LOGIMAT 2024 – KI wird zentral für Software-Anwendungen in der Intralogistik

Die LogiMAT 2024 in Stuttgart zeigt, dass die Systementwickler der Intralogistikbranche im Software-Bereich verstärkt auf die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) setzen. Die Aussteller beispielsweise in Halle 8 präsentieren ihre Software-Neuvorstellungen und wie mit KI-Algorithmen große Datenmengen analysiert sowie Muster aufgezeigt werden. Ihr Ziel ist es dabei vor allem, Schwachstellen und Engpässe zu erkennen und zu beseitigen, um so Prozesse zu optimieren. Wir fassen hier zusammen, was es zu sehen gibt. 

LogimAT 2024 – M. Ruchty: “... liegt es nahe, dass die Softwareentwickler die mittlerweile extrem hohen Rechengeschwindigkeiten und Speicherkapazitäten nutzen und speziell programmierte KI-Algorithmen in ihre Software integrieren...” (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
LogimAT 2024 – M. Ruchty: “… liegt es nahe, dass die Softwareentwickler die mittlerweile extrem hohen Rechengeschwindigkeiten und Speicherkapazitäten nutzen und speziell programmierte KI-Algorithmen in ihre Software integrieren…” (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

KI-gestützte Simulationsmodelle und Datenanalysen sollen künftig helfen, die Qualität von Vorhersagen über Auftragslasten im Materialfluss zu steigern, um so beispielsweise eine optimale Anlagendimensionierung bereits vor Inbetriebnahme von Logistikanlagen zu haben. Gleichzeitig sollen sie die Anlagenperformance und Ressourcenplanung bestehender Anlagen in Echtzeit verbessern helfen. Wie das geht, werden Besucher der LogiMAT 2024 vom 19. bis 21. März von den ausstellenden Lösungsanbietern erfahren. (Lesen Sie hier mehr zu den zu den Megatrends der Intralogistik in 2024.)

LogiMAT 2024 – KI ermöglicht genaue Analysen der Standort- und Transportlogistik 

KI ermöglicht heute eine genaue Analyse der Standort- und Transportlogistik. Das zeigt sich auch auf der LogiMAT 2024. Anders als in den Messe-Jahren zuvor, zeigen die Softwareunternehmen mit ihren Exponaten eine weniger weit- als vielmehr tiefgreifende Entwicklungstendenz. Sie dürften nämlich ihr Angebot zur Vernetzung der Softwaresysteme in der IT-Landschaft der Unternehmen offenbar als weitgehend abgeschlossen betrachten. Suiten und App-Plattformen, die etwa frei konfigurierbare WMS- und TMS-Module umfassen und Optionen für die direkte (An-)Steuerung der intralogistischen Automatisierungssysteme bieten, bilden hingegen die letzten Trends ab. Auch solche sind heuer auf der LogiMAT 2024 zu sehen. Als Treiber der aktuellen Entwicklungen fungiert in nahezu allen intralogistischen IT-Bereichen gegenwärtig vornehmlich KI. Die Einbindung von KI erschließt den bewährten Systemen und ihren Nutzern nämlich teilweise völlig neue Optionen.  

LogiMAT 2024 als Trendsetter-Plattform 

Die weiterführende Auswertung vorhandener Daten durch KI-Algorithmen soll die Prozesse weiter automatisieren und die Effizienz steigern. Denn moderne Softwaresysteme fungieren als zentrale Drehscheiben, die verschiedenste Drittsysteme, Maschinen und Endgeräte miteinander vernetzen und deren digitalisierten Performance-Daten im Zugriff haben. Sie bieten einen Überblick über alle relevanten Geschäftsprozesse und -kennzahlen (KPI). „Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass die Softwareentwickler die mittlerweile extrem hohen Rechengeschwindigkeiten und Speicherkapazitäten nutzen und speziell programmierte KI-Algorithmen in ihre Software integrieren, um Daten zu analysieren, Transparenz zu steigern und eventuelle Verbesserungen abzuleiten“, analysiert Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Messeveranstalter Euroexpo die Marktsituation. Und in der Tat: Lt. Messeveranstalter zeigt in Halle 8 auf dem Stuttgarter Messegelände das Gros der Softwareunternehmen die vielseitige Anwendungspalette der KI-basierten Software-Applikationen. 

