OPEN-AIR-LOGISTICS – Die Herzen erfolgreicher Musik-Events

Open-Air-Logistics – In den letzten zwei Jahren mussten die meisten Festivals pandemiebedingt ausfallen. Nach dieser Zwangspause läuft der Musiksommer 2022 in Deutschland und Österreich wieder auf vollen Touren – zur Freude von Millionen Besucher:innen. Zu einem der bekanntesten und größten Open-Air-Festivals weltweit zählt sicherlich das Wiener Donauinselfest. Zwischen den Zeltstädten, Versorgungsständen und Bühnen wird jedoch emsig und möglichst unbemerkt gearbeitet. Hervorragend organisierte Teams sorgen hier dafür, dass das Vergnügen der Fans möglichst ungetrübt ist. Aus diesem Anlass werfen wir von blogistic.net einen Blick hinter die Kulissen und schauen, wie Organisatoren und Logistiker:innen für ein reibungslosen Eventablauf sorgen.

Seit Jahrzehnten schon erleben Konzerte und Musikveranstaltungen einen nicht enden wollenden Boom: Weit über fünf Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum besuchten 2021 mindestens einmal im Monat ein musikalisches Event – und das trotz Pandemie! Die Event-Krönung kommt dann stets im Sommer mit der Festival-Saison. Und dann haben auch die Vertreter der Open-Air-Logistics alle Hände voll zu tun, damit die Fans auf ihre Kosten kommen und die Stars sich voll auf ihre Gigs konzentrieren können.

Die „Donauinsel“ schlug wieder Rekorde

Das mit abstand größte Musik- und Kulturfestival Europas bei freiem Eintritt dürfte dabei das „Donauinselfest“ in Wien darstellen. Über drei Tage lockten international bekannte Pop- und Rockstars wie Umberto Tozzi, Peter Cornelius etc., die für über 600 Stunden Programm auf elf Bühnen sorgten, mehr als 2,5 Millionen Besucher:innen an. Dabei sorgten Tausende Helfer:innen für eine reibungslose Logistik hinsichtlich der Zuschauerströme, der Versorgung der Gäste mit Speisen und Getränken bis hin zur Sanitär- und Healthcare-Logistik. Für die Sicherheit arbeiteten Hunderte Securities, welche die Hundertschaften an Polizist:innen unterstützten. 

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180.000 Fans bei BigCityBeats World Club Dome

Mit rund 180.000 Besucherinnen und Besuchern war hingegen das BigCityBeats World Club Dome in Frankfurt 2022 das meistbesuchte Open-Air-Event Deutschlands, mehr oder weniger dicht gefolgt von Parookaville (80.000) und Wacken Open Air (75.000). Mit den Jahren wurden die Festivals immer größer, ein Ende dieses Trends ist bislang nicht in Sicht. Dafür sorgen steigende Ticketpreise mitunter für Unmut – kostete ein Ticket für Rock am Ring 2007 noch 129 Euro, so lag der Preis in diesem Jahr schon bei 209 Euro. Hintergrund dafür ist jedoch, dass die fixen Nebenkosten ebenfalls steigen: für Sicherheitspersonal, Location-Miete, Stromkosten sowie die sogenannte Vergnügungssteuer müssen auch die Veranstaltenden immer tiefer in die Tasche greifen.

Open-Air-Logistics ist wie der Aufbau einer Kleinstadt

Der Vergleich mit dem Bau einer Kleinstadt scheint treffend, wenn man beobachtet, wie ein Open Air-Gelände entworfen und mit Leben gefüllt wird, damit ein Wochenende voller Musik und Spaß gelingen kann. Den Logistikerinnen und Logistikern sei Dank. Die Gestaltung der Infrastruktur für zehntausende Menschen erfordert viel Zeit und Geduld, daher haben große Festivals mittlerweile sogar einige Erwerbstätige, die ganzjährig mit der Planung betraut sind.

