TORC ROBOTICS – Daimler zündet in den USA die nächste Stufe bei autonomen Lkw

Torc Robotics – Daimler Truck-Tochter geht mit ihrer Software-Lösung für selbstfahrende Lkw in den Praxis-Betrieb. (Foto: Torc Robotics / Daimler Truck / RS MDIA WORLD Archiv)
Torc Robotics – Daimler Truck-Tochter geht mit ihrer Software-Lösung für selbstfahrende Lkw in den Praxis-Betrieb. (Foto: Torc Robotics / Daimler Truck / RS MDIA WORLD Archiv) (Auf Foto klicken und Film mit Statements von den CEOs von Daimler TRuck und Daimler Truck North-Amerika ansehen)

Die US-amerikanische Daimler Truck -Tochter, Torc Robotics, läutet jetzt die nächste Stufe der Entwicklung autonom fahrender Lkw in den USA ein. Das Softwareunternehmen, das sich auf selbstfahrende Fahrzeuge spezialisiert hat, trommelt derzeit ein Beratungsgremium mit den wichtigen Logistikunternehmen und Dienstleistern aus Nordamerika zusammen. Das Ziel ist die Straßenerprobung autonomer Lkw in der gelebten Praxis auf Highways, Zubringerstraßen von Highways, deren Auffahrten und Abbiegemanöver an Kreuzungen. Mit dabei sind die Firmen Schneider, Covenant Logistics, Penske Truck Leasing, Ryder System, Inc., C.H. Robinson und Baton sowie Daimler Truck North America als Fahrzeughersteller.

Daimler Truck gilt als einer der weltweit führenden Lkw-Hersteller bei der Entwicklung autonomer Lkw auf SAE Level 4, d.h. mit sicherheitsrelevanten redundanten Fahrsystemen. Mit seiner eigenständigen Tochtergesellschaft Torc Robotics wollen die Schwaben nun die Entwicklung des autonomen Lkw-Transports in den USA weiter vorantreiben und die Praxiserprobung starten.

Problem: Fahrermangel bei wachsendem Frachtvolumen

Martin Daum, Vorstandsvorsitzender von Daimler Truck führt hierzu im Gespräch mit den Medien aus: „Wir arbeiten mit Hochdruck am autonomen Lkw-Transport, da jeder hiervon profitieren kann. Selbstfahrende Lkw gemäß Level 4 werden nämlich dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, da autonome Systeme weder müde noch unaufmerksam werden.“ Auf diese Weise könnte zumindest in den USA die Effizienz im Straßengüterverkehr und der Logistik gesteigert werden, da die Lkw keine Pause brauchen und dadurch mehr unterwegs sein können. Inwieweit solche Lösungen in Europa für längere Fahrzeiten sorgen können, ist allerdings fraglich. Fakt ist jedoch, dass autonome Lkw für weniger Unfälle sorgen und die Arbeitsqualität der Fahrer weltweit erheblich verbessern können. 

Technik vs. Fachkräftemangel

„Darüber hinaus wird das autonome Fahren dabei helfen, das stetig wachsende Frachtvolumen insbesondere in Zeiten großen Fahrermangels zu bewältigen. Für Daimler Truck sehen wir das Potenzial, unseren Serviceumsatz zu steigern. Zudem bieten sich erhebliche Markt- und Wachstumschancen. Aus all diesen Gründen entwickeln wir den autonomen Lkw der Zukunft”, führt M. Daum weiter aus.

Werbung

TAAC – Gremium bringt Branchenexpertisen an einen Tisch

Torc Robotics und Daimler Trucks verbindet dabei die branchenweit langjährigste Partnerschaft zwischen einem Entwickler autonomer Fahrsysteme und einem Lkw-Hersteller. Seit Jahren betreiben die Partner eine Flotte autonomer Lkw im täglichen Testeinsatz auf öffentlichen Straßen in den USA. Torc Robotics geht nun den nächsten Schritt und arbeitet mit führenden US-Logistikunternehmen zusammen, um autonome Lkw in die Praxisanwendung zu bringen. So wurde kürzlich das Beratungsgremium „Torc Autonomous Advisory Council“ (TAAC) mit wichtigen Akteuren der Logistikindustrie ins Leben gerufen. Auf diese Weise soll umfassende Branchenexpertise aus der Praxis in den Entwicklungsprozess integriert werden. Zu den Mitgliedern des Gremiums zählen unter anderem Schneider, Covenant Logistics, Penske Truck Leasing, Ryder System, Inc., C.H. Robinson und Baton sowie Daimler Truck North America als Fahrzeughersteller.

