestellaktivitäten im Euro-Raum kletterten im vierten Quartal 2021 wieder in den erwarteten Bereich. Der Indexwert von 92 zeigt jedoch, dass das Wachstum im vierten Quartal etwa 12 Punkte unter dem durchschnittlichen Quartalswert seit dem ersten Lockdown liegt. Einerseits könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass sich die Auftragslage zu stabilisieren beginnt. Andererseits könnte es darauf hindeuten, dass die Herausforderungen in der Lieferkette die Einkäufer dazu veranlassen, zweimal darüber nachzudenken, ob sie ihre Lieferanten mit neuen Aufträgen belasten wollen.

China – Gefahr weiterer Störungen 

In China führten die strengen Covid-Präventionsmaßnahmen und die nachlassende lokale Nachfrage zu einem Rückgang des Transaktionsvolumens um zehn Prozent gegenüber dem prognostizierten Bereich. Der Indexwert der Tradeshift -Untersuchung von 86 für das letzte Quartal 2021 zeigt, dass das kumulative Wachstum der chinesischen Lieferkettenaktivitäten den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht hat. Die Anzeichen einer langwierigen Verlangsamung der chinesischen Lieferketten deuten darauf hin, dass weitere Störungen bevorstehen könnten. 

Null-Covid-Politik geht nach hinten los. „Chinas entschlossenes Handeln zu Beginn der Pandemie ermöglichte es den lokalen Lieferketten schnell wieder in Gang zu kommen. Dieselbe strenge Politik scheint nun den gegenteiligen Effekt zu haben“, so C. Lanng weiter. „Eine Reihe von Schließungen in wichtigen Industrieregionen könnte zu weiteren Engpässen bei wichtigen Produktionskomponenten, höheren Auftragsbeständen und längeren Lieferzeiten auf den internationalen Märkten führen.“

Chinas entschlossenes Handeln zu Beginn der Pandemie ermöglichte es den lokalen Lieferketten schnell wieder in Gang zu kommen. Dieselbe strenge Politik scheint nun den gegenteiligen Effekt zu haben.

Christian Lanng, CEO Tradeshift

USA – Lieferketten gehen stabil ins Jahr 2022 

Laut dem Q4 2021 Index of Global Trade Health von Tradeshift verläuft die Erholung der Aktivitäten in den US-Lieferketten weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau als im Rest der Welt. Die Dynamik hat sich bis Ende 2021 nur leicht abgeschwächt. Sie ist im Vergleich zum Vorquartal um einen Punkt gesunken. Jedoch ein Indexwert von 97 (gegenüber einem Basiswert von 100) für den Zeitraum bedeutet, dass das kumulative Wachstum der Aktivität seit der Pandemie nur drei Punkte unter der Prognose vor der Pandemie liegt. 

Weitere US-Daten von Tradeshift nach Branchen

Transport & Logistik. Die Lieferkettenaktivität in diesem Sektor stieg zum ersten Mal seit Anfang 2021 über den erwarteten Bereich. Diese Beschleunigung deutet nach Ansicht der Studienautoren von Tradeshift darauf hin, dass der Güterverkehr nach sechs Monaten Stau wieder an Fahrt gewinnt. Ein Anstieg des Transaktionsvolumens im Transport- und Logistiksektor um sieben Punkte deutet darauf hin, dass sich die Engpässe in der Lieferkette zu entspannen beginnen.

Hersteller. Die Lieferkettenaktivität bei Herstellern zeigt weiterhin Anzeichen von Volatilität und blieb im 4. Quartal 2021 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die nachlassende Nachfrage und die Zurückhaltung der Abnehmer dürften zu dieser Verlangsamung beigetragen haben. Unter dem Hinweis auf IHS Markit berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Produktion des verarbeitenden Gewerbes in den USA Ende 2021 auf ein Jahrestief gesunken ist. Die Analysten weisen auf die Zurückhaltung der Kunden bei der Auftragsvergabe hin, bevor die Lagerbestände abgearbeitet sind.

Einzelhandel. Die Lieferkettenaktivitäten des Einzelhandels blieben im letzten Quartal des vergangenen Jahres unverändert. Das Wachstum lag knapp unter der erwarteten Spanne. Es gab eine Reihe von Vorhersagen, dass die Krise in der Lieferkette und die Omicron-Variante in der Vorweihnachtszeit erhebliche Auswirkungen auf den Sektor haben könnten. Die aktuellen Tradeshift Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Lieferketten relativ stabil blieben.

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US-Ausgaben für Software und Technologien

Die Ausgaben für Software und Technologie verlangsamten sich in den USA bis Ende 2021 und lagen für das Gesamtjahr knapp unter dem prognostizierten Wert. Es ist jedoch erwähnenswert, dass die Gesamtausgaben für Technologie während der Pandemie bemerkenswert konstant geblieben sind. Unter dem Verweis auf Gartner berichtet ZDNet über einen Anstieg der Ausgaben für Unternehmens-IT um 5,5 Prozent im Jahr 2022.

Tradeshift in Kürze

Tradeshift ist im Bereich E-Invoicing und Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung sowie im Bereich B2B-Marktplätze und Zugang zu Lieferantenfinanzierung tätig. Seine Cloud-basierte Plattform unterstützt Einkäufer und Lieferanten, den Einkauf und die Rechnungsbearbeitung zu digitalisieren sowie die Arbeitsabläufe in Beschaffung und der Kreditorenbuchhaltung zu automatisieren und schnell zu skalieren. Die Vision von Tradeshift mit Hauptsitz in San Francisco ist es, jedes Unternehmen auf der Welt zu vernetzen und so wirtschaftliche Chancen für alle zu schaffen. Das Tradeshift-Netzwerk umfasst eine schnell wachsende Gemeinschaft von Einkäufern und Lieferanten, die in mehr als 190 Ländern tätig sind.

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Tradeshift Index of Global Trade Health in Kürze

Viele der weltweit größten Einkäufer und ihre Lieferanten nutzen die Handelstechnologie-Plattform von Tradeshift, um digitalisierte Einkaufs- und Rechnungsdaten auszutauschen. Der Index analysiert anonymisierte Transaktionsdaten, die über die Plattform fließen. Als Transaktionsvolumen bzw. Lieferkettenaktivitäten definiert Tradeshift alle Handelsaktivitäten und Forderungen aus Lieferantenzahlungen. Der Index gibt einen zeitnahen Überblick darüber, wie sich externe Ereignisse auf den Business-to-Business-Handel auswirken. Zusätzliche Umfragen und Kundeninterviews ergänzen den Report. 

(Der vollständigen Q4 2021 Index of Global Trade Health ist in englischer Sprache auch hier downloadbar.)

tradeshift.com | tradeshift.com/de

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