Open-Air-Logistics von Wacken Open Air

Bei einer Veranstaltung wie Wacken Open Air kümmern sich kurz vor Beginn rund 4.500 Mitarbeitende darum, dass das Material von 2.200 Lkws, die mit Bühnenmaterial, Ton- und Lichttechnik beladen sind, an der richtigen Stelle ankommt, abgeladen und aufgebaut wird. Der Fuhrpark wird dabei immer nachhaltiger, mittlerweile werden immer mehr E-Autos und Lastenfahrräder eingespannt. Das 280 Hektar große Gelände in Schleswig-Holstein wird mit 47 Kilometern Bauzaun ausgestattet, es entstehen über 200 Stände, die für das leibliche Wohl sorgen und auch der Strombedarf von zwölf Megawatt muss sich hinter dem Verbrauch einer kleineren Stadt nicht verstecken. Hinter der Organisation des Rock-Festivals steht daher ein eigenständiges Unternehmen, die WOA Festival GmbH.

Open-Air-Logistics erfordert exaktes Teamwork

So müssen Sanitäranlagen, Leitungen für Wasser und Kanalisation, Bühnen, Licht- und Soundanlagen sowie manchmal sogar eine Bier-Pipeline in nur wenigen Tagen auf- und später wieder abgebaut werden. Die Logistikerinnen und Logistiker sind ordentlich auf Trab, um Aufbau und Versorgung eines Festivals zu gewährleisten. Auch bei kurzfristigen Planänderungen sind sie zur Stelle, um beispielsweise Nachschub an Wechselgeld zu organisieren oder den Getränkevorrat aufzustocken.

Open-Air-Logistics – Kindermädchen für alles

Und wenn das letzte Lied mitgesungen, der letzte Bierkrug ausgetrunken und das letzte Zelt abgebaut ist, sorgt wieder die Logistik dafür, dass aufgeräumt wird: Bühnen samt Equipment werden abgebaut, Bauzäune eingesammelt, Abfälle entsorgt. Vor, während und nach einem Festival leisten Logistikerinnen und Logistiker ihren Beitrag dafür, dass mit dem Sommer 2022 ein wichtiges Stück Musikkultur für hunderttausende Fans erlebt werden kann.

„Die Wirtschaftsmacher“ in Kürze

Die 2018 gegründete Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern. Denn Logistik leistet einen systemrelevanten Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Initiative stellt auf ihrer Website sowie auf den einschlägigen Social-Media-Kanälen unter anderem zahlreiche Informationen für interessierte Nachwuchskräfte zur Verfügung, unter anderem Berufs- und „Logistikhelden“-Profile sowie kurzweilige Logistik-Insights. Mit ihren Aktivitäten wirbt sie für mehr Anerkennung und Wertschätzung für die systemrelevanten Leistungen der Logistik sowie ihrer Mitarbeitenden für die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung. Mit rund 3,2 Millionen. Beschäftigten und 280 Milliarden Euro Umsatz ist sie der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland, nach Automotive und Handel.

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Für ein besseres Image der Logistik

Die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern. An der Initiative beteiligen sich rund 100 Unternehmen, logistiknahe Verbände, Vereine und Medien wie etwa die der RS Media Solutions / HJS MEDIA WORLD. Dazu gehören bekannte Formate wie zum Beispiel BUSINESS+LOGISTIC und blogistic.net.

Eine starke Initiative

Zu den Big Spendern gehören hingegen Konzerne wie BMW oder VW, Handelsunternehmen wie EDEKA, PENNY, REWE oder Tchibo, Logistikdienstleister wie LOXXESS, Meyer Logistik, pfenning logistics oder Seifert Logistics, Intralogistiker wie STILL, Softwareunternehmen wie AEB, INFORM und PSI, aber auch Start-ups wie Neocargo und Heureka. Dazu kommen Verbände und Netzwerke wie die Air Cargo Community Frankfurt, die Bundesvereinigung Logistik (BVL), die Initiative Logistikimmobilien (Logix), das Stückgutnetzwerk System Alliance, der Verband der Automobilindustrie (VDA), das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie weitere Unternehmen und ideelle Träger aus unterschiedlichen Bereichen. Die Initiative ist offen für zusätzliche Unterstützer.

die-wirtschaftsmacher.de

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(Mehr als 120 State-of-the-Art Anwenderbeispiele aus der Intralogistik finden Sie in unserer Rubrik BEST PRACTICE in blogistic.net)

(Mehr zur HJS MEDIA WORLD finden Sie hier unter journalismus.at)

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