LOGISTIKIMMOBILIEN – Sieben Millionen qm für Batterie-Lagerung fehlen

Logistikimmobilien (Foto: Kurt Michel / www.pixelio.de)
Logistikimmobilien – Wie mit Li-Ionen-Batterien richtig umgehen? Die Produktion und Lagerung von Lithium.Ionen-Batterien stellen die Wirtschaft noch immer vor enorme Herausforderungen. (Foto: Kurt Michel / www.pixelio.de)

Lithium-Ionen-Batterien für Automobile und die Industrie fordern den Markt im Bereich der Logistikimmobilien in Deutschland und Europa heraus. Alleine in Deutschland fehlen bis 2030 rund sieben Millionen Quadratmeter Lagerfläche, um die E-Mobility auf den Straßen, aber auch in der Industrie bewältigen zu können. Das ergab eine jüngste Marktuntersuchung des Spezialisten für Logistikimmobilien, Logivest. Gleichzeitig müssen europaweit pro Woche rund 14.000 öffentliche Ladestationen gebaut werden, damit die gesteckten Klimaziele der EU erreicht werden.

Soll sich die Elektromobilität flächendeckend in Deutschland und Europa durchsetzen, bedarf es nicht nur mehr Käufer von Elektroautos, sondern auch des Ausbaus der Infrastruktur rundherum. So kommt eine jüngste Untersuchung des deutschen Spezialisten für Bestands-, Neubau-, Vermietungs- und Investmentberatung im Bereich Logistikimmobilien, Logivest, zum Ergebnis, dass bis zum Jahr 2030 noch rund sieben Millionen Quadratmeter Fläche für Zentral- und Regionallager für Lithium-Ionen-Batterien gebaut werden müssen. Gleichzeitig fehlen Flächen für die Ersatzteillogistik. Vor dem Hintergrund, dass lt. Statista sich der Flächenumsatz mit Lager- und Logistikflächen in Deutschland im Jahr 2021 auf rund 9,2 Millionen Quadratmeter belief, muss sich der Umsatz somit nahezu verdoppeln. Ein Unterfangen, dass nahezu nicht zu erreichen sein dürfte, wenn man bedenkt, dass es nach wie vor keine bundesweiten Standards und öffentlich-rechtliche Vorgaben zur Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien gibt.

Logistikimmobilien – 1.000 zusätzliche Baugenehmigungen bis 2030

Dies bestätigt Kuno Neumeier, CEO der Logivest und Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik, BVL, in Deutschland gegenüber den Medien: „Ich rechne mit einem zusätzlichen Bedarf an Lagerfläche für Lithium-Ionen-Batterien von rund sieben Millionen Quadratmetern bis 2030. Daher könne man davon ausgehen, dass für diesen Zweck rund 1.000 zusätzliche Baugenehmigungen für Logistikimmobilien zur Lagerung dieser Energieträger eingereicht und erteilt werden müssen, so K. Neumeier weiter.

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Fehlende Standards hemmen Investitionen

Logistikimmobilien (Foto: Kurt Michel / www.pixelio.de)
Logistikimmobilien – Bis heute gibt es keine einheitlichen Standards und rechtliche Vorgaben in Deutschland für die Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien. (Foto: Kurt Michel / www.pixelio.de)

Das bis dato ungelöste Problem ist dabei jedoch, dass es bis heute keine einheitlichen Standards und rechtliche Vorgaben in Deutschland für die Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien gibt. Vielmehr existiert Deutschland-weit ein Potpourri unterschiedlicher Genehmigungsverfahren und viele individuelle Lösungen. „Das muss sich dringend ändern“, so die Forderung des Logistikimmobilienexperten K. Neumeier. Denn Lithium-Ionen-Batterien sind als hochentzündliches Gefahrgut klassifiziert. In den Transportvorschriften der Vereinten Nationen sind die Energiespeicher deshalb der Gefahrgutklasse 9 zugeordnet. Für Betreiber von und Investoren in solche Immobilien besteht somit ein kaum kalkulierbares unternehmerisches Risiko mit diesen Energiespeichern. „Darum ist es wichtig, dass klare Regularien gelten, um Gefahren für Mensch und Umwelt so gering als möglich zu halten. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, einheitliche Standards zu definieren, die deutschlandweit gelten“, konkretisiert K. Neumeier seine Forderung.

Logistikimmobilien – Whitepaper für Batterielager

Vor diesem Hintergrund brachte Logivest nun ein Whitepaper, das Informationen zu den aktuellen Planungen und Entwicklungen bei Produktion, Lagerung und Recycling von Gefahrstoffen  zusammengestellt hat. Zudem geben die Logistikimmobilienexperten Tipps, worauf es bei der Standortwahl und Lagerung und ankommt (hier klicken und kostenlosen downloaden). Download zur Verfügung: 

14.000 Ladestationen pro Woche müssen gebaut werden

Doch damit ist es noch lange nicht getan.  Wenn 15 Millionen Elektro-Autos bis 2030 auf Deutschlands Straßen rollen sollen – so das Ziel der Bundesregierung – bedarf es eines enormen Entwicklungsschubes beim Aufbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur. So rechnet der Verband der europäischen Automobilindustrie in einer Studie vor, dass bis 2030 bis zu 6,8 Millionen Ladepunkte europaweit notwendig seien, um die von der EU vorgeschlagene CO2-Reduktion von 55 Prozent für Pkw und Lkw zu erreichen. Die Studie, die auf einer Analyse von McKinsey basiert, zeigt, dass diese Zahl fast doppelt so hoch ist wie sie die Europäischen Kommission in ihrem Vorschlag zur Regulierung der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) nennt und über den derzeit im Europäischen Parlament und im Rat verhandelt wird. Die EU-Kommission und die EU-Länder müssen also noch deutlich nachlegen, wollen sie ihre selbst gesteckten Ziele auch tatsächlich erreichen (mehr Infos hier auf blogistic.net)

logivest.de | bvl.de

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