MEGA-TRENDS 2024 – KI, Digitalisierung und Optimierungen bestimmen die Intralogistik

Das Jahr 2024 wird in der Intralogistik nicht primär bestimmt von den Krisen in der Welt. Vielmehr sind es Mega-Trends wie etwa die digitale Transformation und hier die dramatischen Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie der latente Fachkräftemangel. Smarte, nachhaltige und resiliente Lösungen sind daher dringend gesucht. Interessenten können auf dem Startevent ins Intralogistik-Jahr, der LogiMAT 2024 vom 19. bis 21. März in Stuttgart fündig werden. 

Ein Bericht von HaJo Schlobach 

Mega-Trends 2024 - Die Anbieter von Intralogistik-Lösungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend zu Enablern von disruptiven Entwicklungen. (Foto: Euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
Mega-Trends 2024 – Die Anbieter von Intralogistik-Lösungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend zu Enablern von disruptiven Entwicklungen. (Foto: Euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

Die Intralogistik ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft generell. Egal in welche Branchen man schaut, die Anforderungen an die interne Logistik steigen stetig. Mit wachsender Volatilität, Komplexität und Dynamik der Wirtschaft gewinnen hierbei vor allem die Flexibilität und Wandelbarkeit der Systeme bei der zukunftsfähigen Auslegung der logistischen Prozesse eine zunehmend wichtigere Rolle. Erst sie ermöglichen bei verändertem Bedarf und technologischen Neuentwicklungen die einfache Erweiterbarkeit und Modifizierbarkeit bestehender Anlagen.  

Die Gründe dafür sind die digitale Transformation, das Wachstum des E-Commerce, die zunehmende Komplexität der Lieferketten und die ökologischen Herausforderungen. Aber auch der demographische Wandel sowie der Fachkräftemangel sind Gründe dafür, dass Unternehmen in die Intralogistik, d.h. in die Automation intralogistischer Prozesse investieren. Sie müssen diese optimieren, was nichts anderes als die Steigerung der Produktivität pro Kopf bedeutet. Es geht also vor allem um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und weniger um die Steigerung des Profits. Dieser steht, angesichts explodierender Kosten entlang der volatilen Supply Chains, ohnehin unter starkem Druck. Und am Ende der Lieferketten stehen irgendwann immer die Konsument:innen. Es sind ihre sich permanent wandelnden Bedürfnisse, welche befriedigt werden müssen.  

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Die Anbieter von Intralogistik-Lösungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend zu Enablern dieser disruptiven Entwicklungen. Was das bedeutet, können sich Interessenten wieder auf der LogiMAT 2024 in Stuttgart ansehen. Als grundlegende Attribute für zukunftsfähige Lösungen gelten in diesem Jahr leicht umstrukturierbare Komponenten für eine modulare Konzeption von Gesamtsystemen. Gezeigt werden Anlagentechnologien nach dem Baukastenprinzip. Die Kopplung von Modulen zu einem exakt zugeschnittenen Gesamtsystem verspricht nämlich eine hohe Flexibilität bezüglich Erweiterungen und Änderungen. Das wird in der Intralogistik als Wandelbarkeit bezeichnet. Das Spektrum der entsprechenden Instrumente, das unterstreichen die Themen der Expert Foren auf der LogiMAT, reicht von modular konzipierten Warehouse Management Systemen (WMS) und Logistik Suiten über Anlagen- und Materialflusssteuerung bis hin zum prozessoptimierten Zusammenspiel von Fördertechnik und Flotten der Transportgeräte. Als klassische Beispiel in der Lagertechnik gilt etwa die modulare Konzeption der AutoStore-Technologie mit der Skalierbarkeit aller Anlagenkomponenten. Das wird auf der LogiMAT 2024 von verschiedenen Ausstellern, aber auch dem Systementwickler selbst präsentiert. (Die Erfinder der Cube-Storage-Lösung wurden vergangenes Jahr in die Logistics Hall of Fame aufgenommen. Wir berichteten.)  

In diesem Zusammenhang kommt der KI in der Intralogistik eine immer wichtigere Rolle zu. Laut einem Artikel von DHL Freight wird die Implementierung von KI vor allem in den Bereichen Planung, Prognose und Assetmanagement voranschreiten. Die große Menge an vorhandenen Daten wird hierbei durch Methoden der KI nutzbar gemacht und ermöglicht es so, neue Transparenzen zu schaffen und Potenziale zu entdecken. Unternehmen, die ihre Intralogistik anpassen, können durch KI somit noch wettbewerbsfähiger werden. 