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LogiMAT 2024 – Optimierung von Routen, Bestandsverwaltung und Bedarfsvorhersagen 

LogiMAT 2024 – Im Bereich des Warehouse Management unter anderem voll konfigurierbare Systeme, neueste Versionen cloudbasierter Lagerverwaltungssysteme mit Bestandsabgleich über mehrere Standorte und direkter Lagertechniksteuerung per Staplerterminal ohne Backend und Server präsentiert. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
LogiMAT 2024 – Im Bereich des Warehouse Management unter anderem voll konfigurierbare Systeme, neueste Versionen cloudbasierter Lagerverwaltungssysteme mit Bestandsabgleich über mehrere Standorte und direkter Lagertechniksteuerung per Staplerterminal ohne Backend und Server präsentiert. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

Die komplexen dynamischen Prozesse moderner (Intra-)Logistik sind daher von von solchen intelligenten Softwaresystemen geprägt. Enterprise Resource Planning (ERP) und Warenwirtschaftssysteme (WWS), Warehouse Management Systeme (WMS), Transport Management Systeme (TMS) und Software für das Customer Relationship Management (CRM) sichern mit Hilfe von KI noch reibungslosere Abläufe in den Lieferketten, so das Versprechen. Denn die Logistikwirtschaft generiert seit jeher enorme Datenmengen. Die Mengen wachsen exponentiell, je engmaschiger die Supply Chain-Ketten und -Netzwerke miteinander verknüpft sind. Mit KI-Algorithmen lassen sich diese Daten in rasanter Geschwindigkeit tiefgreifend analysieren. 

KI ermöglicht präzisere Management-Entscheidungen  

Managemententscheidungen werden auf diese Weise noch präziser und sicherer. In Echtzeit identifizieren KI-Systeme Muster und komplexe Wirkungszusammenhänge und liefern so Ergebnisse für belastbare Aussagen beispielsweise zur Optimierung von Routen, über die Bestandsverwaltung oder für Bedarfsvorhersagen, um fundierte strategische Entscheidungen zu treffen. Software mit Simulationsszenarien unterstützen zudem die bedarfsgerechte Ausstattung und Materialflussplanung für Logistikzentren oder die Standort- und Netzplanung für eine effiziente Supply Chain. In diesem Umfeld bewegen sich die verbesserten Systeme, neue Applikationen und Automatisierungsmöglichkeiten für intelligentes Datenmanagement. Die Aussteller der Software-Branche stellen diese Entwicklungen unter dem Messemotto „SHAPING CHANGE TOGETHER – Sustainability – AI – Ergonomics“ auf der LogiMAT 2024 vor. 

Mit KI-Analysen Kommissionierprozesse um mehr als 20 Prozent steigern

Aber auf der LogiMAT in Stuttgart ist noch mehr im Software-Segment zu sehen. So werden im Bereich des Warehouse Management unter anderem voll konfigurierbare Systeme, neueste Versionen cloudbasierter Lagerverwaltungssysteme mit Bestandsabgleich über mehrere Standorte und direkter Lagertechniksteuerung per Staplerterminal ohne Backend und Server präsentiert. Außerdem ist in Halle 8 ein neuartiger Warehouse Control Tower für eine WMS-Suite zu sehen. Der Tower soll Echtzeit-Analysen zur optimalen Steuerung und schnellen Anpassung an sich ändernde Anforderungen ermöglichen. Zudem wird eine neue, auf KI basierende IT-Plattform gezeigt, die WMS-unterstützte Logistikprozesse analysiert und auf dieser Grundlage beispielsweise die Effizienz der Kommissionierprozesse um mehr als 20 Prozent steigern können soll. 

