BOSCH – Britisches Start-up Five programmiert jetzt für Mobilitätssparte der Schwaben 

Bosch – Der deutsche Technologiekonzern will mit der Akquisition von Five seine weltweite Position im Bereich des autonomen Fahrens weiter stärken. (Foto: Bosch Group / RS MEDIA WORLD Archiv)
Bosch – Der deutsche Technologiekonzern will mit der Akquisition von Five seine weltweite Position im Bereich des autonomen Fahrens weiter stärken. (Foto: Bosch Group / RS MEDIA WORLD Archiv)

Europas führendes Software Start-up für selbstfahrende Autos, Five, wird Teil des deutschen Technologiekonzerns Bosch. Damit wollen die Stuttgarter Fahrt in der Softwareentwicklung für sicheres autonomes Fahren aufnehmen. Das britische Unternehmen Five gab dabei den Schwaben den Vorzug vor anderen Kaufinteressenten. Die Verträge wurden Anfang April unterschrieben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. 

Die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge gilt als eine der Königsdisziplinen in der Autoindustrie und der Logistik. Der Anbieter von Mobilitätslösungen, Bosch, stärkt jetzt seine Kompetenzen in diesem Bereich mit der Akquisition des britischen Softwarespezialisten Five. Das britische Unternehmen gilt als führendes Software Start-up im Bereich des automatisierten Fahrens in Europa. An sechs Standorten in Großbritannien verfolgen derzeit rund 140 Mitarbeiter das Ziel, die Sicherheit autonomer Fahrzeuge zu erhöhen. Five hat dabei Bosch den Vorzug vor anderen Kaufinteressenten gegeben. Die Verträge wurden Anfang April unterschrieben. Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme allerdings noch zustimmen. 

Verkehre sicherer machen 

„Automatisiertes Fahren soll den Straßenverkehr vor allem sicherer machen. Dafür wollen wir mit Five in der Software-Entwicklung weiter Fahrt aufnehmen und unseren Kunden Technik ‚made in Europe‘ anbieten“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Five, mit Hauptsitz im britischen Cambridge, soll Teil des Bosch-Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions werden. Stan Boland, CEO von Five erwidert darauf: „Bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens kommt es auch auf die Größe an. Bosch ist ein weltweiter Anbieter in der Fahrerassistenz und verfügt über Schlüsseltechnologien und große Mengen an Daten, die künftig für die Markteinführung sicherer selbstfahrender Systeme unerlässlich sind. Ich freue mich daher, dass Five Teil von Europas stärkstem Akteur bei der Entwicklung von Lösungen auf SAE-Level 4 wird und wir am zukünftigen Erfolg von Bosch teilhaben können.“ 

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Simulationsumgebung erlaubt Tests und Validierung 

Seit der Gründung im Jahr 2016 hat Five ein Team von Experten in den Bereichen Cloud-Software, Absicherung, Robotik und maschinelles Lernen aufgebaut. In der Entwicklung des automatisierten Fahrens bis einschließlich SAE-Level 4 hat sich das Start-up mit moderner Software und Lösungen auf Basis von künstlicher Intelligenz einen Namen gemacht. Inzwischen konzentriert sich Five vor allem auf eine cloudbasierte Entwicklungs- und Testplattform für die in selbstfahrenden Autos verwendete Software. Diese Plattform bietet Ingenieuren zum einen alle Programme, die sie benötigen, um Software für automatisiertes Fahren in kürzester Zeit zu erstellen. Zum anderen ermöglicht sie Tests der Software sowohl vor als auch während ihres Einsatzes in Testfahrzeugen. Mithilfe der Softwareplattform können zudem reale Daten aus einer Flotte von Testfahrzeugen analysiert, verschiedenste Testszenarien erstellt und eine Simulationsumgebung aufgebaut werden, die eine blitzschnelle Bewertung und Validierung des Systemverhaltens ermöglicht. 

Five stärkt Entwicklung bei Bosch  

Bosch - Five wird künftig die agile Projektstruktur für die Entwicklung selbstfahrender Autos bei Bosch stärken. (Grafik: Bosch Group / RS MEDIA WORLD Archiv)
Bosch – Five wird künftig die agile Projektstruktur für die Entwicklung selbstfahrender Autos bei Bosch stärken. (Grafik: Bosch Group / RS MEDIA WORLD Archiv)

Five wird künftig die agile Projektstruktur für die Entwicklung selbstfahrender Autos bei Bosch stärken. Die Software-Entwicklungsumgebungen beider Teams ergänzen einander und werden nun zu einer Lösung zusammengeführt. „Five ist das passende Puzzlestück für unsere Entwicklungsaktivitäten – vor allem auch durch das Mindset und die agile Arbeitsweise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir kommen damit unserem Ziel näher, sicheres automatisiertes Fahren auf die Straße zu bringen“, sagt Dr. Mathias Pillin, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions. Für Bosch ist die Übernahme zudem ein weiterer Schritt, seine Marktposition im Bereich Software und automatisiertes Fahren zu festigen. Erst kürzlich hat das Unternehmen mit dem Zukauf der Atlatec sein Portfolio um einen Spezialisten für hochauflösende Digitalkarten ergänzt. Damit dürfte Bosch derzeit das einzige Unternehmen sein, das sämtliche Bausteine für das automatisierte Fahren aus einer Hand anbieten kann – von der Aktorik über die Sensorik und den Karten bis hin zur Software und der Entwicklungsumgebung. 

Bosch – Attraktive Anwendungen für die Logistik 

Automatisiertes Fahren ist und bleibt ein strategisches Geschäftsfeld von Bosch. Das Unternehmen gilt als ein Innovationsführer in diesem Bereich. Es hat nämlich mit seinen Fahrerassistenzsystemen und der dazugehörigen Sensorik schon früh die Basis für alle Stufen der Automatisierung gelegt. Parallel dazu entwickelt der schwäbische Technikkonzern auf der einen Seite Lösungen für Privatfahrzeuge mit Fokus auf Fahrerassistenz, teil- und bedingt automatisierte Systeme (SAE-Level 1 bis 3), um Fahren komfortabler und sicherer zu machen. Auf der anderen Seite arbeitet das Unternehmen an Lösungen für höhere Automatisierungsstufen mit Fokus auf Flottenfahrzeuge und neue Betreibermodelle. Insbesondere in der Logistik sieht man bei Bosch hierfür attraktive Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftspotential für automatisierte Fahrsysteme nach SAE-Level 4. Daneben haben die Stuttgarter mit Automated Valet Parking die erste serienreife Fahrfunktion entwickelt, die gänzlich ohne Fahrer auskommt. 

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Bosch Mobility Solutions in Kürze 

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2021 nach vorläufigen Zahlen mit 45,4 Milliarden Euro knapp 58 Prozent zum operativen Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions verfolgt die Vision einer sicheren, nachhaltigen und begeistern-den Mobilität der Zukunft und bündelt seine Kompetenzen in den Domänen – Personalisie-rung, Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Seinen Kunden bietet der Bereich ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugüber-greifende Kommunikation, Werkstatt-konzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch. 

bosch.de | five.ai | atlatec.de  

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