Integration in reale Business-Prozesse

Die Unternehmen beraten Torc Robotics rund um die Integration von autonomen Systemen in deren Prozesse und Geschäftsmodelle. Dazu gehören auch operative Themen, die über das reine Fahren auf dem Highway hinausgehen. Mit diesem Ansatz der „Customer Co-Creation“ konzentrieren sich die US-Amerikaner noch stärker auf spezifische Kundenanforderungen und konkrete eigene Geschäftsmodelle und tritt damit in die nächste Entwicklungsphase ein. Daimler Truck und Torc verfolgen dabei weiter gemeinsam das Ziel, autonome Lkw für den Fernverkehr zu entwickeln und innerhalb dieser Dekade in Serie auf die Straße zu bringen.

Torc Robotics – Arbeiten im SAE Level 4

Torc Robotics – Autonom fahrende Lkw helfen dabei, das stetig wachsende Frachtvolumen insbesondere in Zeiten großen Fahrermangels zu bewältigen. (Foto: Daimler Truck / RS MEDIA WORLD Archiv)
Torc Robotics – Autonom fahrende Lkw helfen dabei, das stetig wachsende Frachtvolumen insbesondere in Zeiten großen Fahrermangels zu bewältigen. (Foto: Daimler Truck / RS MEDIA WORLD Archiv)

Seit der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Torc Robotics im Jahr 2019 durch Daimler Truck haben die Unternehmen erhebliche Fortschritte beim autonomen Fahren erzielt. Typische Fahrszenarien wie Spurwechsel, aber auch weitere anspruchsvolle Verkehrssituationen auf Highways, wurden über die letzten Jahre hinweg intensiv getestet. Torc Robotics konnte damit den Beleg liefern, dass seine autonome Fahrsoftware sicher auf dem Highway navigieren kann. Mittlerweile hat man jedoch die Straßenerprobungen auf SAE Level 4 ausgeweitet. Damit sind selbstfahrende Lkw mit erweiterten Fähigkeiten in komplexeren Szenarien möglich. Die Trucks sind dabei mit modernster LiDAR-, Radar- und Kameratechnologie ausgestattet. Dies erlaubt ein den jeweiligen Situationen angepasstes Fahrverhalten der Fahrzeuge auf Zubringerstraßen und Auffahrten sowie beim Abbiegen an Kreuzungen.

SAE Level 4 ist essenziell für Hub-to-Hub-Einsätze

Diese hochentwickelten Fähigkeiten sind für den geplanten „Hub-to-Hub“ Einsatz essenziell. In einem ersten Anwendungsfall sollen nun von Fahrern gelenkte Lkw Güter auf der „ersten Meile“ an sogenannte Transfer-Hubs liefern. Diese befinden sich in der Nähe von Highways, die in wichtigen US-Frachtkorridoren liegen. L4-autonome Lkw übernehmen dort den Anhänger samt Fracht, den sie dann sicher und selbstständig über lange Strecken vom einen zum anderen Hub transportieren sollen. Sobald die autonomen Lkw den Ziel-Hub erreichen, wird die „letzte Meile“ wieder über von Fahrern gelenkte Lkw abgedeckt. Die USA bieten mit ihren langen Highways, dem steigenden Bedarf an Gütertransport, großen Lkw-Flotten und den zukunftsorientierten Regulierungsbehörden ein ideales erstes Anwendungsfeld für den Einsatz dieser neuen Technologie.

