CO2-FREI – Österreichische Post will bis 2021 in Graz emissionsfrei liefern

Die Post will 2021 CO2-frei liefern. (Foto: Ö-Post)
(v.l.) S. Nagl, P. Umundum stellen ihre ambitionierten Ziele für die CO2-Freiheit von Graz vor (Foto: Ö-Post)

Bis zum Jahr 2030 will die Österreichische Post die “letzte Meile” der Zustellung  generell mit Elektrofahrzeugen oder Fahrzeugen mit alternativen Antrieben abwickeln. Das Ziel ist, die Zustellung CO2-frei zu machen. In Graz soll das schon bis Sommer 2021 geschehen. Derzeit läuft hier das Pilotprojekt “City Hub Graz”. 

Nach Angaben der Österreichischen Post stellt der KEP-Dienstleister alle Sendungen innerhalb Österreichs CO2-neutral zu und war damit Vorreiter unter den Postgesellschaften. Das nächste Ziel soll eine komplett CO2-freie Zustellung bis zum Jahr 2030 realisiert werden. In der Lesart der “gelben Füchse” bedeutet dieses ambitionierte Ziel, dass bis dahin auf der letzten Meile ausschließlich E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie etwa Brennstoffzellen im Einsatz sind. 

Von CO2-neutral bis CO2-frei 

„Als verantwortungsvolles Unternehmen integrieren wir seit vielen Jahren Klimaschutz in unser Kerngeschäft. Seit beinahe zehn Jahren stellen wir CO2-neutral zu, betreiben die größte E-Flotte des Landes, die laufend ausgebaut wird und beziehen ausschließlich Grünstrom aus Österreich. Nun gehen wir einen Schritt weiter. Mit Graz wird erstmals in einer Großstadt gänzlich CO2-frei zugestellt“, so DI Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post.

Mit Graz wird erstmals in einer Großstadt gänzlich CO2-frei zugestellt.

Peter Umundum, Vorstand Österreichische Post

E-Lastenräder statt Dieseltransporter. Dieses Ziel soll in der steirischen Landeshauptstadt schon im August 2021 erreicht sein, kündigt P. Umundum im Rahmen einer Pressekonferenz am 23. Februar in Graz an. „Als Klimainnovationsstadt unterstützen wir natürlich auch innovative, klimaschonende und dabei praktikable Stadtlogistikkonzepte. In der Stadt der kurzen Wege wird in Zukunft emissionsfrei zugestellt. Hier setzen wir mit der Post neben Elektroantrieb auch auf sanfte Mobilität, also E-Lastenräder, statt Diesel-Transporter“, so Mag. Siegfried Nagl, Bürgermeister von Graz gegenüber den Medien. 

Hier setzen wir mit der Post neben Elektroantrieb auch auf sanfte Mobilität, also E-Lastenräder, statt Diesel-Transporter .

Siegfried Nagl, Bürgermeister Graz

CO2-frei: Fuhrpark wird erneuert 

 Erreicht wird die C02-freie Zustellung durch eine Erneuerung und Elektrifizierung des Fuhrparks der Post in der Region Graz. Aktuell besteht der Fuhrpark der Briefzusteller in Graz aus 13 Fahrrädern, 26 E-Mopeds, 38 Klein-LKW (davon 21 E-Fahrzeuge) und 25 Transportern. Bis Mai 2020 wird die für den E-Fuhrpark benötigte Ladeinfrastruktur der Briefzustellung verfügbar sein. Dann wird mit dem Rollout der neuen 42 E-Fahrzeuge begonnen und bis September 2020 wird die komplette Flotte auf batterie-elektrische Fahrzeuge umgerüstet sein, war von der Post zu erfahren. 

Zentrales Element Logistikzentrum Karlsdorf 

Mit der Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums in Kalsdorf, Steiermark, wird auch mit der Modernisierung des Fuhrparks der Paketzustellung begonnen und es werden rund 100 neue E-Fahrzeuge angeschafft. Die Umstellung wird im August 2021 abgeschlossen sein, sodass dann auch Pakete im Stadtbereich Graz CO2-frei zugestellt werden können. Gesamt werden dann in Graz rund 160 E-Fahrzeuge für die Post im Einsatz sein. Unterstützt wird die Umstellung durch Förderungen des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. 

Pilotprojekt „City Hub Graz liefert Daten 

Im Rahmen des Pilotprojekts „City Hub Graz“ wird ab Juni 2020 die Paketzustellung testweise in der Grazer Innenstadt mit E-Lastenrädern erfolgen. Die Pakete werden im Logistikzentrum Kalsdorf vorbeladen und dann an mehreren Plätzen zur Übernahme durch den Zusteller bereitstehen – verteilt über die Grazer Innenstadt. Durch diese „Rendezvous-Logistik“ müssen die Zusteller für die Aufnahme von neuen Sendungen nicht mehr an einen zentralen City Hub zurückfahren, sondern können die gesamte Zustelltour ohne Unterbrechung durchführen. Dabei kommt eine innovative Anhängerlösung mit flexiblen Modulen zum Einsatz, die den Ansatz der „Containerisierung“ der letzten Meile verfolgt. Das heißt, die Pakete werden in Behältern vorbeladen, in die Stadt transportiert und direkt daraus zugestellt. Das Pilotprojekt City Hub Graz ist auf drei Monate angesetzt. 
 
City Hub Wien ist Vorreiter. Das Projekt setzt auf den Erkenntnissen des Tests „City Hub Wien“ auf. Hierbei wurden im vergangenen Jahr im 3. Bezirk Pakete von einem zentralen Umschlagplatz (City Hub) aus per E-Lastenrad zugestellt. Ein LKW brachte die Pakete konsolidiert in das City Hub, von wo aus die Zusteller direkt mit speziellen E-Lastenrädern losgestartet sind. Die Zustellung mit dem E-Lastenrad konnte eine komplette Tour mit dem Transporter ersetzen. Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert und im Rahmen des Programms – Logistikförderung – durch die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) abgewickelt. 

post.at 

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