LIEFERKETTEN-KRISE – Sich mit Was-wäre-wenn-Szenarien wappnen

Lieferketten-Krise – Die Engpässe in den globalen Lieferketten nehmen zu. Was die Weltwirtschaft sorgenvoll umtreibt, sind die Krisen wie am Panamakanal, Suezkanal und jetzt am Roten Meer. Alles fragt sich: “Und was kommt noch?” Schön wäre es daher, mit „Was-wäre-wenn“-Szenarien in Echtzeit Antworten auf diese und andere Fragen zu finden. Eine ereignisgesteuerte Architektur (EDA) könnte hier zur neuen „Must-have“-Technologie werden, um die Auswirkungen von Lieferkettenkrisen auf das gesamte Unternehmen zu bewältigen und fundierte Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. (Ein Kommentar von Ush Shukla*) 

Lieferketten-Krise – Gut wäre es, wenn es Analyse-Tools gäbe, welche vorab Lösungen dafür liefern könnten. (Foto: Lupo / www.pixelio.de)
Lieferketten-Krise – Gut wäre es, wenn es Analyse-Tools gäbe, welche vorab Lösungen dafür liefern könnten. (Foto: Lupo / www.pixelio.de)

Der Panamakanal und der Suezkanal sind seit mehr als einem Jahrhundert globale Verkehrsadern für Waren aller Art, von den Roshstoffen bis hin zu Konsumgütern. Doch in der jüngsten Vergangenheit haben eine Containerkollision im Suezkanal und eine große Dürre im Panamakanal diese beiden wichtigen Handelsrouten fast zum Erliegen gebracht. Jetzt sorgt der Gaza-Konflikt für erhebliche Turbulenzen, die vom Iran und den Huthi-Rebellen ins Rote Meer getragen werden. Reedereien wie Maersk, Hapag-LLoyd und andere können davon ein Lied singen. Sie fahren nicht mehr durch den Suezkanal. Leidtragende davon sind etwa die schwedische Möbelhauskette Ikea, der Kosmetikkonzern Abercrombie & Fitch oder der Ölmulti BP. 

Lieferketten-Krise für die USA 

Allein durch den Panamakanal werden jedes Jahr 40 Prozent des gesamten Containerverkehrs der USA und insgesamt ein Handelsvolumen von 270 Milliarden Dollar abgewickelt. Angesichts der Feiertage führen die Handelsblockaden zu noch größeren Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen und ihre Kunden. 

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Lieferketten-Krise Suez 

Die Krise am Suezkanal im Jahr 2021 hat ebenfalls eindrucksvoll gezeigt, welche kostspielige Folgen ein schwaches Glied in der Lieferkette für Unternehmen und ihre Kunden haben kann. Diese Blockaden wirken sich auf die Transportkosten, die Lieferzeiten und die Effizienz der gesamten Lieferkette bei Unternehmen in der ganzen Welt aus. Die Auswirkungen der jüngsten Verzögerungen durch den Gaza-Konflikt werden sich wahrscheinlich bis weit in das nächste Jahr hineinziehen und den Unternehmen unnötige Kosten und Zeitverluste bescheren.  

Ein Analysetool für Lieferketten-Krisen 

Die Unternehmen könnten sich somit enorme Kosten einsparen, wenn sie die Möglichkeit hätten, die Transitbeschränkungen zu umgehen und zu verhindern, dass sie in die Überfälle verwickelt werden. Dies können intelligente „Was-wäre-wenn“-Analysen durchaus leisten. Sie können Unternehmen in der Tat helfen, gestörte Handelswege zu meiden! So versuchen beispielsweise Reedereien, das Problem mit Geld anzugehen. Doch wie kann ein Unternehmen entscheiden, ob es sich lohnt, vier Millionen US-Dollar zu bezahlen, um in der Warteschlange weiter nach vorne zu rücken? Um diese Entscheidung treffen zu können, brauchen sie intelligente Einblicke etwa in die Auswirkungen für einen geladenen Schiffs-Container, wenn sich dessen Lieferdatum ändert. Die zentrale Frage ist, wie sich die Änderungen entlang der gesamten Supply Chain etwa in Europa oder den USA auswirken? 