Daimler Truck North America entwickelt „autonomous-ready“ Truck

In den letzten Jahren haben die Experten von Daimler Truck North America darum die erste skalierbare, sichere und zuverlässige Plattform für autonome Lkw entwickelt: Der „autonomous-ready Cascadia“ mit redundanten Funktionen basiert hierbei auf dem Flaggschiff-Modell der Daimler Truck Marke Freightliner und ist der Grundbaustein für selbstfahrende Lkw in den USA. Kritische Systeme wie beispielsweise Lenkung und Bremsen sind hier als Back-Up in zweifacher Ausführung vorhanden und werden kontinuierlich vom Fahrzeug überwacht. Das gewährleistet eine maximale Sicherheit. Bei Störungen oder Fehlern können die neu entwickelten redundanten Systeme den Lkw sicher kontrollieren. Der „autonomous-ready“ Freightliner Cascadia ist damit für die Integration von autonomer Software, Hardware und Rechensystemen vollumfänglich geeignet. Durch die Redundanz der Systeme kann der autonom fahrende Lkw somit wesentlich dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Daimler Truck sieht dies als weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum unfallfreien Fahren.

Daimler Truck in Kürze

Torc Robotics – Die hochentwickelten SAE Level 4-Fähigkeiten sind für den geplanten „Hub-to-Hub“ Einsatz essenziell. (Foto: Daimler Truck / Torch Robotics / RS MEDIA WORLD Archiv)
Torc Robotics – Die hochentwickelten SAE Level 4-Fähigkeiten sind für den geplanten „Hub-to-Hub“ Einsatz essenziell. (Foto: Daimler Truck / Torch Robotics / RS MEDIA WORLD Archiv)

Die Daimler Truck Holding („Daimler Truck“) ist einer der größten Nutzfahrzeug-Hersteller weltweit, mit über 40 Haupt-Standorten. Dort sind mehr als 100.000 Mitarbeiter:innen rund um den Globus beschäftigt. Die Gründer von Daimler Truck haben vor gut 125 Jahren (siehe Story auf blogistic.net: „GOTTLIEB DAIMLER – Vom Kutschbock zum Future Truck“) mit ihren Lkw und Bussen die moderne Transport-Industrie ins Leben gerufen. Unverändert gilt das Streben des Unternehmens bis heute einem Zweck: Daimler Truck arbeitet für alle, die die Welt bewegen. Die Schwaben stellen für sie die Technologien, Produkte und Services bereit, die sie dafür brauchen. Das gilt auch für die Transformation zum CO2-neutralen Fahren.

Die Daimler Truck – Marken in der Welt

Das Unternehmen will den nachhaltigen Transport zum Erfolg führen, mit profundem Technologie-Wissen und klarem Blick auf die Bedürfnisse seiner Kunden. Die Geschäftsaktivitäten von Daimler Truck sind dafür in fünf Berichtsegmente unterteilt: Trucks North America (TN) mit den Lkw-Marken Freightliner und Western Star sowie der Schulbus-Marke Thomas Built Buses. Trucks Asia (TA) mit den Nutzfahrzeug-Marken FUSO und BharatBenz. Mercedes-Benz (MB) mit der gleichnamigen Lkw-Marke. Daimler Buses (DB) mit den Bussen der Marken Mercedes-Benz und Setra. Das neue Financial Services-Geschäft (DTFS) von Daimler Truck bildet das fünfte Segment. Die Produktpalette in den Lkw-Segmenten umfasst leichte, mittelschwere und schwere Lkw für den Fern-, Verteiler- und Baustellenverkehr, Spezialfahrzeuge, die hauptsächlich im kommunalen Bereich zum Einsatz kommen, sowie Industriemotoren. Die Produktpalette des Bus-Segments umfasst Stadtbusse, Schulbusse und Überlandbusse, Reisebusse sowie Busfahrgestelle. Neben dem Verkauf von neuen und gebrauchten Nutzfahrzeugen bietet das Unternehmen auch Aftersales-Services und Konnektivitätslösungen an.

daimlertruck.com | torc.ai | northamerica.daimlertruck.com

Verwandte Themen

Werbung