KUMMERTABELLEN 2021 – Änderungen machen Neuauflagen nötig

Neue Kummer-Tabellen 2021 (Foto: Volvo Trucks)
Mit den Kummertabellen haben Spediteure und Frächter die Kosten im Griff. (Foto: Volvo Trucks / RS MEDIA WORLD Archiv)

Kummertabellen 2021 – Die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs zur deutschen Maut und Jahresanpassungen einiger EU-Länder machen Neuauflagen diverser Kummertabellen für die Berechnung der Entfernungen – und Transportkosten nötig. Diese werden in 2021 sukzessive veröffentlicht und sind im Online-Update-Paket erhältlich. 

Wie das Institut für Logistik an der Wirtschaftsuniversität Wien kurz vor Weihnachten vermeldet, werden im Jahr 2021 neue “Kummer-Tabellen” veröffentlicht. Die Neuauflagen sind  nötig, weil sich in 2020 einige Neuerungen ergaben, welche 2021 greifen. Online-Bezieher der Tabellen müssen dafür nur den üblichen Jahres-Obulus leisten.

Kummertabellen 2021 – Vier Prozent zu viel bezahlt 

So hat der Europäische Gerichtshof hat am 28. Oktober 2020 entschieden, dass die deutsche LKW Maut gegen das EU Recht verstößt. Die Unternehmen dürften laut BGL (Deutschland-_Lkw-Maut–_Durchsetzung_Rueckerstattungsansprue.pdf (wko.at)) durchschnittlich vier Prozent zu viel an Maut gezahlt haben. Die genaue Höhe der rechtswidrigen Maut wird allerdings gegenwärtig noch ermittelt. Insofern ist weder eine rückwirkende Anpassung der Kummertabellen noch eine Anpassung für 2021 derzeit möglich, war aus dem Institut zu vernehmen. Allerdings werde ein Vorschlag vorgelegt, sobald es rechtsverbindliche Lösungen gibt, so das Logistikinstitut in einer Mitteilung. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass wegen der dreijährigen Verjährungsfrist die Unternehmen die zu viel bezahlte Maut wahrscheinlich nur bis Anfang 2018 geltend machen können. „Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Alle Ansprüche, die im Jahr 2017 entstanden sind, wären damit zum 31.12.2020 verjährt”, heißt es. Das Logistikinstitut empfiehlt daher, sich rechtlich beraten zu lassen.  

Saftige Mauterhöhung in Tschechien  

In der Tschechischen Republik gibt es eine erhebliche Mauterhöhung, allerdings wurden die Mautkosten seit 2015 nicht mehr angepasst. Die Kummertabellen haben die Ausdehnung des Netzes in der Vergangeneit berücksichtigt. Unter der Berücksichtigung der aktuellen Fuhrparkzusammensetzungen wurde jedoch nun eine Neuberechnung der Kummertabelle für die Tschechische Republik zum 01.01.2021 vorgenommen. 

Neue Mautsätze für die Wallonie 

In Belgien gibt es hingegen neue Mautsätze für die Wallonie, die ab Januar 2021 gelten. Flandern und Brüssel hatten diese ja schon zum 1. Juli 2020 vorgenommen. Das Institut  wird diese  Erhöhungen in einer neuen Kostentabelle ab 2021 berücksichtigen. Diese sollen bis spätestens Ende des Jahres 2020 veröffentlicht sein, war aus dem Kummer-Institut zu erfahren. Die Entfernungstabellen bleiben dabei gleich, da es nur zwei neue Mautpflichtige Straßenabschnitte gibt. 

Auch Magyaren kassieren mehr 

Auch in Ungarn gibt es eine Erhöhung der Mautsätze zum 01.01.2021. Auch dies wird in einer neuen Kostentabelle bis spätestens Ende des Jahres eine neue Kostentabelle veröffentlichen. 

In der Slowakei bleibt vieles gleich 

Die Slowakei scheint hingegen keine neuen Mautsätze einzuführen. Aber aufgrund der Probleme mit den Mautboxen ist es zu einer schrittweisen Reduktion der mautpflichtigen Straßen zum 1. September 2020 bzw. 1. Januar 2021 und der Einführung eines Rabattsystems gekommen. Dies erfordert nun eine Neuberechnung der Mautkosten und der Entfernungstabellen. Diese ist sehr aufwändig, sodass mit ihrer Veröffentlichung bis frühestens Mitte Januar 2021 zu erwarten ist.  

Polen ist kompliziert 

Das polnische mautpflichtige Netz ist in den vergangenen Jahren ständig erweitert worden. Dies macht eine Neuberechnung erforderlich. In Polen gibt es außerdem die Herausforderung, dass die verschiedenen Mautbetreiber mit unterschiedlichen Mautsätzen berücksichtigt werden müssen. Mit einer neuen Kosten- und Entfernungstabelle sei daher frühestens bis Ende Januar 2021 zu rechnen, war aus dem Institut zu erfahren. Auch arbeite man an einer Kummer-Tabelle für Slowenien. 

Neuer Mautkalkulator bis Ende Dezember 2021

“Wir werden die Anpassungen für Österreich, CZ, Belgien und Ungarn in dem von uns im Preis enthaltenen einfachen Mautkalkulator berücksichtigen, bitte haben Sie Verständnis, dass die Anpassung und Testung etwas Zeit benötigen”, bestätigt Sebastian Kummer, Institutsleiter des Logistikinstituts in Wien und Initiator der “Kummer-Tabelle” gegenüber den Medien. Man plane eine Veröffentlichung des neuen Kosten-Kalkulators bis Ende Dezember 2021.  


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