ENERGIEEFFIZIENZ – Stapler die Sonne tanken

Schachinger Logistik setzt seine Enkelfitt-Strategie am Standort Stockerau um und hat dort seine Prozesse in Richtung Energieeffizienz neu strukturiert. So erzeugt der Dienstleister mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage mittlerweile einen Großteil seiner benötigten Energie selbst. Gleichzeitig sorgen innovative Batterieladegeräte dafür, dass Schachinger seine elektrisch angetriebene Stapler-Flotte sparsam laden kann.

W. Breitenfellner | Foto: Fronius
Mit Solarenergie in Richtung Energie­autarkie. W. Breitenfellner findet Solarenergie nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnenswert. | Foto: Fronius

Die Lebensmittel-Logistik befindet sich im Umbruch: Steigende Sortimentsbreiten, ein stärkerer Einsatz von speziellen Mehrweg-Ladungsträgern, immer häufigere Sonderaktionen und konjunkturelle Schwankungen sowie die fortschreitende Bestandsreduktion, stellen die Branche vor große Herausforderungen. Sie verlangen nach neuen, innovativen Konzepten. Immer mehr Lebensmittelproduzenten und -händler geben daher die Verantwortung für ihre Lieferkette in die Hände von Logistikdienstleistern wie Schachinger, die sich auf die Lagerung und den Transport von Ess- und Trinkbarem spezialisiert haben. Hierfür betreibt das Familienunternehmen im niederösterreichischen Stockerau ein hochmodernes Logistikzentrum mit rund 17.000 Quadratmetern Fläche, in dem sich in zwei Temperaturzonen fast 25.000 Palettenstellplätze befinden. Von hier aus beliefert das Unternehmen unter dem Namen „Schachinger marken & frische“ den Lebensmittelhandel in ganz Österreich sowie in Zentral- und Osteuropa mit Kühl- und temeraturgeführter Ware (zwei bis sechs Grad Celsius und zehn bis 18 Grad Celsius).

Wenn die Förderung nach 13 Jahren ausläuft, speisen wir die Energie in unseren eigenen Ver­teiler ein und sparen auf diese Weise Stromkosten. Willi Breitenfellner, Facility Manager & Einkaufsleiter Schachinger Logistik

Solarenergie macht‘s Ökologisch

Nachhaltigkeit spielt bei Schachinger dabei eine wichtige Rolle. Das Logistikzentrum wird, wie alle Standorte des Unternehmens, zu 100 Prozent mit zertifizierten Ökostrom (Richtlinie UZ 46) versorgt. Dieser kommt unter anderem aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage, die auf dem Dach des Gebäudes installiert ist. Mit einer Leistung von 1.000kWp (Kilowatt Peak) liefert diese rund eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr – mehr als die Hälfte des Gesamtbedarfs. „Das ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnenswert“, bemerkt Willi Breitenfellner, Facility Manager und Einkaufsleiter bei Schachinger. Schließlich fördert die österreichische Regierung nicht nur Investitionen in Photovoltaik, sondern zahlt auch eine Vergütung für jede ins Versorgungsnetz eingespeiste Kilowattstunde. Das soll den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. „Wenn die Förderung nach 13 Jahren ausläuft, speisen wir die Energie in unseren eigenen Verteiler ein und sparen auf diese Weise Stromkosten“, erklärt W. Breitenfellner.

Solartechnik aus Österreich

35 Wechselrichter, die den in den Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. | Foto: Fronius

Herzstück der insgesamt 3.830 Solarmodule umfassenden Anlage sind 35 Wechselrichter von Fronius. Die effizienten, zuverlässigen und leistungsfähigen Geräte wandeln den in den Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Dabei überzeugen sie durch ihr durchgängig intelligentes Design und ihr serienmäßig integriertes All-In-One Kommunikationspaket. Das von Fronius entwickelte SnapINverter-System ermöglicht eine besonders zeit- und kosteneffiziente Montage sowie Inbetriebnahme und vereinfacht die Wartung. Mit 30 Wechselrichtern des Typs Fronius Eco mit je 27kW und fünf Fronius Symo Wechselrichtern mit je 17,5kW, ist die Leistung optimal an die Solarmodule angepasst. Die Geräte sind überdacht im Außenbereich montiert. „Dank Schutzklasse IP 66 halten sie das problemlos aus“, betont W. Breitenfellner.

Sparsamer Ladeprozess

Auch im Inneren des Logistikzentrums sorgen Lösungen aus Österreich für mehr Energieeffizienz: Die Flotte elektrisch angetriebener Flurförderzeuge, die bei Schachinger im Einsatz ist, sind mit den neuen Selectiva-Batterieladegeräten von Fronius ausgestattet. Der eigens für solche Zwecke entwickelte Ri-Ladeprozess, der die Überladung und damit die schädliche Erwärmung der Antriebsbatterien beim Laden minimiert, sorgt hier für eine überdurchschnittlich schonende und sparsame Ladung. „Dies hat für uns zwei wesentliche Vorteile“, erklärt W. Breitenfellner: „Der Energiebedarf ist deutlich geringer, und die Batterien müssen seltener ersetzt werden.“

Ri-Ladetetechnologie sorgt für die effiziente Ladung der Antriebsbatterien. | Foto: Fronius

Der Ri-Ladeprozess passt sich nämlich den jeweiligen Bedürfnissen der Batterie an, abhängig von Alter, Temperatur und Ladezustand. Jeder Ladezyklus ist somit einzigartig und verfügt über eine individuelle Kennlinie. Das macht ihn besonders effizient.

Batterien im Fullservice.

Die 30 Flurförderzeuge des Herstellers Jungheinrich, die in Stocker­au im Rahmen eines Full-Service-Vertrags im Einsatz sind, ver­fügen über Wechselbatterien. Denn schließlich arbeitet das Unternehmen im Zwei-Schicht-Betrieb, und die Stapler müssen nahezu rund um die Uhr verfügbar sein. Dank des Ladetechniksystem ist das kein Problem: „Die Geräte laden flexibel sämtliche Antriebsbatterien bis zu einer Spannung von 80 Volt“, erläutert W. Breitenfellner. „Über die LED-Anzeige auf jedem Gerät erkennen unsere Mitarbeiter sofort, welche Batterie komplett geladen und bereits abgekühlt ist.“ Das erhöht nicht nur die Fahrtzeiten der Flurförderzeuge, sondern verringert auch den Wartungsaufwand an den Batterien. „Auch wenn der Service in unserem Leasing-Vertrag enthalten ist, kostete doch jeder Ausfall Zeit und Nerven“, erinnert sich Breitenfellner.

Ganzheitlich aus einer Hand

Bei Schachinger ist man mit dem ganzheitlichen Optimierungskonzept zufrieden. Als vorteilhaft wurde dabei auch gesehen, dass man die Energieeffizienzlösung aus einer Hand beziehen konnte. Denn Fronius verfügt sowohl in der Photovoltaik als auch im Bereich der Ladetechnologien über international anerkannte Kompetenzen. Somit ließen sich auch hier kostensenkende Synergieeffekte erzielen. Schachinger setzte mit dieser Lösung einen entscheidenden Schritt hin zu einer nachhaltigen, energieeffizienten und -autarken Logistik. Dieses Effizienzmodell könnte künftig auch an anderen Unternehmensstandorten Schule machen: „Bei allen künftigen Ausschreibungen für Flurförderzeuge sind die Selectiva-Ladegeräte eine absolute Grundvoraussetzung“, betont W, Breitenfellner. Und die eine oder andere freie Fläche für weitere Photovoltaik-Anlagen findet sich sicher auch noch.

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