DEKARBONISIERUNG – Drei neue E-Trucks mit Stern für die Energiewende

Dekarbonisierung und Mercedes Trucks (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)
Dekarbonisierung – OEMs wie Daimler Truck stellen ihre Fahrzeugflotten im Nutzfahrzeug-Segment bereits auf alternative Antriebe wie Elektro oder Wasserstoff um. Die Politik ist jedoch bei Infrastruktur und gesetzlicher Verlässlichkeit säumig. (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)

Die Politik ist bei Infrastrukturmaßnahmen und gesetzlicher Sicherheit hinsichtlich Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs weitgehend säumig. Im Gegensatz zu den OEMs. So nimmt beispielsweise Daimer Trucks mit gleich drei neuen E-Trucks die Elektrifizierung seiner Nutzfahrzeug-Flotte im Lkw-Segment vor. Das Unternehmen will sich damit auf seine Weise für das Pariser Klimaabkommen und die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs stark machen. Für die Schwaben ist dabei der „CO2-neutraler Straßengütertransport bis 2050“ das ultimative Ziel, heißt es in einer Presseaussendung.

„Bei Mercedes-Benz Lkw arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Straßengütertransport lokal CO2-neutral zu machen. 2030 wollen wir in Europa mehr elektrische Lkw verkaufen als nicht-elektrische“, gibt Karin Rådström, Vorstandsmitglied bei Daimler Truck und verantwortlich für Mercedes-Benz Trucks, beim Event „Shaping the Now & Next 2021“ in Wörth als Ziel für die nächsten Jahre aus. „Um das zu schaffen, gibt es jedoch nicht die eine perfekte Lösung, keinen Königsweg“, schränkt sie hinsichtlich der dafür notwendigen Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs ein. Mit Blick auf die vielen unterschiedlichen Anwendungsfälle bei diesem Verkehrsträger verfolge man daher eine Doppelstrategie. Diese beinhaltet sowohl die Entwicklung batterie-elektrisch als auch wasserstoffbetriebene Lkw. Jedoch müssten die Staaten für die Infrastruktur und für verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen sorgen, damit die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs und die gesteckten Klimaziele wirtschaftlich umsetzbar sind, so eine Forderung aus Stuttgart.

Dekarbonisierung – Politik muss schneller in die Gänge kommen

Die Automobilkonzerne gehen hier mittlerweile in Vorleistung und investieren weltweit bis zu 1,5 Billionen Euro in die Transformation ihrer Fahrzeugflotten in Richtung E-Mobility und damit in ihre Organisationen, ergab eine Studie des IBM Institute of Value im Frühjahr (wir berichteten). Dabei ist schon jetzt klar, dass in der Branche kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Die erheblichen Auswirkungen zeigen sich bereits und werden durch die weltweite Halbleiterkrise verschärft (wir berichteten).  Der „Point of no Return“ dürfte daher längst überschritten sein und zu weiteren Wirtschaftskrisen führen, wenn die Politik bei der Schaffung von adäquater Infrastruktur und gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht in die Gänge kommt. Lediglich Forderungen an die Industrie zu stellen bringt zwar Stimmen bei Wähler*innen, reichen jedoch für die Praxis letztlich nicht aus.

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Elektrifizierung der Lkw-Flotte bei Daimler Truck

Dekarbonisierung – (re.) K. Rådström, (li.) A. von Walllfeld (Foto: Mercedes / RS MEDIA WORLD Archiv)
Dekarbonisierung – (re.) K. Rådström: „Es gibt nicht die eine Lösung und den einen Königsweg.“; A. von Walllfeld: „Gemeinsam mit unseren Partnern die möglichst perfekte Lösung zu finden, war für mich schon immer etwas Besonderes.“ (Foto: Mercedes / RS MEDIA WORLD Archiv)

Ob so oder so: Bereits komplett elektrifiziert und lokal CO2-neutral ist der erst im Juni 2021 vorgestellte und ab Oktober 2021 in Wörth in Serie produzierte eActros für den schweren Verteilerverkehr. Diesem wird in der zweiten Jahreshälfte 2022 der eEconic für den Kommunaleinsatz folgen. Aktuell laufen bei diesem Fahrzeug noch intensive Versuchsreihen, bevor er in einem nächsten Schritt in die Praxiserprobung geht. Die zentralen technischen Spezifikationen sind dabei mit denen des eActros weitgehend identisch.

eEconic: Der neue „Abfallsammler“. Anders als der eActros ist der eEconic künftig hingegen als Abfallsammelfahrzeug die große Mehrheit der Econic-typischen Abfallsammelrouten ohne Zwischenladen abdecken. Bereits vor dem Start der Serienfertigung hat ein im Entsorgungsbereich in Dänemark tätiges Unternehmen elf eEconic bestellt.

eActros LongHaul ab 2024 serienreif. Für 2024 ist die Serienreife für den ebenfalls batterieelektrische eActros LongHaul geplant, und 2027 sollen erste Serienfahrzeuge des GenH2 Truck mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellen-Antrieb an Kunden übergeben werden. Beide Fahrzeuge ermöglichen dann auch im Fernverkehr den lokal CO2-neutralen Straßengütertransport.

Botschaft an Flottenbetreiber

„Gemeinsam mit unseren Partnern die möglichst perfekte Lösung zu finden, war für mich schon immer etwas Besonderes, denn jeder Kunde hat individuelle Bedürfnisse und Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt“, betont Andreas von Wallfeld, Leiter Vertrieb, Marketing & Services Mercedes-Benz Lkw im Rahmen des Events „Um echte Partner zu sein, tun wir vor allem zwei Dinge: Erstens hören wir genau zu, was unsere Kunden uns sagen. Zweitens entwickeln wir unsere Lkw – ob klassischer Diesel oder elektrifiziert – und Dienstleistungen so, dass sie dem einen Zweck dienen: zum Erfolg unserer Kunden beizutragen.“

eConsulting & Co. Beim Mercedes-Benz Trucks-Event „Shaping the Now & Next 2021“ in Wörth informierte der Hersteller nicht nur über vollelektrische Fahrzeuge, sondern stellte auch Beratungsdienstleistungen wie das eConsulting sowie strategische Partnerschaften rund um Themen wie Flottenintegration, Ladeinfrastruktur und Netzanbindung vor. Ganz will sich Mercedes-Benz Trucks jedoch nicht aus dem Diesel-Segment verabschieden. Daher stellte das Unternehmen auch seine neuesten Modelle vor wie etwa den Actros F, Actros L und Edition 2.

daimler.com

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