STILL iGoEasy – FTS-Programmierung leicht gemacht

Still iGoEasy: Wurde entwickelt, um relativ kleine Transportaufträge, die bisher nur mit manuell betriebenen Staplern rentabel transportiert werden konnten, wirtschaftlich zu automatisieren. | Foto: Still
Still iGoEasy: Er wurde entwickelt, um relativ kleine Transportaufträge, die bisher nur mit manuell betriebenen Staplern rentabel transportiert werden konnten, wirtschaftlich zu automatisieren. | Foto: Still
Still iGoEasy: Wurde entwickelt, um relativ kleine Transportaufträge, die bisher nur mit manuell betriebenen Staplern rentabel transportiert werden konnten, wirtschaftlich zu automatisieren. | Foto: Still

Still iGoEasy: Mit Hilfe des Teach-in-Verfahrens kann die vom Fahrer gefahrene Route, per iGoEasy iPad-App, visualisiert und optimiert werden. | Foto: Still
Still iGoEasy: Mit Hilfe des Teach-in-Verfahrens kann die vom Fahrer gefahrene Route, per iGoEasy iPad-App, visualisiert und optimiert werden. | Foto: Still

Still iGoEasy: Dank einer präzisen Navigation, gehören Schäden an Einrichtungen oder Gebäuden mit diesem System der Vergangenheit an. | Foto: Still
Still iGoEasy: Dank einer präzisen Navigation, gehören Schäden an Einrichtungen oder Gebäuden mit diesem System der Vergangenheit an. | Foto: Still
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Mit dem iGoEasy-Konzept werden selbst programmierte FTS-Lösungen mit Standard- Geräten nahezu für jedermann zum Fingerspiel am iPad.

Das zum IFOY-Test nominierte FTS-System bestand aus einem FTS-tauglichen Still EGV-S 20 Hochhubwagen, der mit einem Bordrechner, flexibel aufstellbaren Reflektoren und einem iPad ausgerüstet wurde. Das dazugehörige Betriebssystem iGoEasy wurde aus Gründen der Redundanz sowohl auf dem Bordrechner als auch am iPad installiert.

www.still.de

IFOY Testbericht

Anfang 2013 stellte Still den iGoEasy vor. Mit diesem Konzept bringt der Hamburger Hersteller eine Standardautomatisierung dem Kunden auf besondere Weise näher. Das einzigartige System wurde entwickelt, um relativ kleine Transportaufträge, die bisher nur mit manuell betriebenen Staplern rentabel transportiert werden konnten, wirtschaftlich zu automatisieren.

Standard-Stapler plus Tablet

Das iGoEasy Konzept besteht aus einem für den automatischen Einsatz geeigneten Standardstapler. Zum IFOY Test ist ein EGV-S 20 Hochhubwagen angetreten, mit Reflektoren, einem Bordrechner und einem Betriebssystem in Form eines iPad oder iPad mini. Das System ist intuitiv und einfach zu bedienen. Es ermöglicht dem Benutzer erstmals, völlig unabhängig und selbstständig Transportaufträge zu automatisieren.

Teach-in mit Reflektoren

Das Verfahren startet mit einem Teach-in-Verfahren. Nachdem die Reflektoren installiert und kalibriert sind, wird das Fahrzeug manuell entlang der gewünschten Route geführt. Ein im Stapler eingebauter Sensor erkennt die Reflektoren und überträgt die Koordinaten automatisch an den Bordrechner. Im nächsten Schritt werden die Haltestellen registriert, an denen der Stapler die Paletten aufnehmen oder abladen soll, wo sich Ruhepunkte befinden oder der Batteriewechsel stattfindet. Insgesamt können bis zu acht Stationen aufgezeichnet werden. Die Abstellhöhe der Paletten wir mit Hilfe eines Höhensensors gespeichert und später überwacht.

Visualisieren und Optimieren

Mit Hilfe des Teach-in-Verfahrens kann die vom Fahrer gefahrene Route, per iGoEasy iPad-App, visualisiert und optimiert werden. Die Route kann anschließend vom Benutzer nochmals feinabgestimmt werden, wofür Kenntnisse des späteren Einsatzes vorteilhaft sind, insbesondere bei Kurven. Zur Erleichterung der Feinabstimmung, lässt sich die Route in Segmente aufteilen. Nach der Freigabe des Fahrkurses, fährt der Stapler vollständig autonom durch das Lager und führt die “gelernten” Befehle aus. Während der Arbeit stehen dem Anwender alle relevanten Routen- und Jobinformationen komfortabel am iPad zur Verfügung, darunter auch ein Live-Bild des Einsatzes. Änderungen der Route lassen sich zudem intuitiv und einfach am iPad durchführen.

