KNAPP BILANZ 2020 – Trotz Coronakrise auf Wachstumskurs

KNAPP -Vorstand (v.l.): C. Grabner, F. Mathi, G. Hofer (Foto: Knapp / Kanizaj / RS MEDIA WORLD Archiv)
KNAPP -Vorstand (v.l.): C. Grabner, F. Mathi, G. Hofer (Foto: Knapp / Kanizaj / RS MEDIA WORLD Archiv)

Knapp Bilanz 2020 – Auch für den steirischen Intralogistikspezialisten KNAPP war das Wirtschaftsjahr 2020 eine turbulente Berg- und Talfahrt. Fuhr man im ersten Quartal 2020 wegen der Coronakrise einen herben Verlust ein, kam das Hightech-Unternehmen ab dem zweiten Halbjahr zurück auf die Gewinnerstraße. Ein Umsatz von über einer Milliarde Euro brachte über 59 Millionen Euro Gewinn nach Steuern. Das ist sogar etwas mehr als im Jahr 2019. Doch bereiten die derzeit angespannten Lieferketten weltweit auch den Grazern Sorgen.

„Im Frühjahr 2020 mussten wir die laufenden Projekte einstellen und hatten damit trotz voller Auftragsbücher eine Ausnahmesituation zu überstehen“, sagte Gerald Hofer, CO von KNAPP in der Pressekonferenz gegenüber den Medien. „Auch war der langfristige Auftragseingang bis in den Herbst 2020 aufgrund der Investitionsunsicherheiten bei den Kunden bei unter 50 Prozent vom Normalniveau“, beschrieb G. Hofer die Situation im Pandemiejahr 2020.

Knapp Bilanz 2020 – Coronapandemie schadete nicht

Doch konnten die Steirer dann auf die Welle der wachsenden Investitionsbereitschaft insbesondere in Europa und den USA aufspringen. Der Effekt: Ende März 2021 bilanzierte die Knapp-Gruppe mit einem Nettoumsatz von 1,06 Milliarden Euro auf einem annähernd hohen Niveau wie im Vorjahr mit 1,08 Milliarden Euro. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf 84,5 Millionen Euro (Vorjahr: 76 Millionen Euro). Und das Nettoergebnis nach Steuern fiel mit 59,2 Millionen Euro um rund neun Prozent höher aus als im vorjährigen Geschäftsjahr. „Auch der Auftragseingang lag im Berichtsjahr mit 1,8 Milliarden Euro auf Rekordniveau“, berichtete Christian Grabner, CFO des Logistik-Automationsspezialisten. Auf Anfrage von blogistic.net, inwieweit diese Investitionen auf der Basis von Vorzieheffekten zustande kamen, antwortete G. Hofer: „Vorzieheffekte durch Förderungen gab es nur wenige. Vielmehr kehrten unsre Kunden zurück zu ihren geplanten Vorhaben.“ Daher sei das Wachstum des Unternehmens nachhaltig gesichert.

USA und Europa besonders stark

Sehr stark erwiesen sich dabei die Märkte in Zentral-, Nord- und Westeuropa. Das stärkste Wachstum konnte im nordamerikanischen Raum erzielt werden, was durch zahlreiche neue Referenzprojekte und eine stark ausgebaute US-Niederlassung ermöglicht wurde. Auch in Südamerika und Australien und Asien gibt es Zuwächse. Besonders erfreut zeigt sich das Vorstandsteam darüber, dass der Mitarbeiterstand in vollem Umfang beibehalten wurde und aktuell sogar stark ausgebaut wird. Derzeit beschäftigt das österreichische Vorzeigeunternehmen rund 5.300 Mitarbeiter weltweit. Diesen Mitarbeiterstand wolle man um 1.000 Personen aufstocken, davon 500 in der Steiermark. „Um das Wachstum des Unternehmens auch in Zukunft zu sichern, werden wir zudem unsere Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von 54 Millionen Euro in 2020 auf 60 Millionen Euro erhöhen“, kündigte Franz Mathi, COO von Knapp gegenüber der Presse an. Dafür beschäftige man weltweit 800 Mitarbeiter allein im Bereich Neu- und Weiterentwicklungen.

Angespannte Lieferketten könnten Wachstum bremsen

Getrübt könnten die Wachstumsaussichten jedoch durch die anhaltende Lieferketten-Problematik weltweit werden. Zwar habe man Vorkehrungen getroffen, Lieferengpässen zu begegnen, etwa durch das Aufstocken der Lagerbestände oder eine noch engere Zusammenarbeit mit den Lieferanten, doch gebe es unplanbare Umstände entlang der Lieferketten, welche zu Problemen führen könnten. So seien am Weltmarkt zu wenig Container im Umlauf bzw. nicht abrufbar. Dabei betrachte man die Situation etwa an der US-amerikanischen Ostküste und der Süd-Küste Chinas sehr genau. Dort führen Probleme wie etwa der Truckermangel in den USA oder die neuerliche Ausbreitung des Coronavirus in China zur teilweisen Unterbrechungen der Transportlogistik. Hierfür könne man keine Verantwortung übernehmen, so der einstimmige Tenor des Knapp-Vorstandes.    

Knapp in Kürze

Gegründet 1952, hat KNAPP seine Wurzeln in der Steiermark, wo auch heute noch das Herz des Technologieunternehmens schlägt. Aus einem 2-Mann Betrieb hat sich ein High-Tech-Unternehmen für Software und Automatisierung entwickelt, das weltweit ein gefragter Entwicklungspartner ist. Der Erfolg beruht auf der einzigartigen Expertise branchenspezifischer Anforderungen. Knapp begleitet seine Kunden über viele Jahre und ermöglicht ihnen mit flexiblen Automatisierungstechnologien, ihre Geschäftsmodelle zu erweitern und sich rasch an Veränderungen am Markt anzupassen.

knapp.com


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