Was-wäre-wenn-Analyse beugt Lieferketten-Krise vor 

Alles, vom Enterprise Resource Planning (ERP) über Transportmanagement, Lagerhaltung und Logistik bis hin zum Finanzwesen, muss in der Lage sein, „Was-wäre-wenn“-Fragen zu beantworten und zu analysieren. Nur so kann adäquat auf eine Lieferketten-Krise reagiert werden. Wir leben in einer ereignisgesteuerten Welt. Daher ist nur eine ereignisgesteuerte Architektur in der Lage, mit einer solchen Krise umzugehen und die Fülle an vorhandenen Daten sinnvoll zu nutzen. Denn eine ereignisgesteuerte Architektur beseitigt Datensilos und stellt sicher, dass aktuelle Daten in allen Systemen eines Unternehmens konsistent zur Verfügung stehen. Das erleichtert es den Entscheidungsträgern, sofort auf die Daten zuzugreifen – wo und wann auch immer sie diese Daten benötigen. 

Lieferketten-Krise – Wenn sich die Schleusen öffnen…

Lieferketten-Krise – Der Suezkanal wird derzeit nicht so sehr frequentiert wegen des Gaza-Konflikts, den der Iran und seine verbündeten Huthi-Rebellen ins Rote Meer Tragen. (Foto: N. Schmitz / www.pixelio.de)
Lieferketten-Krise – Der Suezkanal wird derzeit nicht so sehr frequentiert wegen des Gaza-Konflikts, den der Iran und seine verbündeten Huthi-Rebellen ins Rote Meer Tragen. (Foto: N. Schmitz / www.pixelio.de)

Eine moderne Event-Broker-Technologie spielt somit eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung von Problemen, die durch unerwartete Änderungen von Angebot und Nachfrage entstehen. Nehmen wir als Beispiel ein Containerschiff, das mit Tausenden von Produkten beladen ist. Mit einem isolierten Streaming-Ansatz können Unternehmen die Auswirkungen auf ihre gesamte Lieferkette nicht ganzheitlich erfassen. Mit einer ereignisgesteuerten Architektur kann der Spediteur in Echtzeit jedoch jeden Container auf jedem Schiff sehen, die Verteilung der globalen Lieferkette – beispielsweise die Verfügbarkeit von Beständen in anderen Regionen – einsehen und alternative Szenarien modellieren, um Aufträge über andere praktikable Routen oder Liefermechanismen zu erfüllen. Diese Fähigkeit zur spontanen Umleitung ist letztlich das fehlende Element, um die Kundenerwartungen für bestehende Aufträge zu erfüllen und längerfristige Lieferprobleme zu entschärfen. Mit anderen Worten: Die ereignisgesteuerte Architektur ermöglicht es dem Spediteur, aktuelle Daten zu nutzen, um fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen und viel schneller auf dynamische Marktbedingungen zu reagieren. 

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Event-Broker-Technologien und ihre Potenziale 

Der Einsatz moderner Event-Broker-Technologie bietet in einer Lieferketten-Krise also ein großes Potenzial, Systemengpässe durch unterbrochene Datenströme zu vermeiden. Unterstützt wird das durch ein Event-Mesh, das Ereignisse unabhängig von der Art der Anwendung oder der Kapazität des Standorts dynamisch verteilt, um Aufträge bestmöglich abzuwickeln und negative Auswirkungen auf verbrauchernahe Prozesse zu vermeiden. Nahezu zwei Drittel (60 Prozent) der zu EDA befragten Unternehmen sind daher der Ansicht, dass die ereignisgesteuerte Architektur eine Schlüsseltechnologie ist, wenn man zu einem Unternehmen werden will, das in Echtzeit reagieren kann. Denn mit EDA können Unternehmen die Auswirkungen von Engpässen in der globalen Lieferkette mildern und ihren Wettbewerbern durch umsetzbare Echtzeit-Analysen einen Schritt voraus sein.

* Ush Shukla, ist Distinguished Engineer bei Solace. Er hat mehr als 19 Jahre Erfahrung als Enterprise Integration Architect und weltweit robuste ereignisgesteuerte Lösungen für die unterschiedlichsten Geschäftsbereichen entwickelt. 

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(Interessenten finden rund 50 Kommentare von Opinion Leadern aus Wirtschaft und Logistik in unserer Rubrik „Gast-Kolumne“ auf blogistic.net.

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