ChatGPT – In Intralogistikanlagen schon Realität 

Daneben bestätigen die ausstellenden Softwareunternehmen den Trend zu einem zunehmenden Einsatz von generativer KI, ChatGPT, in realen Anwendungen. Ihre Einbindung ermöglicht es, mehr Aufgaben zu digitalisieren und zu automatisieren sowie Mitarbeitende von Routinetätigkeiten zu entlasten. So sollen die intelligenten Chatbots durch personalisierte Benutzererfahrungen und intuitive Schnittstellen die Benutzerfreundlichkeit der Systemanwendungen steigern. Mit Integration von ChatGPT in seine KI-basierte Logistikplattform will beispielsweise ein Aussteller in Halle 8 unter anderem Anfragen zu Lieferstatus und Produktverfügbarkeit, die in natürlicher Sprache formuliert werden, nach Top-Sellern filtern und individuelle Lagerberichte erstellen lassen. Die KI soll hierbei Mitarbeiter zudem durch interaktive Chatdialoge in der Prozessbedienung unterstützen.  

Die Usability der Anwendungen steigt 

LogiMAT 2024 - KI-gestützte Simulationsmodelle und Datenanalysen sollen künftig dem Management helfen, präzisere Entscheidungen zu treffen. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
LogiMAT 2024 – KI-gestützte Simulationsmodelle und Datenanalysen sollen künftig dem Management helfen, präzisere Entscheidungen zu treffen. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

An einem anderen Stand wird demonstriert, wie auch User ohne technischen Background durch Integration von ChatGPT in ein kombiniertes Transport- und Dokumenten-Management-System (TDMS) beliebige Geschäftsregeln zur innerbetrieblichen Prozessautomatisierung direkt dort einbinden können. Für weitere innerbetriebliche Vernetzungen sollen KI-Algorithmen in einem Warehouse Execution System des Ausstellers auf der LogiMAT 2024 sorgen. Ein digitaler Zwilling bildet hierbei in Echtzeit alle Lagerbewegungen ab. Stapler transportieren hierbei nicht nur Waren, sondern übermitteln auch deren Daten. Die Integration von KI-Technologien dient in diesem Case vor allem einer dynamischen Verteilung der Transportaufträge und optimierten Gesamtleistung des Lagers. Mit digitalen Zwillingsalgorithmen und Real Time Location soll das Warehouse Execution System zudem manuelle und autonome Fahrzeuge koordiniert steuern, um die Effizienz und Flexibilität zu steigern.  

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Und immer wieder AutoStore 

Eine andere Neuheit der LogiMAT 2024 fokussiert das Lagersystem AutoStore. Hier wurde nun eine Lagerverwaltungssoftware, der sogenannte AutoStore-Connector integriert. Er nimmt die Transportaufträge vom Lagerverwaltungssystem entgegen, teilt sie auf und gibt sie dann an die angebundenen Automatikkomponenten weiter. Die abzuwickelnden Transporte werden unter Berücksichtigung von Auslastungen und manuellen Eingriffen koordiniert und gesteuert. Darüber hinaus sind unter anderem neu entwickelte Systeme zum effizienten Management von Arbeitsabläufen, ein neues Modul zur Nachhaltigkeitsbewertung und einfachen Erstellung von Mietmodellen für eigene Ladungsträger in einer Software zur Automatisierung von Ladungsträgerbuchung und -verfolgung zu sehen. Außerdem ein Converter, der veraltete SAP-Anwendungen automatisch in eine modere und nutzerfreundliche App transformiert. 

