PHARMA-LOGISTIK – Australier stehen beim Handel auf deutsche Lösung

Pharma-Logistik – Symbion schafft mit neuem Distributionszentrum in Brisbane (Australien) bis zu 9.000 Auftrage pro Tag. (Foto: SSI / RS MEDIA WORLD Archiv)
Pharma-Logistik – Symbion schafft mit neuem Distributionszentrum in Brisbane (Australien) bis zu 9.000 Auftrage pro Tag. (Foto: SSI / RS MEDIA WORLD Archiv)

Eine neue Intralogistiklösung auf der Basis der 3D-Matrix von SSI Schäfer unterstützt jetzt Pharma-Großhändler Symbion in Brisbane bei seinem Ziel, seine Pharma-Logistik noch effizienter zu gestalten. Diese ist mittlerweile geprägt vom Pharma-Handel im Internet. Das neue System soll Reaktionszeiten bis zur Auslieferung von gerade einmal 45 Minuten ermöglichen.

Pharma-Großhändler Symbion gilt heute als ein integraler Bestandteil des australischen Gesundheitssystems. Rund 4.000 Apotheken zählen nach eigenen Angaben zu den Kunden des zur Ebos Group gehörenden Unternehmens. Mit insgesamt elf strategisch im ganzen Land verteilten Distributionszentren – darunter auch das in Brisbane – sowie Lagerhäusern koordiniert der Pharma-Großhändler nach eigenen Angaben über eine Million Lieferungen pro Jahr mit insgesamt rund 16.500 Produktlinien von mehr als 550 Fertigungspartnern.

Pharma-Logistik von E-Commerce getrieben

Der heutige Erfolg der Australier basiert dabei heute vor allem auf dem Symbion Online-Shop-Portal. Denn auch in Australien ist der E-Commerce im Pharmahandel auf dem Vormarsch. Hier können Apotheken 24×7 Stunden via App online bestellen und behalten dabei gleichzeitig den Überblick über die verfügbare Menge, ihre Bestellung und den Stand ihrer Lieferung bis hin zur automatisierten Abrechnung. Als Partner der von der australischen Regierung initiierten „Community Service Obligation“ garantiert Symbion dabei die Belieferung der Apotheken innerhalb von 24 Stunden ab Bestellung. Und das völlig unabhängig davon, wo sich diese auf dem Kontinent befinden.

Pharma-Logistik & Hightech. Dieses Versprechen stellt den Pharmagroßhändler allerdings vor gewaltige logistische Herausforderungen. Denn Australien vereint einerseits von arktischen Regionen, über Steppenlandschaften und Wüsten, bis hin zu subtropischen und tropischen Klimazonen sämtliche Klimaverhältnisse in einem Land. Erschwert wird das Ganze andererseits noch dadurch, dass der Kontinent verkehrstechnisch alles andere als erschlossen gilt. Um diese Liefergarantien zu gewährleisten, sei man daher „bestrebt, in die besten Technologien der Welt zu investieren, um die Effizienz für unsere Kunden zu steigern und auf die zukünftigen Anforderungen der einzigartigen australischen Gesundheitslandschaft zu reagieren“, heißt es darum auf der Homepage von Symbion.

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Bislang in Australien einzigartig

Dies dürfte daher wohl auch die Mutter des Gedankens gewesen sein, als man sich entschloss, den deutschen Intralogistik-Spezialisten SSI Schäfer zu beauftragen, das Distributionszentrum in Brisbane zu modernisieren. Mitentscheidend war hier jedoch auch, dass die Australier schon in der Vergangenheit in Melbourne auf Lösungen aus Neunkirchen (Siegerland / Deutschland) setzten. „Wir haben alle Erkenntnisse, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben, in einer einzigen Lösung umgesetzt und damit etwas geschaffen, das sicherstellt, dass alle Bedürfnisse unserer Kunden erfüllt werden und dabei eine Verbesserung erzielt wird“, bestätigt auch Simon Bunde, Executive General Manager, Strategic Operations and Innovation beim Mutterkonzern Ebos Group.