Sicherheit

Dank einer präzisen Navigation, gehören Schäden an Einrichtungen oder Gebäuden mit diesem System der Vergangenheit an. Dafür sorgen zwei Sensoren am Hochhubwagen, die mit 360 Grad den kompletten Arbeitsbereich rund um die Maschine abdecken. Zwei weitere Sensoren in den Gabelspitzen überwachen laufend, ob die aufzunehmende Last tatsächlich eingefahren werden kann. In Kombination mit den relativ niedrigen Stapler-, Wartungs- und Reparaturkosten, führt dies zu einer Senkung von Investitions- und Betriebskosten. Durch die Verwendung bewährter Still Standard-Serienstapler, sind alle automatisierten Lösungen auch für den so genannten Dual Drive-Einsatz geeignet. In anderen Worten, eine manuelle Bereitstellung ist und bleibt jederzeit möglich.

IFOY-Testfazit

Mit dem iGoEasy hat Still die Automatisierungsvorteile auf innovative Weise, auch für relativ kleine Transporteinsätze, wirtschaftlich möglich gemacht. Das einfache Teach-in-Verfahren und die intuitive Bedienung über das iPad, machen selbstständige Änderungen in der Route, schnell und ohne Herstellerunterstützung für jeden Anwender möglich.

IFOY Innovation Check

Die Idee besteht darin, eine Automatisierungslösung für Flurförderzeuge so einfach bedienbar zu machen, dass der Kunde diese selbstständig installieren und an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen kann. Intralogistikspezialist Still hat zur Umsetzung dieser Idee eine Kombination von iPad und fahrerlosem Geh-Hochhubwagen an den Markt gebracht, die diese Anforderungen genau erfüllt. Das System iGoEasy von Still ist für die wiederkehrende Durchführung von einfachen Fahraufgaben entwickelt worden. Die Abfolge einzelner Bewegungsabschnitte dieser Fahraufgaben, werden dem System in einem Teach-in-Verfahren vermittelt.

Selbständig einrichten. Für die sichere Durchführung der Fahraufgaben müssen Randbedingungen eingehalten werden, die für iGoEasy standardisiert sind. Ein zentrales Element für die selbstständige Einrichtung und Nutzung durch einen Endanwender liegt in der einfachen Nutzbarkeit. Dies wird durch die hohe Usability der Einrichtungs-Applikation erfüllt, die die Kommunikation zu dem fahrzeugseitigen Steuerungsrechner herstellt und auf einem handelsüblichen Tablet läuft. Die notwendige Ortung des Fahrzeugs im Betrieb erfolgt durch Lasernavigation mit einfachen Reflektoren. Diese werden nach einfachen Vorgaben installiert und während der Einrichtungsprozedur eingemessen. Für diesen Vorgang wird das später durch iGo Easy gesteuerte Flurförderzeug, von einer Person, durch den späteren Einsatzbereich bewegt.

Teach-in am Tablet. Dabei erfolgt auch das Teach-in der späteren Aufnahme- und Abgabepositionen in der Applikation auf dem Tablet. Die manuell abgefahrenen Fahrwege werden beim Teach-in automatisch aufgezeichnet und können anschließend von einem versierten Anwender feinbearbeitet und mit zusätzlichen Parametern, wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrtrichtungsvorgaben und Stationseigenschaften, versehen werden. Nach dieser Prozedur ist das Flurförderzeug einsatzfähig. Die einzelnen Fahraufträge werden über einfache Menüs in der Applikation auf dem Tablet, von überall innerhalb der Reichweite des WLANS in einem Betrieb ausgelöst. Mit einer Cockpitfunktion, mit eingebettetem Kamerabild vom fahrenden FFZ, hat der Anwender Kontrolle über das Fahrzeug. Aktuelle Fahrzeugdaten, wie beispielsweise die Position auf dem erlernten Fahrweg oder andere Daten, werden in Grafiken innerhalb der Applikation dargestellt. Dort können auch Fahraufträge einfach erzeugt oder geändert werden.

Bewertung

Das von Still mit dem iGoEasy vorgestellte System stellt eine sehr innovative Lösung dar, die keine Entsprechung auf dem Markt hat. Herkömmliche Fahrerlose Transportsysteme erfordern immer eine Inbetriebnahme durch den Hersteller. Die konsequente Einfachheit und das sehr gut auf den Endanwender zugeschnittene Bedienkonzept mit einem iPad, stellen Steuerung und Überwachung des Fahrzeugs in einer Weise zur Verfügung, dass es so unmittelbar im betrieblichen Alltag einsetzbar ist.

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