LOGISTIK-STUDIE 2021 – Lieferketten könnten nachhaltiger sein

Logistik-Studie 2021 (Foto: Michael Hirschka / www.pixelio.de)
Logistik-Studie 2021 – Die Nachhaltigkeit von Lieferketten ist im deutschsprachigen Raum noch eher selten das Ergebnis gezielter Unternehmensstrategien. (Foto: Michael Hirschka / www.pixelio.de)

Logistik-Studie 2021 – Zwar gehört das Management von Supply Chains in Unternehmen des deutschsprachigen Raumes mittlerweile zum Alltag. Die Nachhaltigkeit von Lieferketten ist jedoch eher selten das Ergebnis von Unternehmensstrategien, sondern dürfte häufig dem Zufall geschuldet sein. Das ergab die jüngste Studie „Nachhaltigkeit in Supply Chains“ der Hochschule in Fulda, die im Auftrag des Bundesverband Materialwirtschaft & Einkauf (BME) durchgeführt wurde.

Das Management Lieferketten wird bereits von einer großen Zahl deutscher Unternehmen bewusst umgesetzt. Ob die Lieferketten jedoch nachhaltig sind, dieser Frage in der Mehrzahl der Unternehmen im deutschsprachigen Raum jedoch eher eine untergeordnete Rolle zu. Mehrheitlich wird dort also die Nachhaltigkeit in Supply Chains nicht auf der Basis konkreter Strategien mit definierten Verantwortlichkeiten umgesetzt. Sie dürfte daher eher ein Zufallsprodukt von Unternehmensstrategien im deutschsprachigen Raum sein. Darauf weist zumindest die Logistik-Studie 2021 zu „Nachhaltigkeit in Supply Chains“ hin, welche die Hochschule in Fulda gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) diese Woche veröffentlichte. Hierfür wurde im Sommer 2021 eine Online-Erhebung durchgeführt, an der sich branchenübergreifend 226 Führungskräfte aus Einkauf, Logistik und Supply Chain Management aus dem gesamten deutschsprachigen Raum beteiliggten. Ziel der diesjährigen Logistik-Studie, die der BME regelmäßig durchführen lässt, war es, den Status quo von Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsmanagement in Supply Chains bei Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu erfassen.

„Nachhaltigkeit“ selten Ergebnis gezielter Strategien

„Noch zu selten setzen die Unternehmen Nachhaltigkeit auf Basis gezielter Strategien und fest definierter Verantwortlichkeiten um. Dieser Tatbestand zieht sich durch nahezu alle Bereiche – von der Organisation über den Umfang der operativen Umsetzung bis hin zu konkreten Aktivitäten“, kommentiert BME-Hauptgeschäftsführerin Dr. Helena Melnikov ein zentrales Ergebnis der Logistik-Studie 2021. Danach verfügen derzeit weniger als die Hälfte der befragten Firmen über eine eigene Organisationseinheit für Nachhaltigkeit. Häufig werde Nachhaltigkeit noch als „Projekt“ in den Logistik- oder Einkaufsabteilungen verortet, das neben anderen Aufgaben abgearbeitet wird. „Unternehmen, die bereits eine Organisationseinheit für Nachhaltigkeit eingerichtet haben, äußern sich positiv über die Einbindung in Aufbau- und Ablauforganisation. Das ist ein Zeichen dafür, dass es betriebsintern anscheinend wenig Reibungspunkte gibt“, führt H. Melnikov weiter aus.

Logistik-Studie 2021 – Stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit gefordert

„Die aktuellen Studienergebnisse belegen, dass die Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit künftig noch weitaus stärker in den Blick nehmen müssen. Wichtig ist dabei, alle Glieder der Werftschöpfungskette zu betrachten“, sagt Carsten Knauer, BME-Leiter Sektion Logistik/SCM zur Logistik-Studie 2021. Nachhaltigkeit in den Lieferketten sollte sich seiner Meinung nach „nicht nur auf den Einkauf des Unternehmens reduzieren. Es geht vielmehr darum, auch bei den Kunden ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen – beispielsweise für höhere Preise. Denn Nachhaltigkeit verursacht meistens auch höhere Kosten.“

Vorreiter erzielen Wettbewerbsvorteile

„Es ist erfreulich, dass es Vorreiter gibt, die die Bedeutung von Nachhaltigkeit in Lieferketten für das eigene Unternehmen erkannt haben. Damit lassen sich Chancen und Wettbewerbsvorteile erzielen“, erklärt Michael Huth, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Logistik an der Hochschule Fulda. Gleichzeitig zeige sich seiner Einschätzung nach aber auch, dass „zu viele Firmen nur auf externe Anforderung zur Nachhaltigkeit reagieren – und das häufig auch nur halbherzig“.

BME-Studie in Kürze

Logistik-Studie 2021 zur „Nachhaltigkeit in Supply Chains“ wurde im Zeitraum vom 17. Mai bis 15. Juli 2021 durchgeführt. Die meisten Teilnehmer kamen aus der Lager- und Transportbranche sowie aus den Bereichen Automotive, Pharma, Chemie und Maschinenbau. Autoren der Umfrage sind Prof. Dr. Michael Huth (Hochschule Fulda) und Carsten Knauer (BME). Die BME-Logistik-Studie 2021 „Nachhaltigkeit in Supply Chains“ steht als PDF hier zum Download bereit.

hs-fulda.de

bme.de

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