Hoher Durchsatz, 24×7. Die auf den Großhändler zugeschnittene Pharma-Logistik Automatisationslösung umfasst nun eine bislang in „Down Under“ einzigartige Kombination von Technologien von SSI Schäfer, um den hohen Durchsatz und die schnellen Reaktionszeiten von 24×7 Stunden zu ermöglichen. Die Prioritäten lagen dabei vor allem in der schnelle Bearbeitung von Aufträgen auch an Tagen mit Spitzenlasten sowie eine hohe Produktivität und Genauigkeit bei der Kommissionierung. Gleichzeitig sollte jedoch auch das erwartete Wachstum durch E-Commerce im neuen Distributionszentrum abgebildet sein. Und last but not least forderten die Verantwortlichen vom neuen System eine optimierte Raumnutzung sowie eine hohe Ausfallsicherheit, um die Lieferkontinuität zu gewährleisten.

3D-Matrix als Basis

Pharma-Logistik – S. Bunde: „Wir haben alle Erkenntnisse, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben, in einer einzigen Lösung umgesetzt.“ (Foto: SSI / RS MEDIA WORLD Archiv)
Pharma-Logistik – S. Bunde: „Wir haben alle Erkenntnisse, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben, in einer einzigen Lösung umgesetzt.“ (Foto: SSI / RS MEDIA WORLD Archiv)

Technisch gelöst wurden diese Anforderungen für das Distributionszentrum in Brisbane mit Hilfe des Einebenen-Shuttle-Systems „SSI Cuby“. Dieses ist als Teil der patentierten 3D-Matrix Solution (wir berichteten auf blogistic.net) integriert. Die Lösung umfasst zudem zwei Advanced Pick Stations two-level, eine Einrichtung für gekühlte Lagererzeugnisse, Gefahrgüter und Spezialpharmaka, ein vollautomatisiertes Kommissioniersystem A-Frame, Umreifungsmaschinen, Lid Closing Maschinen und Document Drops. Zum ersten Mal kommt in Australien auch das Weasel zum Einsatz. Dieses fahrerlose Transportsystem (FTS) wird für den Transport von Cases oder Behältern eingesetzt. Dadurch werden die Raumnutzung verbessert und Störungen für die Mitarbeiter verringert.

Ware-zum-Mann. Mithilfe der 3D-Matrix Solution kann nun jeder Behälter zu jedem Kommissionierarbeitsplatz transportiert werden. Das steigert die Effizienz und Flexibilität der Automatisations-Lösung. Der Effekt sind beispielsweise erheblich verringerte Auftragsbearbeitungszeiten. Die ergonomisch gestalteten Advanced Pick Stations two-level ermöglichen zudem eine Kommissionierung direkt in die Auftragsbehälter. Sie bieten außerdem eine klare Bedienerführung und überwachen die Kommissioniergenauigkeit mittels Lichtgitter.

60 Meter A-Frame

Wie bereits erwähnt, verfügt die Anlage in Brisbane über einen 60 Meter langen A-Frame. Das ist ein automatisches Kommissioniersystem, das auch in Spitzenlastzeiten eine schnelle Bearbeitung von Aufträgen ermöglicht. Die Symbion-Lösung verfügt dabei über 1.500 einstellbare Produktkanäle. Der Nachschub für den A-Frame erfolgt hierbei über ein angrenzendes Karton-Durchlaufregal für Behälter, das automatisch von den SSI Cuby-Shuttles aufgefüllt wird.

9.000 Aufträge pro Tag

Für eine möglichst optimale Systemleistung und hohe Ausfallsicherheit hat sich Symbion für das Resident Maintenance Modul von SSI Schäfer entschieden. Dabei handelt es sich um ein Rundum-Anlagenservice, bei dem lokale Techniker die Servicearbeiten direkt vor Ort durchführen. Dieser proaktive Service sorgt dafür, dass mögliche Probleme vorab erkannt und bei Bedarf sofort behoben werden können. Dadurch erreicht das Distributionszentrum höchste Verfügbarkeitswerte und eine optimale Leistung. Diese Faktoren sind wiederum essentiell für den nachhaltigen Erfolg des Projekts.

„Aufgrund der Automatisierung und Effizienz des Systems beträgt die Zeit zwischen dem Erhalt eines Auftrags und dem Versand oftmals nur 45 Minuten“, sagt S. Bunde zur Leistungsfähigkeit der Lösung in Brisbane und er ergänzt: „Dabei handelt es sich um keinen Spezialfall oder Eilauftrag, sondern um etwas, das wir jeden Tag in einer hohen Anzahl abwickeln.“ Die Anlage in Brisbane kann 9.000 Aufträge pro Tag bearbeiten. Das System bietet Platz für 50.000 Behälterpositionen mit bis zu 20.000 Medizin- und Pharmalinien.

symbion.com

ssi-schaefer.com

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