LogiMAT 2024 – TMS und Supply Chain Engineering

Über Intralogistik hinaus setzen die Entwickler auf KI, um resilientere und effizientere Transporte und Lieferketten zu gestalten und eine durchgängig vernetzte, kollaborative Supply Chain mit Echzeit-Performance-Daten zu unterstützen. Transport Management Systeme (TMS) werden hierfür um Dokumentenmanagement-Software erweitert, um Frachtdokumente effizient zu scannen, sicher zu digitalisieren und auf schnellen Zugriff auszulegen. KPI-gesteuertes Dispositions-Management und Tourenplanung mit cloudbasierter, grafischer Hallenscannung fördern gleichzeitig die präzise Stückgutabwicklung.  

Tourenoptimierung aus der Cloud 

Ein neues integriertes System aus TMS, Telematik und Fahrer-App soll mit erweiterter Einbindung von fahrzeug-, fahrer- und tourenbezogenen Informationen in Echtzeit Zeitverluste durch unnötige Standzeiten und Umwege vermeiden. Eine weitere KI-basierte TMS-Neuheit auf der LogiMAT 2024 für Tourenoptimierung und -planung wird komplett aus der Cloud angeboten. Mithilfe von KI erfasst das System die Vorgaben des menschlichen Disponenten, führt Planungsoperationen im Millisekundenbereich durch, optimiert die Vorgaben und legt gute Ergebnisse für künftige Berechnungen in seinem Speicher ab. Darüber hinaus wird unter anderem die neue Version eines ebenfalls vollständig aus der Cloud verfügbaren Transportleitstands für automatisierte Tourenplanung und präzisere Vorausberechnung von Ankunftszeiten (ETA) vorgestellt. Der Leitstand kann mit einem AddOn-Dashboard-Modul für transparentes Reporting geführt werden. 

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KI-basiertes Supply Chain Engineering 

LogiMAT 2024 - Eine andere Neuheit der LogiMAT 2024 fokussiert das Lagersystem AutoStore. Hier wurde nun eine Lagerverwaltungssoftware, der sogenannte AutoStore-Connector integriert. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)
LogiMAT 2024 – Eine andere Neuheit der LogiMAT 2024 fokussiert das Lagersystem AutoStore. Hier wurde nun eine Lagerverwaltungssoftware, der sogenannte AutoStore-Connector integriert. (Foto: euroexpo / RS MEDIA WORLD archive)

Weitere Neuvorstellungen auf der LogiMAT 2024 zielen auf KI-basiertes Supply Chain Engineering etwa mit Echtzeit-Digitalisierung durch Digitale Zwillinge. Nahezu auf Knopfdruck soll der KI-Algorithmus optimale Lösungen berechnen, wenn es darum geht, ein Liefergebiet mit mehreren Standorten abzudecken, die bestmöglich miteinander interagieren. Wahlweise können dabei Aufträge, Gewicht, Volumen oder Stückzahl als Berechnungsgrundlage herangezogen werden. Mit einem interaktiven Szenario-Manager können alle Szenarien verglichen und bewertet werden. Zudem können die Fachbesucher ein cloudbasiertes Tool kennenlernen, das die Transparenz in der Lieferkette steigern und Verwaltung, Zusammenarbeit und Kommunikation in der Supply Chain verbessern soll. Ein weiteres Exponat mit Supply Chain Network Design soll Anwender anhand zentraler Kriterien bei Lieferantenbewertungen und Sourcing-Strategien unterstützen. Auf Anwendungen in kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU) zielt eine Predictive Planning Suite, die als Plattform für Supply Chain Planung mit KI- und Machine Learning-basierten Funktionalitäten in den Bereichen Bestandsmanagement, Bedarfs- und Produktionsplanung, Forecasting sowie Sales and Operations Planning (S&OP) bietet. Mit den Weiterentwicklungen soll die Suite die Planung und Steuerung der Supply Chain optimieren und präzise Vorhersagen zukünftiger Bestands- und Materialbedarfe bieten. 

logimat-messe.de  

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