KI macht Prognosen genauer 

Neben den Hardware-Komponenten unterstützt somit die Software mit Einbindung von KI für Analysen und Prognosen die Flexibilität und Wandelbarkeit von Materialflussdesign und Prozessen. Vor dem Hintergrund ausufernder Volatilitäten, Absatzschwächen und Personalmangel beispielsweise konstatiert Prof. Dr. Thorsten Schmidt, VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) und Inhaber der Professur für Technische Logistik an der TU Dresden, dass die Erfolgsbranche eCommerce zunehmend in anspruchsvollem Fahrwasser manövriert. Im Expert Forum „Der eCommerce in der Bewährungsprobe? Wie aktuelle Herausforderungen eine Erfolgsbranche beschäftigen“ (Mittwoch, 20. März 2024, 11:00 – 11:50 Uhr) erörtert er mit Praktikern die aktuellen Herausforderungen und Lösungswege für die Branche. Unter dem Aspekt der “Flexibilität” wird dabei unter anderem aufgezeigt, welchen Beitrag Künstliche Intelligenz (KI) im Praxiseinsatz liefert, um die Vorhersagegenauigkeit und Prognosen für die Geschäftsfelder und -prozesse zu verbessern. Kontinuierliche KI-basierte Prozessanalysen schaffen Transparenz, weisen Schwachstellen auf und ermögliche gezielte Optimierungen, Erweiterungen und Modifizierungen bestehender Anlagen und Prozesse. 

Diversifizierung der Lieferketten 

Mega-Trends 2024 - Die Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistik eröffnet neue Möglichkeiten, die Effizienz, die Qualität und die Sicherheit der Produktion und -distribution zu steigern. (Foto: Euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
Mega-Trends 2024 – Die Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistik eröffnet neue Möglichkeiten, die Effizienz, die Qualität und die Sicherheit der Produktion und -distribution zu steigern. (Foto: Euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

Einer der Mega-Trends des Jahres betrifft die Diversifizierung der Lieferketten. Die Covid-19-Pandemie und andere globale Krisen haben gezeigt, wie wichtig es ist, resiliente und agile Lieferketten zu haben, die auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren können. Ein Weg, um die Resilienz zu erhöhen, ist die Diversifizierung der Lieferketten. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit mit mehreren Lieferanten aus verschiedenen Ländern und Regionen vorangetrieben werden muss. Dies, so die Überlegung, reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Quellen und erhöht die Flexibilität und die Reaktionsfähigkeit. Um die Diversifizierung der Lieferketten zu ermöglichen, sind digitale Plattformen und Netzwerke notwendig, die eine effiziente Kommunikation, Koordination und Transparenz gewährleisten. Und in diese Lieferketten müssen sich Unternehmen möglichst unterbrechungsfrei integrieren können. Der Intralogistik-Lösung kommt somit die Aufgabe zu, sofort darauf zu reagieren, wenn sich Engpässe abzeichnen. Mit einer entsprechenden KI wäre das sogar schon im Vorfeld möglich.  

Insbesondere die Lebensmittelindustrie steht vor der Herausforderung, ihre ökologischen Auswirkungen zu reduzieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Ein wichtiger Ansatz dafür ist die Kreislaufwirtschaft, die darauf abzielt, Abfall zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und Wertstoffe zurückzugewinnen. Die Kreislaufwirtschaft erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Lieferkette, von den Rohstofflieferanten über die Produzenten bis hin zu den Endverbrauchern. Dabei spielen intelligente Verpackungen, Recycling-Systeme und Rückverfolgbarkeitslösungen eine wichtige Rolle. Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Dekarbonisierung, d.h. die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die durch die Logistikaktivitäten verursacht werden. Dies erfordert den Einsatz von alternativen Energiequellen, wie z.B. Wasserstoff, Biogas oder Solarenergie, sowie die Optimierung der Transportwege und -mittel¹. 

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Edge Computing, Robotik und FTS 

Die Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistik eröffnet neue Möglichkeiten, die Effizienz, die Qualität und die Sicherheit der Produktion und -distribution zu steigern. Dabei spielen einige Technologien eine Schlüsselrolle, die auf der LogiMAT 2024 vorgestellt werden. Eine davon ist das Edge Computing, das die Datenverarbeitung an den Rand des Netzwerks verlagert, um eine schnellere und zuverlässigere Datenübertragung zu ermöglichen. Dies ist besonders wichtig für die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Intralogistik, die eine hohe Rechenleistung und eine geringe Latenz erfordert. Eine weitere Technologie ist die Robotik, die sowohl in der Produktion als auch in der Lagerung eingesetzt wird, um die manuellen Tätigkeiten zu unterstützen oder zu ersetzen. Dabei kommen sowohl stationäre als auch mobile Roboter zum Einsatz, die autonom oder kollaborativ agieren können. Ein Beispiel dafür sind die Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTS), die die innerbetriebliche Beförderung von Paletten, Behältern oder anderen Ladeeinheiten übernehmen. Die FTS können sich selbstständig orientieren, navigieren und koordinieren, um eine optimale Flächennutzung und einen reibungslosen Materialfluss zu gewährleisten. FTS gehören somit unbedingt zu den Mega-Trends 2024, die auf der LogiMAT 2024 in Stuttgart zu sehen sind. 

Fazit – “Alles in Bewegung, nix is’ fix” 

Die Intralogistik ist ein dynamischer und innovativer Bereich, der sich ständig weiterentwickelt, um den Anforderungen und Herausforderungen der Wirtschaft in unterschiedlichsten Branchen gerecht zu werden. Die LogiMAT 2024 bietet somit eine adäquate Plattform, um die neuesten Mega-Trends und Lösungen für die smarte, nachhaltige und resiliente Intralogistik zu entdecken und zu diskutieren. 

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